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Große Pläne für die Hüttermühle

Das beliebte Ausflugslokal in Radeberg liegt seit Jahren im Dornröschenschlaf. Jetzt soll der Neustart gelingen. Was der Investor vorhat.

Vor zehn Jahren schloss die Gaststätte in der Hüttermühle in Radeberg. Jetzt verkauft die Stadt die Immobilie.
Vor zehn Jahren schloss die Gaststätte in der Hüttermühle in Radeberg. Jetzt verkauft die Stadt die Immobilie. © Archivfoto: Steffen Unger

Radeberg. Angesichts des Wetters und der Corona-Beschränkungen kaum vorstellbar: entspannt auf der Terrasse einer Gaststätte sitzen und leckere Speisen und ein kühles Radeberger genießen. Makhan Singh will aber genau das wahr werden lassen. Der Inhaber des Restaurants Panjabi in Radeberg plant, die Hüttermühle wiederzubeleben.

Die Stadt Radeberg hatte das historische Gebäude zum Verkauf oder zur Erbbaupacht ausgeschrieben. Der Preis für das Grundstück beträgt mindestens 120.000 Euro. Dafür erhält der Käufer ein Areal von einer Größe von knapp 11.500 Quadratmetern plus Mühlengebäude und einigen Anbauten. Ein Angelteich befindet sich ebenfalls auf der Fläche. Die Lage ist ideal. Vom Schloss Klippenstein sind es nur wenige Gehminuten. Entlang der Großen Röder bieten sich ausgedehnte Spaziergänge an.

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Teure Sanierung notwendig

Allerdings ist die Mühle, die nach Angaben der Stadt etwa in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut wurde, stark sanierungsbedürftig. Schätzungsweise eine Million Euro muss insgesamt in den Ausbau gesteckt werden. Es gibt keinen Anschluss an die Kanalisation, lediglich eine Kleinkläranlage ist in Betrieb.

Außerdem macht es die Stadt zur Bedingung, dass der Hüttertalverein in dem Gebäude sein Domizil behalten kann. Eine „gastronomische Grundversorgung“ für Wanderer und Besucher ist ebenfalls zu sichern, heißt es im Ausschreibungstext.

Makhan Singh will das Haus trotz des schlechten Bauzustandes übernehmen. „Die Lage ist herrlich. Direkt an einem Fischteich, die Große Röder ist nur wenige Meter entfernt. In nur wenigen Minuten ist man vom Radeberger Marktplatz hier und kann die Ruhe genießen.“

Biergarten mit 100 Sitzplätzen vorgesehen

Der Radeberger strebt einen Erbbaupachtvertrag an. Zunächst ist der Ausbau eines Teils des Gebäudes zu einem Gastraum geplant. Davor, unmittelbar am Teich, ist ein Biergarten geplant. „Von hier haben die Besucher einen schönen Blick über das Wasser. Wenn es möglich ist, werde ich auch Boote zum Verleih anbieten. Nach einer Runde über den Teich können die Besucher auf der Terrasse einkehren.“

Der Biergarten soll zunächst eine Größe von 600 Quadratmetern haben, er wäre erweiterbar. Rund 100 Sitzplätze sind vorgesehen. Der Gastraum wird mit 150 Quadratmetern geplant. Über große Flügeltüren sollen Innen- und Außenbereich verbunden werden. Angeboten werden gutbürgerliche sowie indische Küche und Pizzen.

Spielplatz mit Streichelzoo

Nach der Sanierung des eigentlichen Mühlengebäudes plant Makhan Singh, dort unter anderem Ferienwohnungen einzurichten. „Platz wäre für drei Appartements. Außerdem wollen wir Räume für Workshops oder Seminare anbieten. Darüber hinaus werden meine Familie und ich in das Haus einziehen.“

Wichtig ist ihm die Zusammenarbeit mit Radeberger Vereinen. „Der Hüttertalverein wird weiterhin hier sein Domizil haben. Wir wünschen uns auch eine Zusammenarbeit mit dem Anglerverein, mit der Radeberger Radtouristik, dem Verein Holz-Kreativ-Gestalten, dem Radeberger Sportverein und vielen anderen“, sagt Singh.

Als kulturelle Veranstaltungen kann er sich kleine Musikkonzerte, Töpferkurse, Bogenschieß- und Bogenbaukurse oder auch geführte Wanderungen durch das Tal vorstellen. Für die jüngsten Besucher soll ein Spielplatz mit einem kleinen Streichelzoo eingerichtet werden.

Der Fischteich vor der Hüttermühle wurde um das Jahr 1900 eifrig zum Schlittschuhlauf genutzt, wie diese historische Postkarte aus der Sammlung Schloss Klippenstein zeigt.
Der Fischteich vor der Hüttermühle wurde um das Jahr 1900 eifrig zum Schlittschuhlauf genutzt, wie diese historische Postkarte aus der Sammlung Schloss Klippenstein zeigt. © Sammlung Schloss Klippenstein

Der Investor rechnet mit rund 40 Besuchern an Wochentagen und 150 Gästen an Wochenenden und Feiertagen. Der Gasthof soll das ganze Jahr über geöffnet bleiben, in den Wintermonaten allerdings nur an den Wochenenden. Makhan Singh ist davon überzeugt, dass sein Konzept aufgeht.

Entschieden ist allerdings noch nichts. Der Stadtrat wird voraussichtlich auf seiner Sitzung Ende Januar über die Immobilie diskutieren. Ob dabei bereits der Zuschlag erteilt wird, ist unklar.

Die Hüttermühle wurde bis 2010 bewirtschaftet. Dann gaben die Wirtsleute Walter das Geschäft auf. Mit dem Neubau der Brücke über die Große Röder kann die Mühle jetzt wieder von großen Fahrzeugen angesteuert werden, eine Grundvoraussetzung für die Sanierung der Hüttermühle.

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