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Radeberger Start-up forscht an Anti-Krebsmittel

Die Firma Trimt will helfen, Bauchspeichelkrebs zu heilen. Beteiligt ist ein bekannter Unternehmer.

Melanie Janich, wissenschaftliche Mitarbeiterin in den CUP-Laboratorien in Radeberg, und ihre Kollegen haben im Gewerbegebiet an der Pillnitzer Straße ein neues Gebäude bezogen.
Melanie Janich, wissenschaftliche Mitarbeiterin in den CUP-Laboratorien in Radeberg, und ihre Kollegen haben im Gewerbegebiet an der Pillnitzer Straße ein neues Gebäude bezogen. © Archiv: Steffen Unger

Radeberg. Eine junge Firma aus Radeberg ist an der Entwicklung neuartiger Krebsmedikamente beteiligt. Dazu wurde vor wenigen Monaten das Start-up Trimt gegründet. Einer der Initiatoren ist Dirk Freitag-Stechl, Chef der gleichnamigen CUP-Laboratorien. "Zwei Kollegen aus München und ich haben im Frühjahr Trimt aus der Taufe gehoben. Ziel ist es, mit anderen Firmen an einem wirksamen Stoff gegen das Pankreaskarzinom, also gegen den Bauchspeicheldrüsenkrebs, zu arbeiten", sagt der Radeberger Unternehmer. "Es gibt bereits vielversprechende Untersuchungen in der Richtung. Diese werden wir jetzt vorantreiben. Freilich stehen wir als Firma noch ganz am Anfang. Aber es konnten erste gute Ergebnisse erzielt werden."

Diese neuartigen Medikamente ermöglichen Behandlungen direkt am Tumor, quasi eine Bestrahlung von innen. Im Körper dockt das Medikament gezielt an die Krebszellen an, bestrahlt und zerstört sie im Idealfall. Gerade bei Tumoren im Magen oder in der Bauchspeicheldrüse sprechen herkömmliche Chemotherapien oft schlecht an. Die Neuheiten gehen auf Forschungen am Institut für Radiopharmazeutische Krebsforschung des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf gemeinsam mit Heidelberger Wissenschaftlern zurück.

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Auf dem Gelände der CUP Laboratorien Dr. Freitag in Radeberg ist ein mehrstöckiges Gebäude entstanden (Bildmitte).
Auf dem Gelände der CUP Laboratorien Dr. Freitag in Radeberg ist ein mehrstöckiges Gebäude entstanden (Bildmitte). © Jürgen Jeibmann/CUP

Nach Worten von Freitag-Stechl ist Trimt bewusst in Radeberg gegründet worden. "Es hätte auch in München geschehen können. In der bayerischen Landeshauptstadt sind aber bekanntlich bereits zahlreiche Spitzenunternehmen zu finden. Es geht auch darum, den Osten in dem Bereich voranzubringen." Das Umfeld, gerade in Radeberg und Dresden, stimme, sagt der Unternehmer. "Wir haben hier mit dem Helmholtz-Zentrum Rossendorf ein exzellentes Forschungszentrum, mit der TU Dresden eine hervorragende Ausbildungsstätte für Wissenschaftler, und im Umfeld haben sich bereits einige führende Firmen wie Rotop angesiedelt", sagt er.

Zu den Spitzenunternehmen gehören die CUP-Laboratorien selber. Als einziges Labor in der EU und eines der wenigen weltweit untersuchen die Mitarbeiter radiopharmazeutische Produkte. Sie werden vor allem in der Krebsbehandlung eingesetzt und beispielsweise bei Brustkrebs injiziert. Tumore und Metastasen können so sichtbar gemacht werden.

Mitarbeiter untersuchen, ob in den Medikamenten auch drin ist, was von den Herstellern angegeben wurde, und das in der notwendigen Qualität und Dosierung. Sie prüfen, ob die Wirkstoffe in der notwendigen Reinheit vorhanden sind, ob es mikrobielle oder chemische Verunreinigungen gibt. "Dabei forschen unsere Wissenschaftler auch an Untersuchungsmethoden. Diese Arbeit unterscheidet uns von den meisten anderen Laboren, die nach vorgegebenen Prüfmethoden arbeiten."

Erst vor wenigen Tagen hat CUP im Gewerbegebiet Pillnitzer Straße ein neues Laborgebäude fertiggestellt. Fünf Millionen Euro wurden investiert, ein Teil des Geldes kam vom Freistaat Sachsen. "Hier werden Plätze für unsere Wissenschaftler und Laboranten geschaffen. Sie finden hier beste Arbeitsbedingungen. Wegen der guten Auslastung mussten wir zwischenzeitlich Räume in Radebeul anmieten. Jetzt können sie an den eigentlichen Firmensitz in Radeberg umziehen."

CUP gibt es seit 2009 im Gewerbegebiet an der Pillnitzer Straße. Bereits 1991 hatte sich die Mutter des jetzigen Firmenchefs in Ullersdorf mit einem Analyselabor selbstständig gemacht. Dirk Freitag selber ging nach der Promotion an der TU Dresden zum Chemieunternehmen Henkel nach Düsseldorf. 2008 übernahm er das kleine Labor mit damals acht Mitarbeitern.

Die Firma gewann immer mehr internationale Kunden. 2015 erfolgte eine Inspektion der FDA, der Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde der USA. Damit war es möglich, auch für dortige Firmen zu arbeiten. Inzwischen hat das Labor rund 60 Mitarbeiter.

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