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Freigabe der S177 früher als gedacht

Für das Stück der S177 zwischen Radeberg und Leppersdorf war der 20. November als Eröffnungstermin im Gespräch. Jetzt können Autofahrer die Straße eher nutzen.

Von Thomas Drendel
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Die Markierung ist schon auf dem Asphalt zu sehen. Jetzt werden die Leitplanken montiert.
Die Markierung ist schon auf dem Asphalt zu sehen. Jetzt werden die Leitplanken montiert. © Sven Ellger

Radeberg. Autofahrer müssen derzeit Umleitungen in Kauf nehmen, wenn sie von Radeberg in Richtung Kamenz wollen. Wegen des Neubaus der S177 wurde die direkte Verbindung zwischen der Bierstadt und Leppersdorf gesperrt. Vor allem auf der engen Umleitungsstrecke über die Kleinröhrsdorfer Straße geht es oft nur im Schritttempo voran. Jetzt rückt der geplante Eröffnungstermin für die S177, der 20. November, näher. Wie es weitergeht.

Wann ist das neue Teilstück der S177 befahrbar?

Aufmerksame Radeberger haben die Fortschritte längst bemerkt. Auf dem Asphalt sind inzwischen die Fahrbahnmarkierungen aufgetragen worden und die Leitplanken werden montiert. In dieser Woche wurde auch die S177-Zufahrt in der Nähe des Radeberger Krankenhauses auf die ursprüngliche Fahrspur zurückverlegt.

Zuletzt war Sonnabend, der 20. November, als Freigabedatum genannt worden. Das ist auch zu schaffen, teilt das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) mit. Die Übergabe erfolgt sogar etwas früher als geplant. „Der Abschnitt Radeberg bis Leppersdorf kann voraussichtlich am Freitag, dem 19. November, im Laufe des Tages geöffnet werden“, sagt Franz Grossmann vom Lasuv. Eine genaue Uhrzeit, wann die Absperrgitter weggeräumt werden, nannte er nicht.

Welche Arbeiten müssen jetzt noch erledigt werden?

Laut Franz Grossmann stehen noch Restarbeiten an. So müssen noch Fledermausschutzzäune installiert werden. „Auch werden noch Beschilderung und Leitplanken komplettiert.“ Hinzu kommen Tätigkeiten in der Umgebung der Straße. So werden die Leiteinrichtungen für Frösche und andere Amphibien angebracht. Am Knotenpunkt in Radeberg werden zudem noch die Beschilderung und die Fahrbahnmarkierungen geändert. „Nach der Verkehrsfreigabe erfolgt im nächsten Jahr auch noch das Aufbringen der grünen Mittelmarkierung zwischen den Richtungsfahrstreifen. Dazu werden Einengungen von Fahrstreifen nötig“, so Grossmann.

Kommt es nach der Freigabe noch zu Verkehrseinschränkungen?

Das ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorgesehen, so das Lasuv. Jedoch soll es am Donnerstag noch eine Überprüfung des Abschnitts mit dem Verkehrsamt geben. Dabei wird letztlich über die Beschilderung entschieden. „Da es sich um eine Teilstrecke handelt, die vor Leppersdorf endet, wird es im Bereich der Abfahrt Leppersdorf planmäßig zu einer Herabsetzung der Geschwindigkeit kommen“, so Grossmann.

Was muss auf dem Abschnitt von Leppersdorf zur A4 noch erledigt werden?

Im weiteren Verlauf der neuen Trasse werden bereits die Asphaltschichten aufgetragen. Dann kommt die Fahrbahnmarkierung dran, Leitplanken werden installiert. Zusätzlich müssen Fledermausschutzwände errichtet werden. Wichtiger Baustein sind die Wirtschaftswege. Einige müssen noch angelegt, andere fertiggestellt werden.

Wann wird der gesamte Abschnitt freigegeben?

Das ist noch unklar. Laut Landesamt müsste die Finanzierung pünktlich erfolgen. Dann könnten die Bauarbeiten 2023 abgeschlossen werden und die gesamte Strecke freigegeben werden, also inklusive neuer Autobahnanbindung. Noch ist besonders nördlich der A4 viel zu tun. An der eigentlichen Straßentrasse ist erst wenig passiert. „Angestrebt wird ein Baubeginn im Frühjahr nächsten Jahres“, so das Lasuv. Der Bau der Hochwasserschutzanlagen in dem Bereich ist allerdings schon weit fortgeschritten.

Wie geht es bei Eschdorf weiter?

Wann die Abschnitte bei Wünschendorf und Eschdorf fertig werden, ist ebenfalls noch unklar. Allerdings sind hier schon einige Aufträge vergeben worden. Für den Abschnitt Rossendorf steht das Planungsverfahren laut Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) noch am Anfang. „Hier brauchen wir erst mal Baurecht. Wir sind noch im Planfeststellungsverfahren. Als Nächstes steht da der Erörterungstermin an. Da sind wir also noch in der Vorstufe“, sagte er.

Die S177 verbindet künftig die A17 bei Pirna mit der A4 bei Leppersdorf. In den vergangenen Jahrzehnten wurden Teile dieser Strecke zu einer Schnellstraße ausgebaut. Laut einer Statistik aus dem Jahr 2015 rollen täglich 7.200 Fahrzeuge durch Eschdorf und Wünschendorf, bis zu acht Prozent davon sind schwere Lkw. Eine Prognose geht von einem Anstieg des Verkehrs bis zum Jahr 2025 auf 14.500 Fahrzeuge pro Tag aus.