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Wie ist das Sächsische Krankenhaus Arnsdorf bei Energieausfall abgesichert?

Das Sächsische Krankenhaus Arnsdorf an der Hufelandstraße muss sich im Falle eines Energieausfalls absichern. Strom und Wärme seien durch zwei Blockheizkraftwerke und ein Gesetz auch im Ernstfall vorhanden.

Von Siri Rokosch
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Das Sächsische Krankenhaus Arnsdorf kann mit einem eigenen Blockheizkraftwerk Elektroenergie zum Teil selbst produzieren.
Das Sächsische Krankenhaus Arnsdorf kann mit einem eigenen Blockheizkraftwerk Elektroenergie zum Teil selbst produzieren. © Sven Ellger

Arnsdorf. Das Sächsische Krankenhaus Arnsdorf (SKH) an der Hufelandstraße ist im Falle eines Energieausfalls abgesichert. Das Krankenhaus für Neurologie, Psychiatrie und Kinder- und Jugendpsychiatrie verfügt über zwei Blockheizkraftwerke, die Gas in Energie - also Strom und Wärme - umwandeln. Im Gespräch mit Sächsische.de hat der Leiter des Technischen Managements, Lutz-Peter Petzold, die technischen Absicherung des Krankenhauses mit 466 Betten und Plätzen erklärt.

Herr Petzold, wird die Energieversorgung im Krankenhaus sichergestellt?

"Das Sächsische Krankenhaus Arnsdorf bezieht Erdgas von dem Energieversorger Sachsen Energie AG zur Wärmeversorgung und Warmwasserbereitung. Dabei wird neben einer Kesselanlage durch zwei Blockheizkraftwerk auch Elektroenergie selbst erzeugt. Parallel erfolgt eine ergänzende Stromlieferung durch den Energieversorger. In Spitzenbelastungszeiten sowie bei einem Ausfall der Blockheizkraftwerke steigt der Strombezug über den Energieversorger natürlich an."

Der Technische Leiter Lutz-Peter Petzold des Sächsischen Krankenhauses Arnsdorf erklärt, wie die Patientenversorgung mit Wärme und Strom gewährleistet wird.
Der Technische Leiter Lutz-Peter Petzold des Sächsischen Krankenhauses Arnsdorf erklärt, wie die Patientenversorgung mit Wärme und Strom gewährleistet wird. © Marion Doering

Was ist angesichts der Energiekrise geplant, um die Sicherheit auch weiterhin zu gewährleisten?

"Das Sächsische Krankenhaus Arnsdorf unternimmt Anstrengungen zur Energieeinsparung. Hier sind auch alle Mitarbeiter aufgerufen und engagiert, die entsprechenden Verhaltensregeln einzuhalten. Weiterhin hat das 'SKH Arnsdorf' längerfristige Lieferverträge abgeschlossen, die eine stabile Vertragsbeziehung sichern."

Wie funktionieren die Blockheizkraftwerke?

"Das Blockheizkraftwerk besteht aus zwei Modulen. Bei Wärmebedarf werden diese automatisiert geregelt. Die dabei entstehende Wärme wird zur Beheizung aller Gebäude des Standortes genutzt, einschließlich der Warmwasserversorgung. Gleichzeitig wird auch der überwiegende Strombedarf des Krankenhauses erzeugt.

Wir versorgen am Standort Arnsdorf 29 Gebäude mit Wärme und Strom. Dabei sind neben den Häusern unseres Fachkrankenhauses mit vier Kliniken auch die auf der Liegenschaft befindlichen Gebäude der Wohnstätte 'Haus am Karswald', welches ebenfalls eine Einrichtung des sächsischen Sozialministeriums ist, zu versorgen."

Was passiert bei einem Blackout?

"Für die Betreibung der Blockheizkraftwerke wird die permanente Lieferung von Erdgas benötigt. Einen Erdgasspeicher hat das Krankenhaus nicht. Beim Ausfall der Stromversorgung kann das Blockheizkraftwerk einen Teil der Elektroenergieerzeugung übernehmen, vorausgesetzt, die Gasversorgung ist nicht unterbrochen. Als Krankenhaus, das zur kritischen Infrastruktur zählt, werden wir aber jederzeit mit Gas versorgt. Bei einem Netzausfall gibt es für die Notfallversorgung eine Netzersatzanlage, die sofort automatisiert die Stromversorgung der wichtigsten Gebäudeteile und Funktionseinheiten des Krankenhauses übernimmt. Diese Netzersatzanlage läuft mit einem Dieselmotor und überbrückt einen Ausfall der externen Stromversorgung mindestens bis 24 Stunden."

Warum musste eines der Blockheizkraftwerke repariert werden?

"Ein Motor des Blockheizkraftwerkes hatte einen Motorschaden, deren Reparatur wir beauftragt hatten. Vor einigen Tagen konnte die Reparatur aber bereits abgeschlossen werden. Dabei wurde zeitgleich eine Generalüberholung des Motors vorgenommen. Im Frühjahr, nach Beendigung der Winterperiode, soll dann auch das andere Blockheizkraftwerk generalüberholt werden."

Im Sächsischen Krankenhaus Arnsdorf sind in allen Berufsgruppen verteilt über 830 Mitarbeiter beschäftigt. Derzeit gibt es noch keine Fotovoltaik-Anlagen, weil das bisher die hohen Denkmalschutzauflagen verhinderten.