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Radeberger sauer über Fällarbeiten

An der Güterbahnhofstraße in Radeberg entsteht ein neues Haus für Betreutes Wohnen. Angrenzende Mieter bedauern den Verlust von Grünfläche.

Auf der Freifläche am Advita-Pflegeheim in Radeberg entsteht ein neues Gebäude. Es soll 2022 fertig sein.
Auf der Freifläche am Advita-Pflegeheim in Radeberg entsteht ein neues Gebäude. Es soll 2022 fertig sein. © Advita

Radeberg. Die Anwohner waren überrascht. Im Innenhof zwischen Advita-Pflegeheim und den Häusern an der Goethestraße in Radeberg rückten plötzlich Bauleute an und fällten Bäume und Sträucher. Entsprechend groß war der Unmut der Anwohner: „Ich kann gar nicht hinschauen, wie die Bagger alles rausrupfen! So einen schönen Park werden wir nie mehr haben“, schreibt ein Radeberger auf Facebook.

Ein anderer: „Die herrlichen japanischen Kirschen sind weg? Bin doch heute früh noch da lang.“ Eine weitere Facebook-Nutzerin hat etwas Hoffnung: „Also so wie es aussieht, bleibt wohl die eine Hälfte davon stehen. Aber ist schon krass, was zwei Männer mit Kettensägen und ein Bagger anrichten können in so kurzer Zeit.“ Außerdem ist davon die Rede, dass oft mit großem Aufwand in der Stadt Grünflächen geschaffen werden und an dieser Stelle kommen sie weg. „Wer genehmigt so etwas“, fragt ein Nutzer.

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Zwölf Wohnungen für Betreutes Wohnen entstehen

Bei dem Grundstück handelt es sich um Privatbesitz und eine Fällgenehmigung war nach Auskunft der Stadtverwaltung nicht notwendig. „Es handelte sich um Obstbäume beziehungsweise um Bäume mit geringem Stammdurchmesser. Für sie muss keine Genehmigung eingeholt werden“, teilt Stadtsprecher Jürgen Wähnert mit.

Anwohner müssen sich voraussichtlich schon im kommenden Jahr auf Bauarbeiten in ihrem Innenhof einstellen. Nach Angaben von Uli Schuppach, Leiter Marketing der Advita Pflegedienst GmbH in Berlin, entsteht ein Erweiterungsbau zum Advita-Haus. „Der wird vom Eigentümer Dr. Matthias Faensen als Bauherr umgesetzt.“

Darin entstehen zwei Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz und zwölf Wohnungen für Betreutes Wohnen. „Sie werden das zurzeit fast immer vollständig ausgebuchte Angebot des bestehenden Hauses ergänzen“, teilt Uli Schuppach mit. Er geht von einer Fertigstellung im Sommer 2022 aus.

Allerdings wären Verzögerungen gerade im Hinblick auf die vielbeschäftigten Bauunternehmen nicht ungewöhnlich. Auch in diesem Gebäude wird Advita der Nutzer sein. Hintergrund ist die steigende Zahl pflegebedürftiger Menschen.

Großer Teil der Grünfläche soll erhalten bleiben

Matthias Faensen hatte schon 2018 von Plänen berichtet, an der Stelle im Innenhof einen Neubau zu errichten. Er versicherte, dass die Freifläche nicht verschwindet. „Der weitaus größere Teil bleibt als parkartige Anlage erhalten.“ Die Firma Advita hatte Mitte der 2010er-Jahre den halbfertigen Gebäudekomplex an der Güterbahnhofstraße übernommen. Kurz nach der Wende ist mit dem Bau begonnen worden. Er wurde jedoch nie fertig. Jahrelang stand die Investruine gut sichtbar an der Bahnstrecke. 2015 vollendete die Firma Advita das Gebäude.

Im gleichen Jahr konnten die ersten Bewohner einziehen. Seitdem sind hier Betreutes Wohnen mit 24 Einraumwohnungen, 28 Zweiraumwohnungen und neun Dreiraumwohnungen zu finden. Dazu kommt eine Wohngemeinschaft für zwölf Bewohner mit Demenz und eine Tagespflege für 40 Gäste.

Das 1994 gegründete Unternehmen Advita ist ein überregional aktiver Pflegedienst mit aktuell 35 Niederlassungen in Baden-Württemberg, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Advita zählt mit über 2.400 Mitarbeitern zu den größten Pflegediensten Deutschlands.

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