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Das plant Radebergs neuer Fußball-Cheftrainer

Eric Bachmann wäre im Winter fast nach Bautzen gewechselt. Nun übernimmt er in der Fußball-Landesklasse den Radeberger SV - und will selbst noch am Ball bleiben. Dabei brach er sich im Frühjahr die Kniescheibe.

Von Jürgen Schwarz
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Eric Bachmann, hier rechts im Bild im Großenhainer Dress, wird künftig in Radeberg als Spieler-Trainer die 1. Männer-Mannschaft anleiten.
Eric Bachmann, hier rechts im Bild im Großenhainer Dress, wird künftig in Radeberg als Spieler-Trainer die 1. Männer-Mannschaft anleiten. © Karl-Ludwig Oberthür

Radeberg. Der Radeberger SV geht in der Saison 2024/25 weiterhin in der Fußball-Landesklasse Ost an den Start. Trainiert wird die Mannschaft seit dem 1. Juli von Eric Bachmann. Der 35-Jährige folgt auf Paul Seifert, der zum Landesligisten FV Dresden 06 Laubegast wechselte.

Bachmann ist in der Region kein Unbekannter, spielte zwischen 2009 und 2012 für Budissa Bautzen und anschließend fünf Jahre für den Bischofswerdaer FV, ehe er 2017 zum Großenhainer FV kam. In der Röderstadt war der 1,82 Meter große Defensivspieler, der als Polizist in Dresden arbeitet, lange Zeit Kapitän, ehe der Rückzug des GFV aus der Landesliga 2023 für einen Wechsel zu Askania Schipkau in Brandenburg sorgte.

Herr Bachmann, wie kommt ein Fußballer von Askania Schipkau zu einem Wechsel in die Bierstadt?

Meine Frau Jana stammt aus Radeberg, wir haben 2016 unser Haus unweit des Sportplatzes gebaut und leben seitdem sehr glücklich als Familie dort. Unsere beiden Söhne Linus und Matteo spielen beim RSV, unseren Großen hatte ich in der Vergangenheit auch schon ein Jahr als Trainer begleitet. Somit bestand schon eine gewisse Verbindung zur sportlichen Leitung.

Wann wurde es konkret?

Mein Vorgänger Paul Seifert rief mich an, da er von meiner Knieverletzung gehört hatte, und sagte mir, dass er mich als seinen Nachfolger sieht. Ich habe mich dann mit Andre Marschner, dem Abteilungsleitern Fußball, getroffen und wir fanden schnell einen gemeinsamen Nenner.

Bei Schipkau fehlten Sie zuletzt in der Aufstellung. Was war passiert?

Ich hatte mir Anfang März im Punktspiel bei einem Zusammenprall die Kniescheibe gebrochen. Glücklicherweise hat mein Nachbar, Torsten Marx, einen sehr guten Draht zu Dr. Bartels in Halle in die Sportklinik. Dort wurde ich bereits drei Tage später operiert und arbeite seitdem an meinem Comeback. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an meine Familie, die mich speziell in den ersten Wochen nach der OP super unterstützt hat.

Sie haben insgesamt acht Jahre in Bautzen und Bischofswerda gespielt. Gibt es da noch Kontakte?

Ja, zu Torsten Marx und Stefan Richter habe ich noch sehr guten Kontakt. Im Winter wäre ich fast zu Budissa Bautzen gewechselt, dann wären die beiden meine Trainer gewesen. Leider wurde die Zusammenarbeit durch den Verein in sehr unschöner Art und Weise kürzlich beendet.

Sie haben 404 Oberliga- und Landesliga-Partien absolviert. Gibt es ein Spiel, welches Sie hervorheben würden?

Schwierig, vielleicht die Partie 2015 mit Schiebock bei Chemie Leipzig, als wir drei Spieltage vor Saisonende den Aufstieg in die Oberliga nahezu perfekt machten. Chemie war direkt hinter uns in der Landesliga-Tabelle und es war eine super Atmosphäre in Leutzsch. Ich schoss nach 44 Minuten das 1:0 und wir brachten das Ergebnis trotz mehr als 30 Minuten in Unterzahl über die Zeit. Es gab aber auch in Bautzen super Spiele, beispielsweise als wir RB Leipzig die erste Niederlage ihrer jungen Vereinsgeschichte in Markranstädt zufügten. Und die Derbys in Großenhain gegen Stahl Riesa waren immer sehr hitzige Duelle.

Kommen wir zum Radeberger SV. Werden Sie als Spieler-Trainer arbeiten?

Ja, ich möchte als Spieler-Trainer fungieren, dies ist sowohl für mich als auch die Mannschaft neu. Ich bin mir aber sicher, dass wir das zusammen erfolgreich meistern werden. Ich möchte mit meiner Erfahrung helfen, solange die Gesundheit es zulässt. Ich hoffe, dass ich spätestens Anfang September wieder spielen kann. Durch meine Verletzung konnte ich mir schon ein paar Spiele und Trainingseinheiten der Jungs ansehen. Das ist ein absolut eingeschworener „Haufen“ – imponierend.

Und der Kader?

Der hat sich nur punktuell verändert, wir haben mit Yannick Hartmann einen sehr schmerzhaften Abgang im Tor zu verzeichnen. Er wechselt zu Budissa und ich wünsche ihm maximalen Erfolg. Diese Lücke ist für uns schwer zu schließen, der Markt ist wahnsinnig umkämpft. Wir sind aber jetzt mit einem jungen Torhüter auf der Zielgeraden. Verlassen haben uns noch Tim Walter und Henry Hempel, die beide nach Wachau wechseln. Mit Felix Rudeck haben wir aus Weißig noch einen sehr guten und erfahrenen Mann dazubekommen, zudem ziehen wir einige Talente aus der A-Jugend hoch.

Wie sieht die Vorbereitung aus?

Wir starten am Dienstag, trainieren zweimal pro Woche, wie bisher. Testspiele bestreiten wir gegen Eintracht Dobritz, Großnaundorf, Askania Schipkau, den SC Borea und den Hartmannsdorfer SV Empor. Außerdem absolvieren wir im Stadtbad Radeberg ein kleines Bootcamp, wo die Jungs an einem Abend an ihre körperlichen Grenzen gebracht werden.