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Neue Geschäfte in Radeberg

Teils lange leerstehende Läden haben wieder geöffnet. Wo es jetzt leckeren Flammkuchen, aktuelle Zeitschriften und schicke Möbel für die Küche gibt.

Von Thomas Drendel
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Diese Pizza sieht schon mal lecker aus. Ab Montag verkauft Co-Filialleiterin Pia Roch im Imbiss "beef&veggi" an der Oberstraße in Radeberg Langos, Flammkuchen und vieles mehr.
Diese Pizza sieht schon mal lecker aus. Ab Montag verkauft Co-Filialleiterin Pia Roch im Imbiss "beef&veggi" an der Oberstraße in Radeberg Langos, Flammkuchen und vieles mehr. © René Meinig

Radeberg. Von wegen, in der Radeberger Innenstadt haben leerstehende Geschäfte keine Chance auf Wiedereröffnung. Das Gegenteil ist in diesen Tagen gleich mehrfach zu beobachten. So hat jetzt an der Oberstraße „beef&veggie“ eröffnet. Bei dem kleinen Geschäft war lange nur ein dunkles Schaufenster zu sehen. Dann werkelten Handwerker darin, jetzt verkauft hier Pia Roch einen leckeren Imbiss. Vorerst bietet sie jeden Tag nur ein Gericht an, momentan sogar kostenlos. Denn noch ist das Geschäft im Probelauf. „Wir üben derzeit die Abläufe ein“, sagt sie.

Offizieller Start ist am Montag. Dann soll schließlich alles klappen. Von 11.30 Uhr bis 15 Uhr ist Montag bis Freitag geöffnet. Im Angebot sind dann unter anderem Langos, Crêpes, Flammkuchen und Pizza. Die werden nach den Wünschen der Kunden mit eher deftigen Sachen belegt oder eben vegetarisch mit viel Gemüse. Aber auch Curry-Würstchen werden verkauft. „Auf die Idee mit dem Imbiss sind wir gekommen, da das Angebot in Radeberg nicht so groß ist. Langos und Flammkuchen gibt es meines Wissens nicht in der Nähe“, sagt Arvid Samtleben. Seine Frau betreibt „beef&veggie“.

Dass es an der Oberstraße und an der Ecke Pulsnitzer Straße mit der Suppenbar, dem Asia Stübchen Lemongras und dem Bäcker Röthig inzwischen mehrere leckere Imbissangebote gibt, freut den Arnsdorfer Unternehmer. „So können die Radeberger und Besucher der Stadt unter den unterschiedlichsten Anbietern wählen.“ Er hofft, dass das Vorhaben, die Oberstraße vom Marktplatz bis zur Pulsnitzer Straße zu einer Fußgängerzone umzugestalten, bald umgesetzt wird. „Das würde die Innenstadt attraktiver machen und sicher mehr Menschen anziehen. “ Er sucht jetzt Verstärkung für das Geschäft. „Wer über die Mittagszeit für einige Stunden hier arbeiten möchte, kann sich gern im Laden melden“, sagt er.

Manuela Teichert ist die neue Betreiberin vom Bahnhofskiosk in Radeberg. Neben Zeitungen, Kaffee und belegten Brötchen will sie bald auch Tickets für Bus und Bahn anbieten.
Manuela Teichert ist die neue Betreiberin vom Bahnhofskiosk in Radeberg. Neben Zeitungen, Kaffee und belegten Brötchen will sie bald auch Tickets für Bus und Bahn anbieten. © Thomas Drendel

Auch in den Radeberger Bahnhofskiosk ist wieder Leben eingezogen. Nach Wochen der Schließung hat Manuela Teichert die Räume in der Wartehalle wieder eröffnet. „Der vorherige Betreiber ist in Rente gegangen. Ich habe von der Annonce gehört und zugegriffen“, sagt sie. Zeitungen, Zeitschriften, aber auch Süßigkeiten, belegte Brötchen, Würstchen, Kaffee und andere Getränke hat sie im Angebot. Mit dem Verkauf dieser Dinge kennt sie sich aus. „Ich habe als Verkäuferin im Supermarkt gearbeitet. Zuletzt war ich bei zwei Tankstellen beschäftigt. Dort gibt es ja ein ähnliches Angebot.“

Jetzt wartet sie darauf, endlich auch Fahrkarten verkaufen zu können. „Das wurde mir bereits zugesagt. Nun muss ich die Tickets nur noch bekommen.“ Fahrscheine für Bus und Bahn wird sie anbieten, Einzeltickets genauso wie Monatskarten. „Viele wollen ja beraten werden, das kann ich leisten. Am Automaten ist das vielen zu anonym.“ Von 6 bis 16.30 Uhr hat Manuela Teichert jetzt täglich geöffnet. An den Wochenenden und an Feiertagen ist geschlossen. „Ich überlege noch, den Kiosk zu öffnen, wenn Dynamo ein Heimspiel hat. Dann fahren viele mit dem Zug zum Stadion und die Nachfrage nach einem Imbiss und Getränken ist groß. Das werde ich ausprobieren.“

Eines der repräsentativsten Geschäfte in der Innenstadt ist ebenfalls wieder bezogen. An der Hauptstraße/Ecke Schulstraße hat Frank Lohse ein Küchenstudio eröffnet. Früher war hier das Modegeschäft No.1 untergebracht. Das ist jetzt am Marktplatz zu finden. Auf rund 600 Quadratmetern sind mehrere Musterküchen ausgestellt, die großen Fenster lassen viel Licht in die Räume. „Ja, das Geschäft war ein Glücksgriff. Es hätte allerdings noch etwas größer sein können. Es passt gerade so“, sagt er.

Die Auswahl an Küchen ist dennoch riesig, einmal im Geschäft, außerdem in den Katalogen, die Frank Lohse vorrätig hat. Der Inhaber hat seinen Beruf von der Pike auf gelernt. Zunächst absolvierte er eine Ausbildung als Tischler. „Das hilft jetzt enorm bei der Umsetzung der Kundenwünsche.“ In Radeberg war er dann mehrere Jahre Verkaufsleiter im heutigen Möbelhaus „Multimöbel“. 2015 gründete er sein eigenes Küchenstudio „Küchen Lohse“ in Dresden, jetzt zog das Geschäft nach Radeberg um. Ende August war Eröffnung. „80 Prozent meiner Kunden kommen auf Empfehlung zu mir, deshalb sind jetzt auch viele von ihnen aus Dresden“, sagt er. Geöffnet ist montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr. Über seine Internetseite können Termine vereinbart werden.

Mit der Eröffnung von Imbiss, Kiosk und Küchenstudio setzt sich eine Entwicklung fort, die bereits in den vergangenen Monaten zu beobachten war: Geschlossene Geschäfte finden wieder einen Nachmieter. Zuletzt hatte Anja Mangatter am Markt ihr Kosmetikstudio „Wunderbar“ eröffnet.