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Nachschlag in Millionenhöhe für die Silberdiele

Bei Untersuchungen der einstigen Gaststätte in Liegau waren viele Mängel entdeckt worden. Der Ortsvorsteher warb eindringlich für das Projekt.

In der ehemaligen Gaststätte Silberdiele soll künftig neben dem Ortsamt und dem Hort ein Jugendclub untergebracht werden.
In der ehemaligen Gaststätte Silberdiele soll künftig neben dem Ortsamt und dem Hort ein Jugendclub untergebracht werden. © Archiv: Thorsten Eckert

Liegau-Augustusbad. Für ein Bauprojekt in Liegau-Augustusbad muss die Stadt Radeberg tief in die Tasche greifen. Der Umbau des ehemaligen Gasthofes Silberdiele wird deutlich teurer als zunächst geschätzt. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurden bei der genauen Untersuchung des Gebäudes unter anderem krebserregende Stoffe an den Dachbalken festgestellt. Auch die Wände entsprechen teilweise nicht aktuellen Brandschutzbestimmungen. Wegen der Platzanforderungen müssen die Dachgauben verändert werden, sodass insgesamt ein neuer Dachstuhl erforderlich ist.

Ursprünglich sollte der Umbau 2,5 Millionen Euro kosten und 90 Prozent davon aus Fördertöpfen des Freistaates und des Bundes kommen. Jetzt muss die Stadt zusätzliche Kosten von knapp 1,5 Millionen Euro schultern. Nach Angaben der Stadtverwaltung sollen sie aus der Finanzreserve der Stadt bezahlt werden. Ortsvorsteher Gabor Kühnapfel (parteilos) warb eindringlich, den Mehrausgaben zuzustimmen. „Wenn wir nichts tun, dann haben wir ein leeres Haus, in dem nur das Ortsamt untergebracht ist. Es würde zunehmend verfallen. Wenn wir zustimmen, bekommen wir einen modernen Hort. Außerdem schaffen wir 30 Kitaplätze, da die Hortkinder aus dem jetzigen Haus ausziehen können.“

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Auch Vereinsheim wird deutlich teurer

18 Stadträte votierten für das Vorhaben, vier enthielten sich der Stimme. In der Silberdiele soll künftig das Ortsamt Liegau im Erdgeschoss untergebracht werden, die Verwaltungsräume wären dann barrierefrei. In den oberen Geschossen wird der neue Hort für bis zu 112 Kinder eingerichtet. Außerdem soll eine Begegnungsstätte für Jung und Alt entstehen.

Auch für den Neubau des Vereinsheimes am Sportplatz war eine Nachzahlung notwendig. 600.000 Euro musste die Stadt zusätzlich ausgeben. Die Zustimmung des Stadtrates erfolgte bereits im März. Grund sind Mehrausgaben unter anderem für Kanalbauten. Um die Arbeiten zu finanzieren, werden Straßenbauarbeiten in Friedrichstal verschoben. Außerdem findet eine Sanierung des Dachstuhls über dem Ratssaal im Radeberger Rathaus später statt.

Das alte Sportlerheim war in einem schlechten Zustand. Das neue wird künftig über einen großen Versammlungsraum, Räume für Schiedsrichter und Übungsleiter, Duschen und WCs, Umkleiden sowie Räume für die Sportgeräte verfügen. Der Flachbau hat eine Länge von gut 50 Metern und ist damit deutlich größer als der bisherige Bau. Für die Übergangszeit zwischen Abriss des alten Hauses und der Fertigstellung des neuen wurden auf dem Grundstück elf Container errichtet. Der Platz wird von mehr als 200 Sportlern genutzt. (SZ/td)

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