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Dresdner Firma übernimmt Großprojekt in Radeberg

Im Stadtzentrum sollen mehr als 100 Wohnungen entstehen. Im Erdgeschoss könnte eine Kita öffnen.

Neben dem Mietshaus an der Ecke Pulsnitzer Straße/An den Leithen im Radeberger Stadtzentrum befindet sich noch eine große Freifläche. Hier entsteht ein Gebäude mit mehr als 100 Wohnungen.
Neben dem Mietshaus an der Ecke Pulsnitzer Straße/An den Leithen im Radeberger Stadtzentrum befindet sich noch eine große Freifläche. Hier entsteht ein Gebäude mit mehr als 100 Wohnungen. © René Meinig

Radeberg. Zuletzt hatte das wohl prägendste Gebäude in der Radeberger Innenstadt grünes Licht vom Stadtrat bekommen. Mit großer Mehrheit stimmten die Räte für den Bau eines mehrstöckigen Wohnkomplexes an der Ecke Pulsnitzer Straße/An den Leithen. Jetzt ist klar, der bisherige Investor wird das Vorhaben nicht zu Ende führen.

Eine der größten Immobilienfirmen Dresdens, die Ventar AG, hat das Großprojekt übernommen. „Wir werden die Planungen jetzt weiter vorantreiben“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende der Ventar, Uwe Herrmann. Nach seinen Angaben wird ein Dresdner Architekturbüro detaillierte Pläne für das hufeisenförmige Gebäude auf dem Gelände des ehemaligen Reißwerkes ausarbeiten.

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Klar ist schon jetzt, dass sich das Vorhaben in etlichen Punkten von den zuletzt bekannten Entwürfen unterscheiden wird. „Bisher waren auch an der Pulsnitzer Straße Balkone vorgesehen. Die wird es nicht geben“, sagt er. „An dieser viel befahrenen Straße ist die Lärmbelastung zu groß. Die Balkone werden von der Straßenseite in den ruhigen Innenhof verlegt“, sagt Milan Sormaz. Er ist bei der Ventar für dieses Projekt zuständig.

Wohnungen sind bis zu 140 Quadratmeter groß

An der Gebäudeseite zur Pulsnitzer Straße plant das Unternehmen, Laubengänge anzulegen. „Sie sind verglast. Über sie gelangen die Bewohner von den Aufgängen mit dem Lift zu ihren Wohnungen. So erreichen wir, dass sich an der Straßenseite keine Wohnräume befinden. Eine Lärmbelastung wird es deshalb nicht geben“, sagt Sormaz.

Insgesamt wird es in dem fünfstöckigen Gebäude 105 Wohnungen geben. Sie haben eine Größe zwischen 50 und 140 Quadratmetern mit zwei bis vier Zimmern. Sie werden vermietet. Im Erdgeschoss soll es Gewerberäume geben. „Denkbar ist, hier eine Kita unterzubringen. Betreuungsplätze sind ja in Radeberg knapp. Der Kita-Spielplatz würde dann in einiger Entfernung in Richtung der Kleinen Röder entstehen. Den könnten die Kinder erreichen, ohne eine Straße überqueren zu müssen.“ Möglich wäre aber auch, eine ambulante Pflege oder eine ähnliche Einrichtung einziehen zu lassen, so der Ventar-Mitarbeiter.

Derzeit prüft der Investor, ob es möglich ist, eine doppelstöckige Tiefgarage anzulegen. „Dazu wird es demnächst Bohrungen geben, ein Gutachten wird angefertigt.“ Die Stellplätze werden für die Mieter bereitgestellt. Aber auch Bewohner umliegender Häuser sollen sie nutzen können. Die Zufahrt wird in der Kurve am Beginn der August-Bebel-Straße angelegt. Hier wird die Straße verbreitert, und es wird für die Bewohner des neuen Hauses eine Linksabbieger-Spur eingerichtet.

Ende dieses Jahres, Anfang nächsten Jahres sollen die Planungen fertiggestellt sein, dann will die Ventar den Bauantrag stellen. „Läuft alles ohne Probleme ab, könnte in etwa einem Jahr die Baugenehmigung vorliegen. Anschließend könnte mit den eigentlichen Arbeiten begonnen werden“, sagt Uwe Herrmann.

Zu den Gründen, dieses Großprojekt zu übernehmen, sagt er: „Radeberg ist eine begehrte Stadt. Die Verkehrsverbindungen sind sehr gut und werden durch die Fertigstellung der S177 noch besser. Die Autobahnen A4 und A17 werden dann schnell erreichbar.“

Radeberg hat zudem eine Bahnverbindung nach Dresden. Durch die Heide ist jeder schnell in der Landeshauptstadt. Die Ventar hat in Dresden unter anderem Wohnanlagen an der Reisewitzer Straße mit 42 Wohnungen und ein Gebäude an der Bautzener Straße mit 72 Wohnungen errichtet. Das Unternehmen engagiert sich besonders in der denkmalgerechten Sanierung. So wurden unter anderem Schloss Weißtropp mit 19 Wohnungen hergerichtet oder die ehemalige Möbelfabrik Hengst mit 42 Wohnungen in Pirna.

In Radeberg ist die Nachfrage nach Wohnungen hoch. Mehrere Wohnhäuser werden derzeit in der Innenstadt gebaut oder sind geplant. So entstanden an der Otto-Bauer-Straße mehrere Gebäude. Erste Mietverträge waren unterschrieben, bevor auch nur eine Werbeanzeige geschaltet wurde. Die Mietpreise zogen an. Neun Euro pro Quadratmeter Kaltmiete und mehr wurden an der Otto-Bauer-Straße verlangt, was aber noch unter den Preisen in Dresden liegen soll.

Bei neu gebauten Eigentumswohnungen ist zuletzt der Preis auch immer weiter gestiegen. So wurden in der im vergangenen Jahr fertiggestellten Anlage an der Langbeinstraße 3.400 Euro pro Quadratmeter ausgewiesen. Dennoch war die Nachfrage hoch.

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