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Feldschlößchen: Weiter Weg zur Wahlurne

Einwohner aus Feldschlößchen müssen im benachbarten Wachau ihre Stimme bei der Wahl abgeben. Seit Jahren ist kein geeigneter Raum zu finden.

Einwohner von Feldschlößchen müssen für die Stimmabgabe zur Bundestagswahl im September ins benachbarte Wachau fahren.
Einwohner von Feldschlößchen müssen für die Stimmabgabe zur Bundestagswahl im September ins benachbarte Wachau fahren. © Symbolbild/dpa/Bodo Schackow

Wachau. Am Wahlsonntag im September 2021 mal schnell um die Ecke und die Kreuzchen machen? In Feldschlößchen ist das nicht möglich. Es wird kein Wahllokal geben. Das hat jetzt der Wachauer Gemeinderat beschlossen. Die Einwohner müssen die zwei bis drei Kilometer bis ins benachbarte Wachau fahren oder einen Spaziergang unternehmen.

Die Wahlbezirke Wachau und Feldschlößchen werden zusammengelegt. Das gemeinsame Wahllokal befindet sich im Sitzungssaal des neuen Gemeindezentrums Wachau. Diese Regelung gilt für dieses Jahr.

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Rund zehn Jahre lang hatte in Feldschlößchen ein extra Wahllokal geöffnet, egal ob zu Kommunal-, Landtags- oder Bundestagswahlen. Doch für die Gemeinde wurde es schlichtweg zu teuer extra Container aufzustellen. Das waren jeweils zwei Stück, plus einer mit Toiletten für Frauen und für Männer. Schließlich verbringen die Wahlhelfer den ganzen Sonntag in dem Wahllokal.

Dass die Gemeinde überhaupt zur Container-Variante greifen musste, ist dem Umstand geschuldet, dass es in Feldschlößchen keinen geeigneten Raum für ein Wahllokal gibt. Weder ein Gasthof noch eine Schule, ein Kindergarten oder ein leerstehendes Geschäft waren trotz Suche der Gemeinde zu finden.

Hohe Kosten durch Wahl-Container

Pro Wahl hat die Containerlösung die Gemeinde jedes mal rund 5.000 Euro gekostet. Bei circa 500 wahlberechtigten Einwohnern waren das zehn Euro pro Kopf. Man habe auch schon einmal darüber nachgedacht, die Container zu kaufen, sagte Bürgermeister Veit Künzelmann (CDU). Doch die Idee hat sich nicht durchgesetzt. Nach dem Ausfall von Gewerbesteuern in Millionenhöhe und dem daraus entstandenen Loch in der Gemeindekasse, kann und will sich Wachau das nicht mehr leisten. Rein juristisch ist die Zusammenlegung der Wahlbezirke Feldschlößchen und Wachau kein Problem.

Laut Gesetzgeber wird keine Maximalentfernung zwischen Wohnung und Wahllokal vorgegeben. Der Weg muss lediglich angemessen sein. Umorientieren müssen sich auch die Leppersdorfer. Ab diesem Jahr zieht ihr Wahllokal ebenfalls um. Allerdings nicht ganz so weit. Nach Angaben der Gemeinde wird künftig im Dorfgemeinschaftshaus an der Alten Hauptstraße gewählt. Zuvor war die Grundschule Wahllokal.

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