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Neue Technik fürs Radeberger Krankenhaus

An der Asklepios-Klinik Radeberg steht jetzt ein modernes MRT-Gerät. Das kann vieles besser als sein Vorgänger - auch Metastasen erkennen.

Dr. Marc Amler (li.) von der "Überörtlichen Radiologischen Gemeinschaftspraxis" und der Ärztliche Direktor der Asklepios ASB-Klinik Radeberg, Dr. Markus Eller, nahmen das Hightech-Gerät in Empfang.
Dr. Marc Amler (li.) von der "Überörtlichen Radiologischen Gemeinschaftspraxis" und der Ärztliche Direktor der Asklepios ASB-Klinik Radeberg, Dr. Markus Eller, nahmen das Hightech-Gerät in Empfang. © Marion Doering

Radeberg. Autofahrer reckten die Hälse, und Fußgänger blieben stehen. Am Dienstagmorgen hob ein Autokran am Asklepios ASB-Krankenhaus in Radeberg einen Metallkoloss vom Sattelschlepper, ließ ihn über dem Klinikanbau an der Pulsnitzer Straße schweben, bis er schließlich im Dach verschwand. „Wenn alles wie geplant läuft, dann können wir in zwei Wochen hier die ersten Patienten untersuchen“, sagt Radiologe Dr. Marc Amler von der "Überörtlichen Radiologischen Gemeinschaftspraxis" mit mehreren Standorten in Dresden und Umgebung.

Bei dem 4,3 Tonnen schweren Hightech-Gerät handelt es sich um einen modernen Magnetresonanztomografen (MRT). Mittels starker Magnetfelder wird das Innere des Körpers sichtbar gemacht. Damit können Organe, Knochen und krankhafte Veränderungen, wie Entzündungen, im menschlichen Körper detailliert dargestellt werden. „Auch Metastasen, beispielsweise in der Leber sind mit dem MRT erkennbar. Gerade für das Planen von Operationen und die weitergehende Behandlung ist diese Technik heutzutage extrem wichtig“, sagt der Radiologe.

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Draußen steht MRT dran, innen ist eins der modernsten Geräte zu finden. Es wurde am Dienstag angeliefert. Während der eigentliche MRT durchs Dach einschwebte, wurde der Schaltschrank durch die Tür gehievt.
Draußen steht MRT dran, innen ist eins der modernsten Geräte zu finden. Es wurde am Dienstag angeliefert. Während der eigentliche MRT durchs Dach einschwebte, wurde der Schaltschrank durch die Tür gehievt. © Marion Doering

Das neue Gerät kann das deutlich besser als das bisherige. „Das vorherige Gerät war sieben Jahre alt. In der Zeit ist die Technik weiter vorangeschritten. Das ist jetzt eine neue Liga. Mit dem Neuen bekommen wir bessere Bilder. So ist eine noch genauere Diagnose möglich.“ Und das neue MRT arbeitet schneller. Das werden alle diejenigen merken, die in die Röhre geschoben werden. „Bei bestimmten Aufnahmen, beispielsweise am Bauch, muss der Patient zwischendurch Luft anhalten, um genaue Bilder zu bekommen. In der neuen Maschine wird die Zeit wesentlich verkürzt.“

Was aber auch mit dem neuen Gerät erhalten bleibt, ist das laute Rumpeln, das jeder kennt, der schon einmal im MRT untersucht wurde. „Bei den Aufnahmen wird ein sehr hohes Magnetfeld erzeugt, etwa das 50.000fache des Erdmagnetfeldes. Das An- und Abschalten einzelner Magnetspulen verursacht die Geräusche“, sagt der Radiologe. Das enorme Magnetfeld wird mit Supraleitern erzeugt, also stark gekühlten Leitungen, die keinen elektrischen Widerstand mehr aufweisen. Kühlmittel ist Helium. Auch wenn das Aufstellen des Gerätes recht schnell verlief, die Vorarbeiten waren enorm. „Wegen der höheren Leistung mussten wir eine neue Klimaanlage in dem Raum einbauen. Außerdem war ein stärkeres Elektrokabel notwendig. Das wurde extra vom Klinikgebäude hierher verlegt.“

Gerät ist Mitte April einsatzbereit

Jetzt muss der MRT noch justiert werden. „Dazu wird in der nächsten Woche das Magnetfeld aufgebaut. Dann dauert es noch eine weitere Woche, bis alles eingerichtet ist. Mitte April ist das Gerät einsatzbereit.“ Insgesamt investierten die Praxisbetreiber für Umbau und Neuanschaffung fast 700.000 Euro. In den Genuss der neuen Technik kommen Patienten des Krankenhauses, aber auch aus umliegenden Arztpraxen. „Etwa 95 Prozent sind ambulante Patienten. Eine so große Investition würde sich für das Krankenhaus und erst recht nicht für eine Praxis allein rechnen. Durch die Zusammenarbeit ist das Gerät voll ausgelastet“, sagt Marc Amler.

Dr. Marc Amler und seine Mitarbeiter hatten den Standort in Radeberg 2013 übernommen. Dass jetzt hier modernste Technik installiert wurde, freut natürlich auch die Ärzte der Asklepios-ASB Klinik Radeberg. „Wir arbeiten schon lange erfolgreich mit Dr. Amler zusammen“, sagt Dr. Markus Eller, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Abteilung Anästhesie und Intensivmedizin. „Vom neuen MRT-Gerät profitieren wir bei unserer täglichen Arbeit. Wir erhalten die wichtigen Informationen für Diagnostik und Operationen nun in noch besserer Qualität.“

Die Asklepios Kliniken GmbH & Co. KGaA zählen zu den führenden privaten Betreibern von Krankenhäusern in Deutschland. Aktuell verfügt der Konzern über rund 160 Gesundheitseinrichtungen in 14 Bundesländern. Dazu zählen Akutkrankenhäuser aller Versorgungsstufen, Fachkliniken, Rehakliniken, Pflegeheime und Medizinische Versorgungszentren. Im Geschäftsjahr 2018 wurden 2,3 Millionen Patienten in Einrichtungen des Asklepios Konzerns behandelt. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 47 000 Mitarbeiter.

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