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Alles Fantotti, oder?

Der Ottendorfer Mühlenbäcker unterstützt mit einer originellen Spendenaktion den Dresdner Zoo. Kunden haben schon angebissen.

Robert Meyer, der Chef der Mühlenbäckerei in Ottendorf-Okrilla, spendet für die Orang-Utans im Dresdner Zoo. Jedes verkaufte Fantotti-Brot bringt 10 Cent Spendenerlös. Mit dabei BWL Studentin Claudia Reichert.
Robert Meyer, der Chef der Mühlenbäckerei in Ottendorf-Okrilla, spendet für die Orang-Utans im Dresdner Zoo. Jedes verkaufte Fantotti-Brot bringt 10 Cent Spendenerlös. Mit dabei BWL Studentin Claudia Reichert. © Marion Doering

Ottendorf-Okrilla. In diesen Tagen dreht sich beim Ottendorfer Mühlenbäcker eine Menge um Fantotti. Hinter diesem niedlich klingenden Namen verbirgt sich jedoch kein talentierter brasilianischer Kicker des örtlichen Fußballklubs, auch nicht ein italienischer Pizzabäcker, den es zwecks Weiterbildung über die Alpen in die Backstube des Unternehmens verschlagen hat. Vielmehr geht es um einen Elefanten. Einen der Marke „Och, ist der aber süß“.

Ein Elefant und ein Bäcker, passt das zusammen? Aber ja, meint der Geschäftsführer der Ottendorfer Mühlenbäcker GmbH, Robert Meyer. Schon alleine der positiven Eigenschaften wegen, die man mit einem Dickhäuter in Verbindung bringe, und die man auch auf das Unternehmen übertragen könne: Stärke. Vertrauen. Familiär. Der Elefant, der eigentlich mehr ein Elefantchen ist, heißt Fantotti und ist seit anderthalb Jahren das Maskottchen der Mühlenbäckerei.

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Robert Meyer mit dem Maskottchen "Fantotti" auf dem T-Shirt und dem dazugehörenden Brot.
Robert Meyer mit dem Maskottchen "Fantotti" auf dem T-Shirt und dem dazugehörenden Brot. © Archiv: Marion Doering

Mit seiner Hilfe will man in diesem Jahr den Dresdner Zoo unterstützen. Zwei Monate lang, im September und im Oktober, werden in den 25 Filialen des Ottendorfer Mühlenbäckers Brot und Brötchen für einen guten Zweck verkauft. Mit einem Teil des Erlöses soll das größte Bauprojekt in der Geschichte des 160-jährigen Zoos, der Bau des Affenhauses, ein klein wenig mit gefördert werden. Vom Verkaufspreis der Produkte bleiben zehn Cent für die Spendenaktion hängen. „Wer das elefantenstarke Brot unserer Bäckerei kauft, tut definitiv was Gutes für den Zoo“, so Geschäftsführer Meyer.

Stimmungsaufheller in der Corona-Zeit

Seit vielen Jahren schon veranstaltet der Ottendorfer Mühlenbäcker Spendenaktionen. Häufig ging das gespendete Geld an karitative Einrichtungen. An Krankenhäuser etwa, auch an Kitas und Heime. Aktionen, die gut ankommen und deutlich machen, „dass wir in der Region dort helfen wollen, wo Hilfe benötigt wird“, so Meyer. Dass ein Unternehmen wie der Ottendorfer Mühlenbäcker solche Aktionen durchführt, ja durchführen kann, ist auch ein Zeichen, dass das Handwerk in der Pandemie nicht so gebeutelt wurde wie andere Handwerksbereiche. Findet jedenfalls Roland Ermer.

Der Landesobermeister der Bäckerinnung „Saxonia“, seit zehn Jahren auch Präsident des Sächsischen Handwerkstages, weist darauf hin, dass die Branche in der Krise als systemrelevant eingestuft worden war. Dies habe den meisten Backbetrieben geholfen, so Ermer weiter. Das Backhandwerk in Sachsen habe die letzten anderthalb Jahre gut überstanden, da müsse man nicht klagen, so Ermer weiter.

Auf die Idee mit dem Maskottchen war man beim Ottendorfer Mühlenbäcker zu Beginn der Pandemie gekommen, erzählt Geschäftsführer Meyer. Da habe sich vieles ja nur noch um Corona gedreht. Die Ottendorfer wollen mit was Positivem dagegenhalten. „Wir dachten uns, dass so ein kleiner Elefant ein Stimmungsaufheller sein könnte“. Offenbar lagen sie damit richtig. „Unsere Kunden finden den toll“, sagt Meyer. Auch Claudia Reichert. Sie arbeitet dort, macht ein berufsbegleitendes Studium und hat ihre Bachelor-Arbeit dem Thema „Markenbildung in einer Bäckerei“ gewidmet. Von Fantotti ist sie derart begeistert, dass sie sogar einige Plüschelefanten genäht hat.

Mit dem Maskottchen wollen die Ottendorfer vor allem Kinder ansprechen. Denn die seien es ja oft, die ihre Eltern zu einem Besuch beim „Elefantenbäcker“ animierten, scherzt Robert Meyer. Den Dresdner Zoo zu unterstützen, dies habe sich angeboten, als man vom geplanten Bau des Affenhauses erfuhr, dem neuen Domizil für die Orang-Utans. Da stand für die Geschäftsleitung der Adressat der Spendenaktion schnell fest. „Wäre schön, wenn wir einen hohen vierstelligen Betrag zusammenbekämen“, so Meyer.
Derzeit gibt es beim Ottendorfer Mühlenbäcker Überlegungen für eine weitere, intensivere Kundenbindung. Nicht auszuschließen, dass man in den Filialen demnächst nicht nur Backwaren erwerben kann, sondern auch Fantotti-Plüschelefanten.

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