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Entscheidung zur Hüttermühle verschoben

Wie soll es mit der Hüttermühle in Radeberg weitergehen? Stadträte und Verwaltung wollen in einer Arbeitsgruppe über das weitere Vorgehen beraten.

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Die Hüttermühle war bis 2010 Gasthof. Jetzt soll eine Arbeitsgruppe beraten, wie es mit der Immobilie weitergeht.
Die Hüttermühle war bis 2010 Gasthof. Jetzt soll eine Arbeitsgruppe beraten, wie es mit der Immobilie weitergeht. © René Meinig

Radeberg. Ein zügiger Verkauf der Hüttermühle ist offenbar vom Tisch. Nach Angaben von OB Gerhard Lemm (SPD) haben sich Stadträte und Verwaltung auf die Bildung einer Arbeitsgruppe verständigt. Sie soll ausloten, welche Möglichkeiten es für eine künftige Nutzung der ehemaligen Gaststätte gibt. Das Haus muss aufwendig saniert werden, außerdem befindet sich die Immobilie in einem Naturschutzgebiet. Wann hier Vorschläge vorgelegt werden, teilte der OB nicht mit.

Die Stadt Radeberg ist Eigentümerin der Hüttermühle. Sie hatte die Immobilie bereits im vergangenen Jahr zum Verkauf ausgeschrieben. Der Preis von 120.000 Euro war von einem Gutachter ermittelt worden. Das Grundstück hat eine Größe von knapp 11.500 Quadratmetern, darauf steht das Mühlengebäude mit einigen Anbauten. In der Ausschreibung war unter anderem festgelegt worden, dass der Investor innerhalb von zehn Jahren eine Million Euro in die Sanierung des Hauses stecken muss.

Der Radeberger Gastronom Makhan Singh will das Haus kaufen und zu einer Ausflugsgaststätte umgestalten. Er plant, einen Teil des Gebäudes zu einem Restaurant umzugestalten. Am Teich ist ein Biergarten mit rund 100 Sitzplätzen vorgesehen. Er will selbst mit meiner Familie in die Mühle zu ziehen. Zuletzt hatte er mit Investitionen in Höhe von 1,9 Millionen Euro gerechnet.

Auf der September-Sitzung des Stadtrates hatte der Verkauf auf der Tagesordnung gestanden, wurde aber abgelehnt. Laut OB Lemm lag die geforderte Bankbürgschaft nicht vor. „Außerdem ist Makhan Singh gegen ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht des Hüttertalvereins in dem Gebäude. Das ist ein Verstoß gegen die Ausschreibungsbedingungen“, sagte der OB.

Schon damals war die Bildung der Arbeitsgruppe im Gespräch. „Wir brauchen eine grundlegende Entscheidung, was mit der Mühle geschehen soll. Will die Stadt sie vielleicht doch behalten oder weiterhin verkaufen? Wenn Letzteres der Fall ist, dann müssen die Konditionen genau festgelegt werden“, sagte CDU-Fraktionschef Frank-Peter Wieth.

Die Stadt selbst könne die Mühle allerdings nicht wieder aufbauen, so OB Lemm. Dazu fehle schlicht das Geld in der Stadtkasse. Die Hüttermühle wurde bis 2010 bewirtschaftet. Dann gaben die Wirtsleute Walter das Geschäft auf. Nach dem Neubau der Brücke über die Große Röder kann die Mühle jetzt wieder von großen Fahrzeugen angesteuert werden, damit wurde eine Grundvoraussetzung für die Sanierung der Hüttermühle erfüllt. Das Haus bietet sich als Ausflugsgaststätte an, vom Schloss Klippenstein sind es nur wenige Gehminuten entlang der Großen Röder. (SZ/td)