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Gelingt endlich der Verkauf der Hüttermühle?

Radeberg fordert eine zusätzliche Sicherheit vom Investor. Der Interessent hat bereits Pläne für die Weihnachtszeit.

Die Hüttermühle an der Großen Röder bei Radeberg liegt seit Jahren im Dornröschenschlaf. Jetzt soll sie verkauft werden.
Die Hüttermühle an der Großen Röder bei Radeberg liegt seit Jahren im Dornröschenschlaf. Jetzt soll sie verkauft werden. © Archiv: Steffen Unger

Radeberg. Knapp ein Jahr ist es her, dass Radeberg die Hüttermühle zum Verkauf ausgeschrieben hatte. Jetzt ist der ehemalige Gasthof noch immer Eigentum der Stadt. Allerdings scheint nun Bewegung in die Sache zu kommen. Die Immobilie ist Thema in der nächsten Stadtratssitzung. Dabei soll entschieden werden, ob das Haus an den einzigen Bewerber, den Radeberger Gastronomen Makhan Singh verlauft wird. Der Preis liegt bei 120.000 Euro. Diese Summe hatte ein Gutachter festgelegt.

Neu ist allerdings die Regelung, wonach der Käufer in den nächsten zehn Jahren eine Million Euro in die Hüttermühle investieren muss. Ansonsten fällt das Haus an die Stadt zurück. „Diese Klausel ist für die Stadt die Sicherheit, dass die Hüttermühle wirklich wieder aufgebaut wird. Geschieht das nicht, haben wir die Möglichkeit die Immobilie wieder neu zu vergeben“, sagt Stadtsprecher Marco Wagner. Makhan Singh wundert sich über diese Regelung. „Ich habe der Stadt eine Kostenschätzung der geplanten Arbeiten vorgelegt. Danach gehen mein Architekt und ich von Kosten in Höhe von etwas über 1,5 Millionen Euro aus. Das heißt, dass die Summe, die ich bereitstellen will, weit höher ist, als von der Stadt gefordert. Weshalb dann noch diese Regelung im Vertrag?“, fragt er. Er werde sein Konzept umsetzen und investieren, sagt er.

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Ist der Kaufvertrag unterschrieben, soll zunächst ein Teil des Gebäudes zu einem Restaurant umgestaltet werden. Unter anderem der Gastraum muss vollständig neu hergestellt werden, Elektrik, Heizung und WC müssten komplett erneuert werden. Geplant ist der Bau einer biologischen Kläranlage. Davor, unmittelbar am Teich, ist ein Biergarten geplant. Er soll zunächst eine Größe von 600 Quadratmetern haben, er wäre erweiterbar. Rund 100 Sitzplätze sind vorgesehen. Der Gastraum wird mit 150 Quadratmetern geplant. Über große Flügeltüren sollen Innen- und Außenbereich verbunden werden. Angeboten werden gutbürgerliche sowie indische Küche und Pizzen.

Investor: Kaufpreis ist zu hoch

Ebenfalls schnell sollen die Bauarbeiten am Wohnbereich beginnen. „Ich plane, selber mit meiner Familie in die Mühle zu ziehen“, sagt er. Schon diese beiden ersten Bauabschnitte würden rund 750.000 Euro kosten so der Kaufinteressent. Nach seinen Angaben steht die Finanzierung. „Die Gespräche mit einer Bank waren erfolgreich. Als Sicherheit biete ich eine mir gehörende Immobilie“, sagt er. Angesichts der hohen Investitionssumme hält er den Kaufpreis von 120.000 Euro für zu hoch. „Hier hätte ich mir gewünscht, dass mir die Stadt etwas entgegenkommt“, sagt er. Marco Wagner verweist jedoch auf das Gutachten. „Diesen Preis hat ein Immobilienfachmann ermittelt. Daran halten wir uns.“ Er weist aber darauf hin, dass der Stadtrat das letzte Wort hat. „Er kann dem Vorschlag wie bei anderen Beschlüssen auch folgen, ihn ablehnen oder Änderungen festlegen. Das wird die Stadtratssitzung am 29. September zeigen, bei der die Hüttermühle auf der Tagesordnung steht.“

Auch wenn die Abstimmung noch nicht erfolgt, Makhan Singh hat bereits Pläne für die Weihnachtszeit. „Ich möchte im Dezember an der Hüttermühle einen Weihnachtsmarkt eröffnen, auch wenn eventuell der Notarvertrag noch nicht unterschrieben ist. Ich hoffe, die Stadt macht das möglich. Die Umgebung ist wunderbar. Vom Radeberger Stadtzentrum sind es nur wenige Minuten zu Fuß, um dorthin zu gelangen. Das wäre eine schöne Ergänzung in der Vorweihnachtszeit“, sagt der. Marco Wagner will sich da noch nicht festlegen. „Wir sollten erst die Abstimmung im Stadtrat abwarten und dann entscheiden.“2020 hatte die Stadt zunächst Verhandlungen mit zwei Interessenten aufgenommen. Die Pläne des Vietnamesisch-Buddhistischen Kulturzentrums (ViBuZ) stießen bei Verwaltung und beim Hüttertalverein auf positive Resonanz. Allerdings gab es dann Unklarheiten über den Kaufpreis.

Ein Gutachter taxierte die Immobilie zuletzt auf 120.000 Euro. Diese Summe war den Interessenten offenbar zu hoch. Sie zogen sich zurück. Dann wurde die Hüttermühle erneut zum Verkauf ausgeschrieben. Das Grundstück hat eine Größe von knapp 11.500 Quadratmetern, darauf steht das Mühlengebäude mit einigen Anbauten. Ein Angelteich befindet sich ebenfalls auf der Fläche. Die Hüttermühle wurde bis 2010 bewirtschaftet. Dann gaben die Wirtsleute Walter das Geschäft auf. Nach dem Neubau der Brücke über die Große Röder kann die Mühle jetzt wieder von großen Fahrzeugen angesteuert werden, eine Grundvoraussetzung für die Sanierung der Hüttermühle.

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