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Nach Überraschungssieg: Das erwartet Pfeiffer

Ottendorf hat mit großer Mehrheit seinen Bürgermeister gewählt. Das plant er für die ersten Wochen.

Während des Wahlkampfes hatten die Kandidaten in Ottendorf zahlreiche Plakate aufgehängt. Rico Pfeiffer holte schließlich die meisten Stimmen. Auf Platz zwei kam Rene Edelmann.
Während des Wahlkampfes hatten die Kandidaten in Ottendorf zahlreiche Plakate aufgehängt. Rico Pfeiffer holte schließlich die meisten Stimmen. Auf Platz zwei kam Rene Edelmann. © René Meinig

Ottendorf-Okrilla. Damit hatte wohl niemand gerechnet: Schon im ersten Wahlgang hat einer der drei Kandidaten bei der Bürgermeisterwahl in Ottendorf-Okrilla mehr als die Hälfte der Stimmen geholt. 52,1 Prozent der Stimmen konnte Rico Pfeiffer (parteilos) am Sonntag auf sich vereinen. Schon am ersten Tag nach der Wahl ist klar: Sein Arbeitsalltag wird sich komplett ändern.

 „Inmitten aller Glückwünsche und meiner eigentlichen Arbeit als Bauhofleiter habe ich mich mit dem amtierenden Bürgermeister Michael Langwald getroffen“, sagt er. Es seien die nächsten wichtigen Termine besprochen worden. „Unter anderem werden eine Schulkonferenz, die Bürgermeisterkonferenz stattfinden. Bei den Sitzungen der Amtsleiter der Gemeinde werde ich dabei sein“, sagt Rico Pfeiffer.

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Klar seien das neue Themen. „Deshalb habe ich mich aber zur Wahl gestellt, um mich in neue Aufgaben einzuarbeiten und Entscheidungen zu treffen. Das macht die Arbeit ja so interessant.“

Offene Stellen sollen schnell besetzt werden

Was er sich für die ersten Wochen im Amt vornimmt? „Die Verwaltung muss wieder mehr für die Ottendorfer da sein. Wir müssen schnell die offenen Stellen des Hauptamtsleiters und der Standesbeamtin besetzen. Eheschließungen müssen ja wieder stattfinden. Die Einwohner müssen insgesamt wieder mehr das Gefühl haben, dass wir für ihre Probleme und Anliegen da sind.“ 

Auch die laufenden Straßensanierungen sollen pünktlich vor dem Winter abgeschlossen werden. Die Arbeiten der Telekom, die derzeit DSL-Kabel im Ort verlegt, sollen zügig über die Bühne gehen und die geplanten Erneuerungen von Straßen in Grünberg und Ottendorf werden ebenfalls auf den Weg gebracht, verspricht Pfeiffer.

Allerdings wird es noch einige Wochen dauern, bis Rico Pfeiffer sein Amt antreten kann. „Es müssen einige Fristen eingehalten werden“, sagt Michael Langwald. So könnten noch Einsprüche zur Wahl erfolgen. „Wir müssen deshalb das vorläufige Wahlergebnis schnell im Amtsblatt veröffentlichen. Wir beraten gerade, wie das am Zügigsten erfolgen kann. Erst danach beginnt die Einspruchsfrist. Innerhalb von sieben Tagen können Bedenken vorgebracht werden“, sagt der amtierende Bürgermeister. 

Anschließend hat das Landratsamt in Bautzen vier Wochen Zeit, zu überprüfen, ob die Wahl ordnungsgemäß verlaufen ist. „Ich hoffe, dass alles schneller geht. Mein Wunsch ist es, dass Rico Pfeiffer am 1. November die Amtsgeschäfte übernimmt. Das hätte den Vorteil, dass er die Gemeinderatssitzung am 2. November leiten und sich dabei vorstellen kann.“ 

Günstig ist, dass keine Kündigungsfristen bei einem Arbeitgeber beispielsweise in der freien Wirtschaft abgewartet werden muss. „Er ist als Leiter des Bauhofes ja Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung. Eine Einigung ist so schnell möglich.“ Die Gemeinde muss sich allerdings einen neuen Bauhofleiter suchen. „Wir werden die Stelle zum gegebenen Zeitpunkt neu ausschreiben“, sagt Michael Langwald.

Gemeinde spart hohe Kosten durch schnelle Wahl

Auch finanziell hat die Entscheidung im ersten Wahlgang Vorteile für die Gemeinde. „E müssen keine neuen Wahlzettel gedruckt werden, Mitarbeiter müssen nicht freigestellt werden. Wir sparen uns Porto und vieles mehr. Ich habe die Aufwendungen zusammengerechnet. Rund 25.000 Euro sind zusammengekommen." In den sozialen Netzwerken reißen die Glückwünsche nicht ab, einige schreiben auch, dass er sich jetzt beweisen muss. „Herzlichen Glückwunsch, Herr Pfeiffer, jetzt können sie an der Umsetzung ihres Wahlprogrammes arbeiten“, schreibt beispielsweise Kathi Nixi.

Am Sonntag stimmten 2633 Ottendorfer für den 46-Jährigen. Auf Platz zwei kam Rene Edelmann. 2052 Wähler votierten für ihn. Das entspricht einem Anteil von 40,6 Prozent. Auf Platz drei kam der Bewerber der AfD, Carsten Rybicki. 371 Personen gaben ihm ihre Stimme, das entspricht 7,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag mit 63,1 Prozent leicht unter dem Wert der letzten Wahl am 8. März. 

Wegen der vielen Briefwähler konnte das vorläufige Wahlergebnis am Sonntagabend auch erst gegen 20.15 Uhr verkündet werden. Die Gemeinde hatte die Ottendorfer aufgerufen, per Post ihre Stimme abzugeben. Grund ist die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus. In den Wahllokalen wurden die Ottendorfer aufgefordert, einen Mundschutz zu tragen, einen eigenen Kugelschreiber zu nutzen und die Hygienehinweise an den Eingängen zu beachten. 

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