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Barfuß durch den Schnee

Mädchen und Jungen des AWO-Kinderhauses Wachau waren am Dienstag besonders mutig. Warum das in der Kita keine einmalige Aktion war.

Dick eingepackt aber mit nackten Füßen liefen Kinder des AWO-Kinderhauses am Dienstag durch den Garten. Offenbar war die Freude groß.
Dick eingepackt aber mit nackten Füßen liefen Kinder des AWO-Kinderhauses am Dienstag durch den Garten. Offenbar war die Freude groß. © Silke Thuß

Wachau. Außentemperaturen um den Gefrierpunkt, dazu zehn Zentimeter Neuschnee: Am Dienstag, als sich andere lieber hinter den Ofen verkrochen, hieß es für die Mädchen und Jungen des AWO-Kinderhauses Wachau auf nach draußen und zwar barfuß. „Die Kinder waren zuerst neugierig, aber auch skeptisch“, berichtet Erzieherin Silke Thuß. Schließlich passiert das nicht alle Tage, ohne Schuhe und Strümpfe durch Schnee zu stapfen.

Tapfer meisterten die Kleinen aber die Schritte. „Wir haben ihre Füße gleich wieder in dicke Socken gesteckt. Bei allen Kindern waren die Zehen warm. Abschließend machten wir noch eine Fußgymnastik“, sagt die Erzieherin. „Schnee ist ein äußerst wirksames Mittel zur Stärkung der Abwehrkräfte und senkt die Infektanfälligkeit.“

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Das war nicht etwa eine einmalige Aktion in der Kita. Die Erzieher arbeiten nach den Lehren von Sebastian Anton Kneipp und der hat ja die Anregung des Immunsystems unter anderem mit kaltem Wasser propagiert. Seine Lehre umfasst bekanntlich die fünf Elemente: regelmäßige Wasseranwendungen, gesunde Ernährung, Kräuterwissen, viel Bewegung und eine feste Lebensordnung.

Lange über Kneipp-Konzept diskutiert

Bei der Einführung des Konzepts vor mehreren Jahren wurde lange mit den Eltern diskutiert, auch darüber, ob eine separate Sauna errichtet werden sollte. Fachleute wurden gehört, Erzieher besuchten mehrere Lehrgänge. Schließlich waren alle begeistert, das Konzept wurde umgesetzt und eine Sauna gebaut.

Die Kosten von rund einer viertel Million Euro hatte die Gemeinde damals zum überwiegenden Teil selbst bezahlt. Laut Bürgermeister Veit Künzelmann (CDU) zeigt die Statistik, dass die Erkältungskrankheiten der im Kinderhaus betreuten Mädchen und Jungen geringer sind, als bei Kindern in anderen Einrichtungen.

Also, auch wenn die Runde im Schnee für die Knirpse sicher etwas Außergewöhnliches war, ihre Abwehrkräfte waren schon zuvor gut trainiert worden und das kann ja in Zeiten von Corona nur gut sein. (SZ/td)

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