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Radebergs Feuerwehrleute werden Testfahrer

Die Radeberger Feuerwehr erhält als erstes in Sachsen ein Löschfahrzeug mit Gasantrieb. Das sollen sie auf Herz und Nieren prüfen.

Im Sommer hatte die Firma Iveco Magirus den HLF 10 in Radeberg vorgestellt. Feuerwehrchef Frank Höhme hätte ihn am liebsten gleich dabehalten.
Im Sommer hatte die Firma Iveco Magirus den HLF 10 in Radeberg vorgestellt. Feuerwehrchef Frank Höhme hätte ihn am liebsten gleich dabehalten. © René Meinig

Radeberg. Bei der Radeberger Wehr ist die Freude riesig. Die Feuerwehrleute schreiben sächsische Feuerwehrgeschichte. In der Stadt wird landesweit das erste Löschfahrzeug mit Gasantrieb in Dienst gestellt. „Radeberg hat vom Freistaat die Zusage erhalten, dass 414.000 Euro für die Anschaffung des HLF 10 bereitgestellt werden. Es freut uns sehr, dass Radeberg dafür ausgewählt wurde“, sagt Stadtsprecher Jürgen Wähnert.

Lediglich zehn Prozent der Summe muss die Stadt noch drauflegen. Radeberg erhält damit ein nagelneues Löschgruppenfahrzeug zum Schnäppchenpreis. Ein neues hätte ohnehin angeschafft werden müssen. Das alte hatte bereits zahlreiche Jahre auf dem Buckel.

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Auch Feuerwehrchef Frank Höhme ist die Freude anzumerken. Er und seine Kameraden von der Radeberger Wehr haben das Projekt vorangetrieben. „Das ist eine tolle Sache. Wir bekommen dieses hochmoderne Fahrzeug als erste Wehr und dürfen es testen.“ Vorausgegangen ist eine Menge Arbeit, wie er sagt. „Wir haben ja im Sommer das Unternehmen Iveco Magirus überzeugen können, ein solches Fahrzeug nach Radeberg zu bringen und uns vorzustellen. Dann wurden die Förderanträge geschrieben. Glücklicherweise hatten wir Erfolg.“

Bessere Umweltbilanz als ein Diesel

Das Besondere an dem 14 Tonnen schweren Wagen ist der Motor. Er wird mit Erdgas betrieben. Laut Jochen Kress vom Hersteller Magirus erzeugt der Motor deutlich weniger Feinstaub und Kohlendioxid. Außerdem ist er leiser als ein Diesel. Mit dem 420 Liter komprimierten Erdgas hat der Wagen eine Reichweite von 250 Kilometern. Der Motor kann vier Stunden im Dauerbetrieb laufen. Der Antrieb mit Erdgas ist genauso sicher wie mit herkömmlichen Kraftstoffen, erklärt die Herstellerfirma.

Allerdings wird von den Radeberger Feuerwehrleuten eine Gegenleistung erwartet. Sie sollen herausfinden, ob sich der Gasantrieb im Alltag bewährt, ob die Mehrkosten von rund zehn Prozent gerechtfertigt sind. „Wir müssen einige Auflagen erfüllen und unsere Erkenntnisse sicher genau dokumentieren. Welche das genau sind, kann ich noch nicht sagen, die Unterlagen sind dazu noch nicht eingetroffen.“

Nach Angaben von Jürgen Wähnert wird der Kauf eines solchen Feuerwehrwagens jetzt europaweit ausgeschrieben. Dann erfolgt der Zuschlag, schließlich muss der Wagen gebaut werden. „Wir rechnen damit, dass er Ende nächsten Jahres in Radeberg eintrifft“, sagt Wähnert.

Weite Anfahrt zur Gastankstelle

Für die Stadt war neben der Notwendigkeit ein neues Löschgruppenfahrzeug anzuschaffen der moderne Gasantrieb ausschlaggebend. „Die Umweltbelastung sinkt, deshalb haben wir uns gemeinsam mit der Feuerwehr für dieses Fahrzeug ausgesprochen.“ Zum Tanken müssen die Feuerwehrleute allerdings nach Dresden fahren. Die nächste Gastankstelle ist 13 Kilometer entfernt. "Wir bekommen jedoch zum Fahrzeug einen Zusatztank geliefert, bestehend aus mehreren Gasflaschen.“

Jetzt muss die Anschaffung in den Doppelhaushalt der Stadt Radeberg aufgenommen werden. Das Papier wird derzeit erarbeitet. Der Stadtrat hat hier das letzte Wort. „Mit dieser hohen Förderung bekommen wir das Fahrzeug fast geschenkt, das gab es noch nie“, sagt Frank Höhme, der gleichzeitig Fraktionsvorsitzender von SPD/Linke/Grüne ist.

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