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Weihnachtsvorbereitungen in der Kleinwachauer Werkstatt

In der Werkstatt für behinderte Menschen steigt in diesen Tagen das Arbeitsvolumen. Kunden können im Dezember beim verkaufsoffenen Samstag stöbern.

Von Rainer Könen
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Christa Frömmel leitet in der Kleinwachauer Behindertenwerkstatt die Keramikabteilung.
Christa Frömmel leitet in der Kleinwachauer Behindertenwerkstatt die Keramikabteilung. © René Meinig

Radeberg. Zugegeben, es ist noch ein Weilchen hin bis zum verkaufsoffenen Samstag des Kleinwachauer Werkstattladens in der Stolpener Straße 12 in Radeberg. Am 4. Dezember hat man dort die Gelegenheit, sich in der Zeit von 10 bis 16 Uhr mit Holz- und Keramikprodukten einzudecken. Für Schnäppchenjäger ist das auch eine prima Gelegenheit, vorbeizuschauen. Man dürfe davon ausgehen, betont Alexander Nuck, der im Kleinwachauer Epilepsiezentrum für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, dass in diesem Jahr sicher mehr Besucher als gewöhnlich in die ein paar hundert Meter vom Stadtzentrum entfernte Manufaktur mit angeschlossenem Werksverkauf kommen werden.

Jährlich werden zwei verkaufsoffene Samstage in der Radeberger Werkstatt des Epilepsiezentrums durchgeführt. Dabei haben Kunden die Gelegenheit, an Ostern und in der Vorweihnachtszeit Holz-, Metall- oder Keramikgegenständen zu kaufen. Im vergangenen Jahr waren diese Veranstaltungen wegen Corona ausgefallen. Shopping-Events, die zu Vor-Corona-Zeiten gut besucht waren, so Nuck.

Man habe den verkaufsoffenen Samstag seinerzeit auch mit der Intention eingerichtet, um den Berufstätigen die Möglichkeit zum Shoppen zu geben, für die die Öffnungszeiten unter der Woche zeitlich zu knapp getaktet sind.

Auf dem Weg zum Industriebetrieb

In den zurückliegenden Jahren hat sich die Werkstatt des Epilepsiezentrums Radeberg auf dem Weg zum Industriebetrieb weiterentwickelt. Für den Metallbereich der Werkstatt wurden moderne Maschinen gekauft, um im Wettbewerb mit anderen regionalen Konkurrenten mithalten zu können. Ein weiterer Schritt in diese Richtung war auch die Errichtung einer Lagerhalle in der Radeberger Außenstelle an der Stolpener Straße, wo sich die Werkstatt-Bereiche Holz, Keramik und Metall befinden.

Hier hat Christa Frömmel ihren Arbeitsplatz. Die 51-Jährige gehört zu den zwölf Mitarbeitern des Epilepsiezentrums, die in der Radeberger Werkstatt behinderte Menschen betreuen und mit ihnen arbeiten. Rund 80 sind gegenwärtig dort beschäftigt. Seit sechs Jahren arbeitet Frömmel als Gruppenleiterin im Keramikbereich. Ihre Tätigkeit betrachtet sie als "eine ständige Herausforderung". Die Arbeit mit den behinderten Mitarbeitern sei fordernd, keine Frage, aber sie bereite vor allem Freude.

"Die Beschäftigten können mehr, als man ihnen zutraut"

Als sie in der Werkstatt anfing, hatte sie viele Ideen. Manches habe sie bereits mit ihrem Team umsetzen können, manches brauche mitunter etwas länger, erzählt sie. Was ihr zu Beginn auffiel, war, dass die Beschäftigten oft mehr können, als man ihnen zutraut. Das sei für sie ein guter Ansatz für ihre tägliche Arbeit: Den behinderten Mitarbeitern aufzuzeigen, was alles möglich ist, wenn man seine Leistungsmöglichkeit ausschöpfe.

Die aus dem Oßlinger Ortsteil Weißig stammende Christa Frömmel erzählt, das in der Werkstatt in diesen Tagen und Wochen, so sei das ja immer in der Vorweihnachtszeit, das Arbeitsvolumen steige. Denn die Nachfrage nach den Eigenprodukten der Kleinwachauer Werkstätten nehme insbesondere im Weihnachtsgeschäft zu. Was auch damit zusammenhängt, dass sich die werkstatteigenen Keramik- und Holzangebote in den vergangenen Jahren zu echten Verkaufsschlagern entwickelt haben.

So ist die Gruppenleiterin und gelernte Töpferin jedenfalls ein wenig gespannt auf den bevorstehenden verkaufsoffenen Samstag im Dezember.