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Es ist Weinzeit: Langebrücker Winzer lädt ein

Am Wochenende öffnen sächsische Winzer ihre Tore, Keller und Flaschen. Mit dabei ist auch der Langebrücker Stefan Bönsch.

Stefan Bönsch öffnet sein Weingut am Wochenende für Besucher.
Stefan Bönsch öffnet sein Weingut am Wochenende für Besucher. © Steffen Unger

Langebrück. Dass Winzer ein ziemlich ausgeprägtes Verhältnis zum Wetter haben müssen, versteht sich eigentlich von selbst. Denn um einen qualitativ herausragenden Wein zu bekommen, gleich, ob Rot, Weiß oder Rosé, muss sich das Wetter im Laufe eines Jahres in Top-Form präsentieren. Angemessene Regenmenge, viel Sonne, kein oder nur wenig Schädlingsbefall. Da sollte in diesen Tagen, vor der Mitte September beginnenden Lesezeit, auch in den hiesigen Breiten möglichst oft die Sonne scheinen. Das tut sie bloß nicht. Vielmehr regnet es in vielen Teilen Sachsens in Strömen. Was den Winzern logischerweise nicht gefällt. Auch Stefan Bönsch nicht.

Er erzählt, dass er ob der Regenmengen in den vergangenen Wochen 20 Prozent mehr Reben als in den Jahren zuvor habe. Aber wenn es weiter in Strömen gieße, schade das dem Weinstock sehr, so der Langebrücker Winzer. Er hofft darauf, dass sich die Wetterbedingungen am Wochenende in einer besseren Verfassung präsentieren werden. Denn schließlich öffnen am 28. und 29. August die sächsischen Winzer ihre Tore, Keller und Flaschen. Zum 22. Mal findet der Tag des offenen Weingutes in der Region statt, zu dem mehr als 40 Weingüter, Strauß- und Besenwirtschaften in Sachsen zu Verkostungen, Weinbergwanderungen und Musikevents einladen.

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"Wir müssen Präsenz zeigen"

Auch Andreas Kretschko baut Wein an. "Ich freue mich endlich, meine Kundschaft und die Winzerkollegen wieder sehen zu können", sagt er. Der Winzer hatte bis vor einigen Monaten seinen Betrieb noch in Liegau-Augustusbad. Aber er sei nun „komplett nach Radebeul“ umgezogen. Kretschko wie Bönsch verbinden mit dem Weingut-Wochenende einige Erwartungen. So findet der Ex-Liegauer, dass die Veranstaltung in der Corona-Zeit eine sei, in der man unbedingt Präsenz zeigen und auf die guten Weine hinweisen müsse, die man habe.

Klar sei auch, dass „ich angespannt auf den Herbst blicke, auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft, so es denn hoffentlich auch stattfindet“, so der Winzer weiter. Es wisse ja niemand, wie sich die Pandemie entwickele. Bönsch wäre froh, wenn es am Wochenende trocken bliebe, so der Winzer, dessen kleiner Betrieb des Öfteren ausgezeichnet wurde, zuletzt von Deutschlands bekanntestem Weinführer „Vinum Weinguide“ zu Sachsens Weingut des Jahres 2020. In diesem Falle rechne er mit zahlreichen Besuchern in seinem Wein-Ausschank.

Für die beiden Tage hat er eigens den aus Leipzig stammenden Grillcoach Oli engagiert. Der soll nicht nur das Publikum bewirten, sondern den Gästen auch Tipps für die heimischen Grillpartys mit auf den Heimweg geben. Und klar, auch die obligatorische Kellerführung steht bei ihm auf dem Programm.

Dieses Jahr werden es rund 8.000 Flaschen

Mit gut 490 Hektar Rebfläche - einschließlich der zum Anbaugebiet gehörenden kleinen Flächen in Brandenburg und Sachsen-Anhalt - zählt Sachsen zu den kleinsten der 13 deutschen Weinanbaugebiete. Nach Angaben des Weinbauverbandes profitiert das Elbland in diesen Corona-Zeiten vom Trend zum Urlaub in heimischen Gefilden. Besucher aus etlichen Teilen der Republik dürften am Wochenende sicher die Gelegenheit für einen Blick in die sächsischen Weinberge nutzen.

Wenn der Langebrücker Bönsch, der drei Weinlagen bewirtschaftet und dessen Betrieb mit rund zwei Hektar Rebfläche zu den kleinen in Sachsen gehört, an das vergangene Jahr mit den Lockdowns zurückblickt, dann auch, weil er, wie so mancher seiner Kollegen, in dieser Zeit oft von Existenzängsten geplagt wurde. Verbunden mit der Angst, die jeder Winzer bis zu den Eisheiligen Mitte Mai durchmacht. Ob Nachtfröste die jungen Kulturen vernichten. Aber gegenwärtig schaut der Langebrücker optimistischer nach vorn. Auch, weil es sich die Menschen wieder gut gehen lassen. Heißt: Für etliche Weinliebhaber gehört ein guter Tropfen aus sächsischer Produktion mittlerweile zum Lebensgefühl.

In diesem Jahr wird der Langebrücker Winzer rund 8.000 Flaschen in den Verkauf stellen. Mehr gehe nicht, angesichts seiner überschaubaren Anbaufläche, so der Winzer, der sich darauf freut, am Wochenende in seiner geschmackvoll eingerichteten Gastschänke mit den Besuchern anstoßen zu können. Auf einen goldenen Oktober, auf eine gute Ernte.

Tag des offenen Weinguts

45 Weingüter, Strauß- und Besenwirtschaften beteiligen sich am Tag des offenen Weingutes am 28. und 29. August 2021. Mit dabei sind z.B. Schloss Proschwitz, die Weinkellerei Tim Strasser, der Winzer Stefan Bönsch aus Langebrück, Schloss Wackerbarth, das Weingut Drei Herren, die Winzerei Paradiesberg und viele andere bekannte Winzer aus der Region.

Tag des offenen Weinguts

Geboten werden an diesem Wochenende u.a Weinverkostungen, deftige Winzerimbisse, Einblicke in historische und moderne Weinkeller, Vorführung modernster Technik sowie informative und unterhaltsame Weinbergführungen. Aufgrund der Wettervorhersage kann es an den beiden Tagen zu Programmänderungen kommen.

Tag des offenen Weinguts

Für die Besucher stehen auch Shuttle-Busse zwischen Diesbar-Seußlitz und Radebeul zur Verfügung. Diese verkehren bis in die späten Abendstunden. Der Tagesticketpreis beträgt 8 Euro, darin enthalten ist auch die Fährüberfahrt zwischen Diesbar-Seußlitz und Niederlommatsch.

Tag des offenen Weinguts

Für die Besucher stehen auch Shuttle-Busse zwischen Diesbar-Seußlitz und Radebeul zur Verfügung. Diese verkehren bis in die späten Abendstunden. Der Tagesticketpreis beträgt 8 Euro, darin enthalten ist auch die Fährüberfahrt zwischen Diesbar-Seußlitz und Niederlommatsch.

Tag des offenen Weinguts

Der nächste Tag des offenen Weingutes findet am 27. und 28. August 2022 statt.

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