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"Endlich wieder ein Augenarzt in Ottendorf"

Leonore Pinzer und Elisa Untch sind die neuen Augenärztinnen in der Großgemeinde. Zunächst ist jedoch nur eine für die Patienten da.

Die Augenärztinnen Leonore Pinzer und Elisa Untch (v.l.) bei der Eröffnung ihrer neuen Praxis in Ottendorf.
Die Augenärztinnen Leonore Pinzer und Elisa Untch (v.l.) bei der Eröffnung ihrer neuen Praxis in Ottendorf. © Sven Ellger

Ottendorf-Okrilla. Diesen Termin ließ sich Michael Langwald nicht nehmen. Als vor einigen Tagen die neue Augenarztpraxis an der Dresdner Straße in Ottendorf öffnete, war er dabei. "Als ich noch im Amt war, habe ich mehrere Jahre auf diesen Moment hingearbeitet. Jetzt hat es geklappt", sagt der ehemalige Bürgermeister.

Sein Nachfolger Rico Pfeiffer (parteilos) sah sich an dem Tag ebenfalls in der Praxis um. "Wir haben die Räume hier auf Kosten der Gemeinde renoviert. Es war uns wichtig, sie schnell bereitstellen zu können", sagt er.

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Die wichtigsten Personen waren diesmal aber nicht der ehemalige und der amtierende Gemeindechef, sondern zwei junge Frauen: Elisa Untch und Leonore Pinzer. Sie sind die neuen Augenärztinnen in Ottendorf-Okrilla. Mit zwei Mitarbeiterinnen kümmern sie sich jetzt ums gute Sehen der Ottendorfer und aller anderen Patienten. "Wir freuen uns sehr, dass es jetzt soweit ist. Vor fast genau einem Jahr hat die Kassenärztliche Vereinigung nach einer öffentlichen Ausschreibung dem AugenCentrum Dresden den Zuschlag erteilt. Jetzt sind wir hier", sagt Leonore Pinzer. "Die Praxis ist groß, wir fühlen uns hier sehr wohl."

Von Hessen nach Sachsen

Am Empfang klingelt immer wieder das Telefon. "Die Nachfrage ist enorm, wir haben schon etliche Termine vergeben. Es sind auch noch etliche Termine frei", sagt ihre Kollegin Elisa Untch. Dass sie nun als Augenärztin in Ottendorf arbeitet, ist wohl eher dem Zufall zu verdanken. "Ich bin in Frankfurt/Main geboren und dort zur Schule gegangen. Aber schon früh war mir klar, dass ich Augenärztin werden möchte", erzählt sie. Die ersten zwei Jahre studierte sie in Marburg. "Dann wollte ich mal weg aus Hessen. Ich habe mich an mehreren Unis im gesamten Bundesgebiet beworben und auch mehrere Zusagen bekommen, unter anderem von der TU in Dresden." Für sie hat sie sich dann auch entschieden. "Vor allem aus einem Grund. Die Stadt hat mir so gut gefallen."

2012 hat sie das Examen geschafft, dann folgten mehrere Jahre Facharztausbildung in Magdeburg und an der Uniklinik in Dresden. "Jetzt bin ich hier", sagt sie. Nein, ein Sprung ins kalte Wasser sei das nicht. "Der Standort hier in Ottendorf ist nur einer der sieben Standorte des AugenCentrums Dresden. Im Hauptstandort, direkt im Herzen von Dresden, sind wir sehr lange und intensiv auf diese Aufgabe vorbereitet worden. In der Uniklinik habe ich bereits mehrere Jahre Patienten mit Augenerkrankungen behandelt. Natürlich ist es immer etwas Neues, eine separate Praxis zu leiten. Das ist schon etwas anderes, als Ärztin in einem Team zu arbeiten."

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Anders als anfangs gedacht, wird sie die Praxis zunächst allein leiten. Ihre Kollegin Leonore Pinzer war zwar noch bei der Eröffnung dabei – nun kündigt sich allerdings für den Herbst Nachwuchs an. Bedingt durch die Corona-Pandemie geht Leonore Pinzer daher bereits vorzeitig ins gesetzlich vorgeschriebene sogenannte Beschäftigungsverbot. "Ich übernehme jetzt alle Patienten. Zunächst war eine Aufteilung zwischen uns beiden geplant, aber auch so wird das gut funktionieren."

Was Elisa Untch in Ottendorf schätzt, ist die Nähe zu den Patienten. "Man lernt sich einfach besser kennen. Vielleicht kommen dann auch Familienangehörige zu uns. Das ist dann ein engerer Austausch." Sie hat sich auch über die Resonanz der Ottendorfer gefreut. "Von vielen Seiten habe ich gehört: endlich wieder ein Augenarzt in der Gemeinde. Wir haben viele Blumen bekommen." Die ersten Tage waren quasi der Probelauf. "Wir haben mit einer verminderten Anzahl von Patienten die Abläufe eingespielt."

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Nach Ostern geht es richtig los. Wegen der Corona-Schutzvorkehrungen werden allerdings auch künftig weniger Termine als üblich vergeben. "Wir wollen nicht, dass es zu Wartezeiten und einem überfüllten Wartezimmer kommt. Deshalb lassen wir größere Abstände in der Sprechstunde." In der Praxis werden rein konservative Sprechstunden angeboten, also alle nicht operativen Behandlungen. Geöffnet ist an fünf Tagen in der Woche. Sollten Operationen notwendig sein, können diese im AugenCentrum Dresden erledigt werden. "Dort stehen Spezialisten und modernste Geräte zur Verfügung."

Ab Mai soll es noch ein Zusatzangebot in der Ottendorfer Praxis geben. "Wir werden eine Sehschule anbieten. Eine weitere besonders ausgebildete Mitarbeiterin wird ein bis zweimal in der Praxis sein. Das Angebot richtet sich beispielsweise an Schielkinder oder auch Erwachsene mit entsprechenden Augenproblemen." Und wieder klingelt das Telefon. "Das Interesse freut uns sehr. Zum Glück haben wir noch genügend Termine frei", sagt die junge Ärztin.

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