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Abstruser Tunnelvorschlag für Radeberg

Ein offenbar neu gegründeter Ortsverband Radeberg von „Die Partei“ hat sich zu Wort gemeldet. Stadtverwaltung und Straßenamt winken ab.

Die Brücke über die Röder, direkt am Kaiserhof in Radeberg, ist in einem schlechten Zustand. Ein Ortsverband Radeberg der Satirepartei "Die Partei" macht jetzt einen ungewöhnlichen Vorschlag.
Die Brücke über die Röder, direkt am Kaiserhof in Radeberg, ist in einem schlechten Zustand. Ein Ortsverband Radeberg der Satirepartei "Die Partei" macht jetzt einen ungewöhnlichen Vorschlag. © Marion Doering

Radeberg. Die viel befahrene Straßenbrücke über die Große Röder am Kaiserhof in Radeberg ist in einem schlechten Zustand. Zuletzt teilten Stadtverwaltung und Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) mit, dass ein Fußweg wegen baulicher Mängel gesperrt und der gegenüberliegende Gehweg stark eingeengt werden muss. Der Neubau der Brücke ist geplant, ein Termin steht noch nicht fest.

Autoren bitten um Kostenvergleich

Jetzt hat sich erstmals ein Ortsverband Radeberg von „Die Partei“ bei der Stadt gemeldet. „Mit großer Sorge nehmen wir den Verfall der Röderbrücke Dresdener Straße zur Kenntnis“, heißt es darin. Dann schlagen die Verfasser den Bau eines Tunnels vor und stellten sogleich eine Anfrage an das Bauamt der Stadt: Ist ein Tunnel an dieser Stelle baurechtlich umsetzbar? Außerdem wird um grobe Kostenschätzungen für die Brückensanierung, für den Brückenneubau und für die Röderunterquerung gebeten. Einen Namen für den Tunnel liefern die Autoren auch gleich mit: Röderröhre könnte er doch heißen.

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Darüber hinaus wird unter anderem die abstruse Fragen gestellt: Könnte eine Tunnelmaut eingeführt werden, um kostenfreien Busverkehr zu finanzieren? Handelt es sich um einen Werbegag im Jahr der Bundestagswahl, oder hat sich einfach ein Spaßvogel einen Scherz erlaubt?

Für Stadtsprecher Jürgen Wähnert ist die Sache klar, die Anfrage ist nicht ernst gemeint. „Ein Ortsverband von ,Die Partei‘ ist meines Wissens nach bisher nie in Erscheinung getreten, und wenn nicht einmal ein Name darunter steht, deutet das eher auf einen Jux hin. Ganz abgesehen vom Vorschlag selber“, sagt er.

Ein Antwortschreiben gab es dennoch. „Darin habe ich darauf verwiesen, dass die Brücke in die Zuständigkeit des Lasuv fällt und die Anfrage schlicht an der falschen Adresse gestellt wurde.“

Vorschlag laut Straßenamt nicht umsetzbar

Beim Lasuv ist bisher eine solche Anfrage nicht eingegangen. „Ein entsprechendes Schreiben haben wir nicht erhalten“, teilt Mitarbeiterin Rosalie Stephan mit. „Eine Tunnellösung als mögliche Alternative zu dieser Brückeninstandsetzung ist jedoch weder bautechnisch noch baurechtlich umsetzbar.“ Vielmehr sei die Erneuerung der Brücke über die Große Röder in Radeberg vorgesehen.

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„Die Partei“ wurde 2004 von Redakteuren des Magazins Titanic gegründet. Ihr Vorsitzender Martin Sonneborn sitzt im Europäischen Parlament. Seit dem Übertritt des ehemaligen SPD-Abgeordneten Marco Bülow 2020 ist „Die Partei“ im Deutschen Bundestag vertreten. Der Name der Partei setzt sich aus den Anfangsbuchstaben von „Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative“ zusammen. (SZ/td)

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