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Dutzende Schilder in der Dresdner Heide zerstört

Der Täter betreibt dabei großen Aufwand. Jetzt ermittelt die Polizei.

Mal werden Wegweiser mit Plastikschildern überklebt, mal Landkarten auf Info-Tafeln geschraubt: Michael Weiser (li.) und Manfred Neises halten zerstörte Schilder aus der Dresdner Heide in den Händen. Beide kümmern sich ehrenamtlich um die Ausschilderu
Mal werden Wegweiser mit Plastikschildern überklebt, mal Landkarten auf Info-Tafeln geschraubt: Michael Weiser (li.) und Manfred Neises halten zerstörte Schilder aus der Dresdner Heide in den Händen. Beide kümmern sich ehrenamtlich um die Ausschilderu © Sven Ellger

Radeberg. Manfred Neises und Michael Weiser stehen vor einem Rätsel. In der Dresdner Heide werden zunehmend Wegweiser und Informationstafeln beschädigt. „Das geht schon seit Jahren so, in den vergangenen Wochen hat es jedoch stark zugenommen“, sagt Manfred Neises. Er ist beim Freundeskreis Heimatgeschichte Lausa-Weixdorf und kümmert sich ehrenamtlich um die Beschilderung in der Heide und umliegende Gegenden.

Was den oder die Täter antreibt, ist völlig unklar. „Einmal werden Flyer, die wir beispielsweise am Großteichdamm in Weixdorf auslegen, von den Unbekannten mitgenommen, dann in eine Folie eingeschweißt und schließlich auf bestehende Schilder in der Heide geschraubt. Auf den ursprünglichen Schildern ist nichts mehr zu lesen“, sagt er.

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Außerdem sind mittlerweile drei größere Informationstafeln gestohlen worden. „Sie werden aufwendig von der AWO in Radeberg angefertigt. Das ist sehr ärgerlich.“ Zusätzlich werden Spaziergänger, Radfahrer und Wanderer bewusst in die Irre geführt. „Der Täter montiert bestehende Wegweiser ab, zersägt sie teilweise und schraubt sie an anderer Stelle wieder an“, sagt auch Michael Weiser. Er ist Wanderleiter im Dresdner Wander- und Bergsteigerverein und kümmert sich ebenfalls um die Ausschilderung der Wege in der Heide.

Unbekannte fertigen teils falsche Wegweiser an. Die werden dann auf bestehenden Schildern angebracht.
Unbekannte fertigen teils falsche Wegweiser an. Die werden dann auf bestehenden Schildern angebracht. © Sven Ellger

Offenbar vom Täter selbst angefertigte Hinweisschilder werden auf bestehende Wegweiser geschraubt. „Die Angaben darauf stimmen oft nicht“, so Manfred Neises. „Wer sich nicht auskennt, läuft in die falsche Richtung.“ Auch Revierförster Heiko Zuppke ist über die Aktionen des Unbekannten empört. „Teilweise werden die Schilder mit langen Schrauben direkt an den Bäumen befestigt. Das kann ihnen schaden“, sagt er. „Mit großem Aufwand werden die Wegweiser von den Helfern angebracht. Dann werden sie von Unbekannten systematisch zerstört. Das kann nicht sein“, sagt er.

Die Schäden treten in der Heide besonders im Prießnitztal und zwischen Heidemühle und Weißer Hirsch auf. Aber auch zwischen dem Sauerbusch bei Weixdorf und dem Hermsdorfer Park tauchen die falschen Wegweiser auf und es wurden Schilder beschädigt. Manfred Neises und Michael Weiser vermuten, dass der oder die Täter mit Akribie vorgehen. „Sie müssen Werkzeug dabeihaben. Wahrscheinlich einen Akkuschrauber. Ohne ein solches Gerät sind die langen Schrauben so schnell nicht in das Holz zu bekommen“, sagt Manfred Neises.

Außerdem muss er sich gut tarnen. „Vermutlich ist er zu Zeiten unterwegs, wo noch nicht viele Spaziergänger oder Radfahrer in der Heide anzutreffen sind, eventuell bei schlechtem Wetter oder frühmorgens oder abends. Vielleicht hat er sein Werkzeug auch in einem Rucksack dabei“, sagt Michael Weiser. Ein Motiv kann er nicht erkennen. „Mal verwendet er unsere Flyer, vielleicht um die Passanten zu informieren, mal leitet er sie aber auch in die Irre, dann zerstört er Wegweiser. Das widerspricht sich alles.“

Jetzt ermittelt die Polizei wegen Sachbeschädigung. „Bislang sind uns mehr als ein Dutzend Fälle aus den Bereichen Weixdorf, Marsdorf, Langebrück, Hermsdorf und Liegau-Augustusbad bekannt“, heißt es in einer Mitteilung. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Täter per Fahrrad unterwegs waren und Werkzeug dabei hatten. Gesucht werden Zeugen. Jeder, der in den vergangenen Wochen verdächtige Personen bemerkt hat, wird gebeten, sich zu melden. Hinweise nimmt die Polizeidirektion Dresden unter der Rufnummer (0351) 483 22 33 entgegen.

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