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Wann startet der Schulneubau in Arnsdorf?

Die Gemeinde braucht die Einrichtung dringend. Zu sehen ist allerdings noch nichts.

Die alte Plattenbauschule in Arnsdorf wird momentan nur von Vereinen genutzt. An ihrer Stelle soll ein Neubau entstehen.
Die alte Plattenbauschule in Arnsdorf wird momentan nur von Vereinen genutzt. An ihrer Stelle soll ein Neubau entstehen. © Archiv: Thorsten Eckert

Arnsdorf. Versprechungen, aber nichts passiert: So stellt sich das Geschehen rund um die geplante Oberschule in Arnsdorf für viele Anwohner dar. In der Tat: Zu sehen ist nichts. Die alte Plattenbauschule steht noch immer an ihrem Platz, Vereine haben noch immer darin ihr Domizil. Abrissbagger sind nicht vor Ort, geschweige denn ist der Neubau der Schule im Gange. Die SZ hat nachgefragt, wie der aktuelle Stand ist.

Woran liegt es, dass es keinen sichtbaren Fortschritt gibt?

An Vertragsverhandlungen. Gemeinde und Landkreis sind derzeit dabei, sich über das Grundstück zu einigen, auf dem die neue Schule stehen soll. „Es ist das Areal, auf dem die alte, ehemalige Mittelschule steht. Das soll der Landkreis übernehmen und darauf den Neubau errichten“, sagt der Arnsdorfer Bürgermeister Frank Eisold (CDU).

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Derzeit werden Einzelheiten des Papiers abgestimmt. „Dabei geht es beispielsweise um die Feuerwehrzufahrt. Vieles muss beachtet und sauber festgehalten werden. Um solche Dinge zu klären, geht der Entwurf hin und her.“ Laut Frank Eisold ist man auf einem guten Weg. „Wir als Gemeinde und auch das Landratsamt wollen den Vertrag. Deshalb denke ich, dass der abschließende Entwurf bald vorliegt. Ich rechne damit, dass der Vertrag im September unterzeichnet werden kann.“

Gibt es weitere bürokratische Hürden für das Vorhaben?

Weitere Hürden sind derzeit nicht in Sicht. Das Sächsische Kultusministerium hat die Neugründung genehmigt. Der Landkreis hat die Einrichtung in seinen Schulnetzplan aufgenommen und auch Geld für den Neubau eingeplant. In Arnsdorf entsteht für einen zweistelligen Millionenbetrag ein neues Oberschul-Gebäude und eine neue Sporthalle. „Papiertechnisch ist aus meiner Sicht alles in Ordnung“, sagt auch der Gemeindechef.

Hat die geplatzte Vorgründung der Schule Auswirkungen auf das Projekt?

Zu Beginn des Schuljahres 2021/22 sollte an der Oberschule Großröhrsdorf bereits eine Vorgründung der Arnsdorfer Oberschule stattfinden. Die ersten Kinder sollten die Jahre bis zur Fertigstellung des Schulhauses in Arnsdorf dort lernen und dann in ihre Heimat-Gemeinde wechseln. So sollte sichergestellt werden, dass dann schon Kinder mehrerer Klassenstufen im neuen Haus lernen und nicht nur fünfte Klassen, sondern auch sechste und siebente.

Doch aus der Vorgründung wurde nichts, zu wenige Eltern meldeten ihre Kinder in Großröhrsdorf an. 16 Mädchen und Jungen wurden angemeldet, 20 wären notwendig gewesen. Nach Angaben des Landratsamtes wurden die Kinder an den bestehenden Oberschulen in Radeberg und Großröhrsdorf angemeldet. Dort würden die Kapazitäten noch ausreichen. Laut Frank Eisold hat die geplatzte Vorgründung keinen Einfluss auf die Eröffnung der Arnsdorfer Oberschule. „Das hat uns der Beigeordnete Udo Witschas kürzlich auf einer öffentlichen Sitzung des Gemeinderates bestätigt.“ Im kommenden Jahr soll es einen erneuten Anlauf für eine Vorgründung geben.

Ändert sich an der Zahl der Kinder an der neuen Schule etwas?

Nein, an der neuen Schule sollen in jeder Klassenstufe zwei Klassen gebildet werden. „Es war von Anfang an klar, dass diese Anzahl Schüler nicht Arnsdorf alleine aufbringen wird, sondern dass etliche Kinder aus umliegenden Kommunen kommen werden, aus Radeberg, Großröhrsdorf, Wachau oder Großharthau.“ Das wurde auch im Schulnetzplan so beschrieben. In der Region gibt es einen starken Anstieg der Kinderzahlen. Vorhandene Grund- und Oberschulen sind bereits voll. Die neue Schule in Arnsdorf soll sie entlasten.

Was sind die nächsten Schritte beim Schulneubau?

Nach der Vertragsunterzeichnung werden die Planungen ausgeschrieben. „Anschließend wird das ausgesuchte Büro damit beginnen. Mit einem Beginn der Bauarbeiten, also zunächst dem Abriss, rechne ich im nächsten Jahr.“ Einen Zeitpunkt zur Fertigstellung des neuen Schulhauses will der Bürgermeister nicht nennen. „Das ist noch nicht genau abschätzbar.“ Das Landratsamt ist ebenfalls vorsichtig. „Nach jetzigem Stand ist eine Inbetriebnahme der Oberschule Arnsdorf frühestens mit dem Schuljahr 2024/25 möglich“, teilte Cynthia Thor von der Kreisverwaltung zuletzt mit.

Was passiert mit den Vereinen, die sich noch im alten Haus befinden?

Das ist noch unklar. „Es gibt erste Ideen, aber noch keine Ideallösung“, sagt Eisold. Erst müsse der Vertrag mit dem Landkreis unterschrieben sein, dann könne konkret über einen Umzug mit den Vereinen verhandelt werden.

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