merken
PLUS Radeberg

Hat sich das Silberberg-Center vom Lockdown erholt?

Viele Geschäfte in dem Radeberger Einkaufszentrum mussten zeitweilig schließen. Wie die Inhaber in die Zukunft blicken.

Seit dem Umbau des Radeberger Silberberg-Centers können Besucher draußen sitzen. Vor der "Ziegelwirtschaft" ist mittags kaum ein Platz zu bekommen.
Seit dem Umbau des Radeberger Silberberg-Centers können Besucher draußen sitzen. Vor der "Ziegelwirtschaft" ist mittags kaum ein Platz zu bekommen. © Marion Doering

Radeberg. Buchläden, Schmuckgeschäfte oder Sportartikelanbieter: Händler hatten unter den Corona-Beschränkungen stark zu leiden. Sie mussten lange schließen, es gab Waren nur auf Bestellung oder die Kunden durften nur nach Voranmeldung ins Geschäft. Betroffen war auch das Silberberg-Center in Radeberg. Kurz nach dem Umbau des Hauses mussten einige Geschäfte wieder schließen. Jetzt sind die Bestimmungen gelockert. Läuft das Geschäft im Center wieder normal?

Der erste Eindruck an einem Vormittag. Der Parkplatz ist voll. In der ersten Reihe ist auf Anhieb kein Platz zu bekommen. Weiter hinten sind dann aber genügend Flächen frei. Zweiter Eindruck: Selbst an diesem Wochentag herrscht im Center ein ständiges Kommen und Gehen. Die Mall, also der Fußgängerbereich im Gebäude, ist gut besucht, allerdings nicht voll. Senioren schieben volle Einkaufswagen zum Auto, Handwerker laufen in Richtung Bistro. Dort in der „Ziegelwirtschaft“ hat Kathrin Hauke kaum eine Minute Zeit. „Wir bereiten jetzt die Menüs zu. Gleich geht es los, dann ist Mittagszeit, dann kommen die Kunden“, sagt sie.

Anzeige
Arbeitsschutz für Profis
Arbeitsschutz für Profis

Vom Handschuh bis zum Helm, von Atemschutz bis Berufsbekleidung: bei HOLDER in Dresden ist das Angebot riesig.

Kathrin Hauke bietet in ihrer "Ziegelwirtschaft" leckere Gerichte an. Eine weitere Schließzeit will sie besser nicht erleben.
Kathrin Hauke bietet in ihrer "Ziegelwirtschaft" leckere Gerichte an. Eine weitere Schließzeit will sie besser nicht erleben. © Marion Doering

Im Innenraum sind noch die meisten Plätze frei. Außen ist kein Tisch mehr zu bekommen. „Bei dem schönen Wetter wollen alle draußen sitzen. Wir sind sehr froh, dass wir das jetzt haben.“ Die zurückliegenden Monate waren sehr schwer, sagt sie. „Selbst die Zeit, in der wir Essen zum Mitnehmen anbieten konnten, war schwierig. Besonders Senioren wollen ihre Mahlzeit nicht mit nach Hause nehmen, sie wollen hier bei uns speisen, in einem Restaurant essen.“ Noch einmal will sie die Schließung des Bistros nicht erleben. „Das stehen wir nicht durch. Die Nachfrage jetzt stimmt mich zuversichtlich. Auch das Catering läuft wieder gut. Die Menschen fangen wieder an zu feiern.“

Im Center muss weiterhin die Maske getragen werden, darauf weisen Schilder an den Eingängen hin. In kleine Geschäfte dürfen Kunden nur einzeln eintreten. Ansonsten gibt es kaum Beschränkungen. „Jetzt kommen deutlich mehr Käufer ins Center als zuletzt ins EKZ. Aber das ist ja kein Wunder. Vor dem Umbau gab es ja kaum noch Geschäfte“, sagt Kerstin Hoppendietzel. Sie betreibt im Silberberg-Center das Blumengeschäft Blütenträume. „Jetzt ist das Center viel heller und größer. Es ist angenehmer hier einzukaufen. Nach dem Lockdown genießen das hier wieder mehr Menschen“, sagt sie. Die Nachfrage nach Blumen nehme ebenfalls zu. „Geburtstage, Hochzeiten und andere Anlässe werden jetzt wieder gefeiert. Das freut mich sehr“, sagt sie.

Kerstin Hoppendietzel, Inhaberin des Blumengeschäfts „BlütenTräume“ freut sich über eine steigende Nachfragen ach ihren Blumen.
Kerstin Hoppendietzel, Inhaberin des Blumengeschäfts „BlütenTräume“ freut sich über eine steigende Nachfragen ach ihren Blumen. © Marion Doering

Konstanze Rostock, Inhaberin eines Uhren- und Schmuckgeschäftes, ist froh, endlich wieder „richtig“ öffnen zu können. Click & collect, also das Abholen der Ware nach einer Bestellung, das hat bei uns kaum funktioniert. Besser lief dann schon das Einkaufen mit Termin. Jetzt kann endlich wieder jeder ganz spontan kommen. Wir sind mit der Resonanz der Kunden sehr zufrieden.“

Noch hat sie allerdings verkürzt geöffnet, wochentags von 9 bis 17 Uhr und am Sonnabend bis 14 Uhr. „Ich hoffe, dass sich die Situation weiter entspannt, dann wird auch wieder länger geöffnet. Ich rechne damit, dass wir ab September die normalen Zeiten haben werden. Ich hoffe nicht, dass es noch einmal zu solchen einschneidenden Beschränkungen kommen wird.“

Der Edeka-Markt von John Scheller musste zwar keine Schließzeit überstehen, indirekt betroffen war der Markt dennoch. „Dadurch, dass etliche Geschäfte nicht geöffnet hatten, kamen auch deutlich weniger Menschen ins Silberberg-Center“, sagt er. Positiv: Wegen der Schließung von Restaurants haben die Radeberger offenbar mehr gekocht und entsprechend mehr eingekauft. „Jetzt hat sich die Zahl der Besucher wieder deutlich erhöht. Das Center ist viel belebter. Allerdings verteilen sie ihre Ausgaben auf mehr Geschäfte oder gehen mal wieder ins Restaurant. Wir sind jedoch insgesamt sehr zufrieden. Besonders an Freitagen oder sonnabends ist bei uns die Nachfrage sehr groß.“

Für John Scheller ist das Center aber auch noch ein Ort, der sich entwickelt. „Genau genommen hat es erst seit einigen Wochen komplett geöffnet. Für mich hat das Haus noch viel Potenzial.“ Schade findet er, dass noch keine Aktion oder Feste im oder vor dem Haus stattfinden können. „Wir haben da schon einige Ideen, Corona lässt das aber noch nicht zu“, sagt er.

Mehr zum Thema Radeberg