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Kritik am Winterdienst in Radeberg

Anwohner beklagen schlecht geräumte Gehwege und Straßen. Die Stadtverwaltung weist das zurück und sieht auch Hauseigentümer in der Pflicht.

Fußgänger und Autofahrer in Radeberg sehen Mängel beim Winterdienst.
Fußgänger und Autofahrer in Radeberg sehen Mängel beim Winterdienst. © Symbolfoto: Thorsten Eckert

Radeberg. Die Schneeberge an den Straßenrändern tauen langsam weg, doch in den vergangenen Tagen haben sie für reichlich Ärger in Radeberg gesorgt. Straßen und Gehwege seien zu schlecht geräumt worden, besonders Mütter mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrer seien kaum durch die Stadt gekommen. Auch für Autofahrer sei es teils schwierig gewesen. So berichtet der ehemalige Stadtrat Wolfgang Seifert von Problemen auf der Haupt-, der Ober- und der Dr.-Rudolf-Friedrichs-Straße. „Es gibt beräumte, aber auch viele ungeräumte Gehwege in der Stadt. Ich habe einen Rollstuhlfahrer begleitet. Er wäre ohne Hilfe nicht über die Straße gekommen", sagt Seifert. "Selbst Frauen mit Kinderwagen blieben stecken." Sie hätten ihren Wagen drehen und ziehen müssen, um voranzukommen. „Der Zustand der Wege war ein Ärgernis“, sagt er.

Anwohner: Straße wird tagelang nicht geräumt

Auch Ralph Zschaler und andere Anwohner der Käthe-Kollwitz-Straße in Radeberg sind mit dem Räumdienst unzufrieden. „Nach Schneefällen wird manchmal unsere Straße tagelang nicht geräumt. Dann kommt man mit dem Auto kaum durch. Selbst Fußgänger haben dann ihre Probleme“, sagt er. Wenn, dann würde manchmal nur einspurig geschoben. Begegnen sich zwei Autos, könne man nicht ausweichen und Stellplätze seien auch keine vorhanden, sagt der Radeberger. „Vor Kurzem ist eine Kiste mit Streusand komplett vom Schneepflug zugeschoben worden. Ich habe das Gefühl, die Organisation des Winterdienstes könnte generell verbessert werden.“

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Stadtsprecher Jürgen Wähnert weist die Kritik am Winterdienst zurück. „Die Straßen werden regelmäßig geräumt. Die Kollegen vom Stadtwirtschaftshof sind jeweils in den frühen Morgenstunden ab 4 Uhr unterwegs. Sie können natürlich nicht überall gleichzeitig sein“, sagt er.

Geräumt werden nach seinen Angaben erst die wichtigen Straßen, auf denen viel Verkehr herrscht, wo Busse fahren oder an denen wichtige Einrichtungen wie Kindergärten liegen. Anschließend kommen weniger befahrene Anliegerstraßen dran. „Die Straßen sind in die Prioritäten A und B unterteilt. Welche in die jeweilige Kategorie gehört, ist auf der Internetseite der Stadt nachzulesen.

Stadt: Zwei Trupps schaufeln Übergänge frei

Das Problem mit der zugeschobenen Streukiste ist ihm bekannt. „Das ist einem Kollegen unbeabsichtigt passiert. Normalerweise werden diese Behälter von den Kollegen frei gehalten und regelmäßig gefüllt. Die Kiste an der Kollwitzstraße ist inzwischen auch wieder freigeräumt und kann genutzt werden. Das war ein Versehen.“

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Zur Kritik an schlecht geräumten Fußwegen verweist Jürgen Wähnert auf Haus- und Grundstückseigentümer. Sie sind für die Gehwege vor den Grundstücken verantwortlich. "Das ist in der städtischen Satzung zur Räum- und Streupflicht nachzulesen.“ Mitarbeiter des Stadtwirtschaftshofes würden Straßenübergänge beispielsweise an Ampeln oder an Verkehrsinseln frei halten. „Dazu sind zwei Trupps in der Stadt unterwegs. Ihnen ist es nicht möglich beispielsweise an Straßen alle 50 Meter einen Überweg zu schaffen.“ Außerdem könne es vorkommen, dass freigeschaufelte Lücken vom Schneepflug wieder zugeschoben werden. „Die Kollegen versuchen, das Problem zu vermeiden, doch auch hier gilt: Sie können nicht überall gleichzeitig sein.“

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