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Millionen-Investition ins Senioren-Wohnen

Am Advita-Haus in Radeberg entsteht ein neues Gebäude. Unter anderem werden Wohngemeinschaften eingerichtet. Und es werden neue Mitarbeiter gebraucht.

Rosemarie Reichelt hat von ihrem Balkon im Betreuten Wohnen des Advita Pflegedienstes an der Güterbahnhofstraße in Radeberg einen direkten Blick auf die Baustelle. „Schade, dass Bäume fallen mussten, aber die neuen Wohnungen für Senioren werden drin
Rosemarie Reichelt hat von ihrem Balkon im Betreuten Wohnen des Advita Pflegedienstes an der Güterbahnhofstraße in Radeberg einen direkten Blick auf die Baustelle. „Schade, dass Bäume fallen mussten, aber die neuen Wohnungen für Senioren werden drin © Christian Juppe Photography

Radeberg. Ein wenig traurig findet Rosemarie Reichelt das schon. In den vergangenen Jahren standen um diese Jahreszeit die Japanischen Kirschbäume unter ihrem Balkon in voller Blüte. „Die Blütenblätter rieselten dann herunter, als würde es schneien“, erinnert sie sich. Ein Teil der Bäume musste jetzt weichen. An der Stelle wird ein Neubau errichtet, vor dem Fenster der Seniorin steht ein Kran.

Auch wenn die Radebergerin die Blüten vermisst, sie sieht eher die Vorteile des Neubaus. „Er wird dringend gebraucht. Es fehlen Wohn- und Betreuungsmöglichkeiten für ältere Menschen. Ich weiß, dass viele Senioren auf einen Platz warten. Deshalb nehme ich die Einschränkungen in Kauf“, sagt sie.

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Rosemarie Reichelt lebt in zwei Zimmern im Betreuten Wohnen des Advita-Pflegedienstes an der Güterbahnhofstraße in Radeberg. Das neue Gebäude wird im Innenhof errichtet, es hat vier Stockwerke und wird rund 40 Personen Platz bieten. Die Investitionskosten betragen 5,5 Millionen Euro. Im Juni nächsten Jahre soll es fertig sein. „Das Angebot richtet sich an Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Die Nachfrage in diesem Bereich ist hoch“, sagt Peggy Paul, Leiterin des Advita-Pflegedienstes in Radeberg.

Die Arbeiten am neuen Gebäude an der Güterbahnhofstraße in Radeberg sind in vollem Gange. Vier Stockwerke wird es künftig haben.
Die Arbeiten am neuen Gebäude an der Güterbahnhofstraße in Radeberg sind in vollem Gange. Vier Stockwerke wird es künftig haben. © Christian Juppe Photography

Untergebracht werden die neuen Bewohner entweder in zwei Wohngemeinschaften oder in Wohnungen. „Die Demenzkranken wohnen individuell im eigenen Zimmer und sind dennoch in der Gemeinschaft in einer großen Wohnung. Betreut werden sie durch rund um die Uhr anwesendes Pflegepersonal“, sagt die Radeberg Advita-Leiterin.

In den zwei Wohngemeinschaften können bis zu 24 Bewohner leben. Hinzu kommen 14 bis 18 Personen in den Wohnungen. Für ihre Betreuung benötigt der Advita-Pflegedienst zusätzliches Personal. „Wir rechnen damit, dass die Niederlassung Radeberg zwölf bis 15 neue Mitarbeiter einstellen wird“, sagt Uli Schuppan, von der Zentrale des Advita-Pflegedienstes in Berlin.

Das 1994 gegründete Unternehmen Advita ist ein überregional aktiver Pflegedienst mit aktuell 35 Niederlassungen in Baden-Württemberg, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Advita zählt mit über 2.400 Mitarbeitern zu den größten Pflegediensten Deutschlands.

Grünanlage im Innenhof bleibt

Im bestehenden Advita-Haus sind rund 70 Frauen und Männer untergebracht, vorwiegend im Betreuten Wohnen. Außerdem gibt es eine Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz und eine Tagespflege. Eine der ersten Bewohnerinnen war Rosemarie Reichelt. Sie zog vor sechs Jahren in das Betreute Wohnen. „Ich habe hier meine Zwei-Zimmer-Wohnung. Alles sehr schön eingerichtet und wenn ich Hilfe brauche, sind die Pfleger von Advita für mich da“, erklärt die Rentnerin.

Zwar sei wegen der Corona-Beschränkungen das Leben im Haus etwas eingeschränkt, beispielsweise das gemeinsame Essen, „doch mit der Betreuung bin ich sehr zufrieden", sagt sie. Gemeinsam mit ihrer Freundin, die sie hier im Betreuten Wohnen kennengelernt hat, pflegt sie jetzt sogar ein kleines Stück Garten im Innenhof.

Als die Bauarbeiten begannen und die ersten Bäume und Sträucher gefällt wurden, waren Bewohner umliegender Mehrfamilienhäuser verärgert. „Damals war vielen nicht bewusst, dass es sich um Privatgelände handelt, nicht um einen öffentlichen Park. Der Neubau ist aber wie gesagt dringend notwendig. Um das Haus herum wird es jedoch weiterhin begehbare Grünanlagen geben“, sagt Peggy Paul.

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Die Firma Advita hatte Mitte der 2010er-Jahre den halbfertigen Gebäudekomplex an der Güterbahnhofstraße übernommen. Kurz nach der Wende war mit dem Bau begonnen worden. Er wurde jedoch nie fertig. Jahrelang stand die Investruine an der Bahnstrecke. Schnell vollendete die Firma Advita dann das Gebäude. 2015 konnten die ersten Bewohner einziehen. Seitdem sind hier Betreutes Wohnen mit 24 Einraumwohnungen, 28 Zweiraumwohnungen und neun Dreiraumwohnungen zu finden. Dazu kommt eine Wohngemeinschaft für zwölf Bewohner mit Demenz und eine Tagespflege.

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