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Lebensretter für 22-jährigen Wachauer gesucht

Den an Blutkrebs erkrankten Ludwig Grunwald aus Wachau kann nur noch eine Stammzellenspende seines genetischen Zwillings retten. So können Sie helfen.

Robert Grunwald (l.) besucht seinen Bruder Ludwig in der Dresdner Uniklinik so oft es geht und hofft, dass sich ein genetischer Zwilling für den 22-Jährigen findet.
Robert Grunwald (l.) besucht seinen Bruder Ludwig in der Dresdner Uniklinik so oft es geht und hofft, dass sich ein genetischer Zwilling für den 22-Jährigen findet. © Marion Doering

Wachau. Es ist eine sehr belastende Zeit für Robert Grunwald. Aber nicht nur für ihn, auch für seine Eltern. Vor allem aber für seinen Bruder Ludwig. Es ist eine Zeit, in der sich nun das Leben der im Wachauer Ortsteil Leppersdorf lebenden Familie auf das Allerwichtigste konzentriert. Darauf, dass ihr jüngster Sohn seine lebensbedrohliche Krankheit überstehen kann.

Denn der 22-Jährige ist an Blutkrebs erkrankt, an einer besonders aggressiven Form noch dazu. An akuter myeloischer Leukämie. Der junge Mann kämpft derzeit in der Dresdner Uniklinik um sein Leben. Dort besucht ihn sein 25-jähriger Bruder Robert oft. Er hofft inständig darauf, dass sich recht schnell ein passender Stammzellenspender für Ludwig finden wird. Also ein Mensch mit nahezu gleichen Gewebemerkmalen, der auch zu einer Stammzellenspende bereit ist.

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Ludwigs Leben spielt sich gegenwärtig komplett im Krankenhaus ab. Sein Bruder Robert schildert, dass dessen Tage aus zahlreichen Tests, Untersuchungen und Infusionen bestehen. Auch die erste Chemo habe er bereits hinter sich. „Danach ging es ihm wegen der zahlreichen Nebenwirkungen überhaupt nicht gut“, beschreibt es Robert. Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Erschöpfung. Irgendwie empfindet er die Krankheit seines Bruders als „plötzlichen Einschnitt“ in ihre gemeinsamen Zukunftspläne. Sollen doch die beiden in einigen Jahren die Tiefbaufirma des Vaters übernehmen.

Trasnplantation ist demnächst geplant

Rückblick: In den vergangenen Monaten war der 22-Jährige immer wieder an Infekten erkrankt, hatte zunehmend Zeit gebraucht, um sich davon zu erholen. Was viele in seinem persönlichen Umfeld erstaunte, denn der junge Mann, der ein leidenschaftlicher Moto-Cross-Fahrer ist, wirkt ja recht robust und vital. 

Nach einem weiteren Arztbesuch kam dann der Schock für ihn und die ganze Familie. Da die Befunde auffällig waren, ordneten die Ärzte eine Knochenmarkpunktion an. Robert Grunwald erinnert sich noch, als sein Bruder ihn nach der ärztlichen Auswertung anrief. „Ludwig war vollkommen aufgelöst, als er von der Diagnose Leukämie hörte.“ Auch er habe in diesem Moment unter Schock gestanden, so Bruder Robert, der eine Weile brauchte, bis er wieder zu sich fand. Um sich dann die Frage zu stellen, was nun zu tun sei.

Um zu helfen, setzten er und seine Freunde alle Hebel in Bewegung und wandten sich an die seit 1991 bestehende Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Hier sind rund sechs Millionen Menschen gelistet, in anderen 25 deutschen Spenderdateien weitere 2,4 Millionen. Weltweit kommen noch einmal 26 Millionen Registrierte hinzu. 

Gemeinsam mit seinen Freunden und der DKMS riefen sie eine Online-Registrierungsaktion ins Leben. Robert erzählt, dass man Spender gefunden habe, die zu Ludwig passten. Allerdings stimmten die Gewebemerkmale bei einigen nur zu 90 Prozent mit denen seines Bruders überein. Die Zeit dränge, eine Transplantation sei demnächst geplant.

„Die Angst um Ludwig ist bei uns allbeherrschend“

Der junge Mann aus Leppersdorf kann nur überleben, wenn es irgendwo auf der Welt einen Menschen mit nahezu gleichen Gewerbemerkmalen gibt, der zur Stammzellenspende bereit ist. In den weltweiten Dateien muss eine Person mit passenden Gewebemerkmalen für den erkrankten Ludwig gefunden werden. 

Von einem „genetischen Zwilling“ spricht man, wenn zwei Menschen im optimalen Fall eine fast hundertprozentige Übereinstimmung von Gewebemerkmalen aufweisen. Je höher die Übereinstimmung, desto besser die Chancen, dass das Immunsystem des Empfängers die gespendeten Stammzellen annimmt und den Krebs besiegen kann. Für eine hohe Übereinstimmung muss man nicht miteinander verwandt sein.

Robert Grunwald schildert, wie er und seine Eltern in dieser Lebensphase oft nur noch funktionieren. „Die Angst um Ludwig ist bei uns allbeherrschend“, schildert der 25-Jährige. In der Familie, aber auch bei den vielen Freunden und Bekannten der beiden Brüder. Manchmal sei es wahrlich alles andere als einfach, den normalen Alltag zu leben, bekennt er.

So können Sie Ludwig helfen

Der 25-jährige Junior-Geschäftsführer beschreibt, dass Ludwigs Krankheit die Familie noch enger hat zusammenrücken lassen und man sich nichts sehnlicher wünsche, als dass Ludwig wieder gesund werde. Daher auch der dringende Appell der Familie, sich doch als Stammzellenspender registrieren zu lassen.

Wer gesund und im Alter zwischen 17 und 55 Jahren ist, kann dem Leppersdorfer Ludwig Grunwald helfen und sich mit wenigen Klicks über www.dkms.de/ludwig die Registrierungsunterlagen nach Hause bestellen.

Die Registrierung geht einfach und schnell: Mithilfe von drei medizinischen Wattestäbchen und einer genauen Anleitung sowie einer Einverständniserklärung kann jeder nach Erhalt des Sets selbst einen Wangenschleimhautabstrich vornehmen und anschließend per Post zurücksenden, damit die Gewebemerkmale im Labor bestimmt werden können. Einmal aufgenommene Daten stehen auch weiterhin weltweit für Patienten zur Verfügung.

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