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„Das Interesse an Weihnachtsbäumen ist sicher groß“

Wegen Corona feiern die meisten das Fest zu Hause. Im Rödertal rechnen Verkäufer deshalb mit einer besonderen Nachfrage nach Weihnachtsbäumen.

Der Weihnachtsbaum im Wohnzimmer ist in diesem Jahr für viele ein Muss. Händler hoffen deshalb auf eine große Nachfrage.
Der Weihnachtsbaum im Wohnzimmer ist in diesem Jahr für viele ein Muss. Händler hoffen deshalb auf eine große Nachfrage. © dpa-Zentralbild

Radeberg. Keine Weihnachtsmärkte, kein Glühwein, keine Betriebsfeiern. Corona belastet die Zeit vor dem Fest enorm. So dürfte für nicht wenige in diesem Jahr der Christbaum sicher einen wichtigen Beitrag dazu leisten, um die passende weihnachtliche Stimmung aufkommen zu lassen.

„Ich erwarte ein großes Interesse an Weihnachtsbäumen“, sagt Andreas Bitter vom Forstbezirk Zeißholz. Der schon seit vielen Jahren Weihnachtsbäume auf dem Gelände des Radeberger Edeka-Marktes verkauft. In dieser Corona-Zeit werde der Baum, der ja ohnedies ein unverzichtbares Element der Weihnachtszeit sei, mit Sicherheit noch stärker in den Fokus der Menschen rücken, so der Forstwirt. Denn „alle haben nun viel Zeit, sich auf dieses Familienfest zu konzentrieren“, und zu diesem gehöre selbstverständlich auch ein passender Baum, um es sich zum Fest daheim richtig gemütlich zu machen.

Weihnachtsbäume werden teurer

In diesem Jahr werden die Bäume vielfach teurer als sonst. Grund sind zusätzliche Ausgaben für Corona-Auflagen wie Desinfektion, zusätzliches Personal und besonders große Verkaufsflächen sowie der alljährliche Kostenanstieg. Bitter erzählt, dass die Teuerung bei ihm jedoch moderat ausfällt. „Pro Baum sind das nur ein oder zwei Euro“, erklärt er. Blaufichten sind bei ihm ab zehn, Nordmanntannen ab zwölf Euro zu haben. Apropos: In den vergangenen Jahren habe er vor allem Nordmanntannen verkauft. Die sind wegen ihrer weichen und festen Nadeln besonders beliebt.

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Ein weiterer Weihnachtsbaumverkäufer ist der Dresdner Jens Süß. Er erklärt, dass er die Preise für seine Bäume im Vergleich zum Vorjahr im Schnitt um drei Prozent angehoben habe. Was aber nichts mit Corona oder den damit verbundenen Auflagen zu tun habe.

Vielmehr weist er auf die Trockenheit der vergangenen Monate hin, die den Bäumen zu schaffen gemacht habe, das Angebot etwas verknappt habe. Auch er glaubt, dass in diesem Jahr der Weihnachtsbaumverkauf anziehen wird. Schon in Vor-Corona-Zeiten standen zwischen 20 und 25 Millionen Weihnachtsbäume in deutschen Wohnzimmern. So wurden 2018 gar rund 30 Millionen Bäume in deutschen Haushalten aufgestellt.

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So mancher holt sich seinen Baum aber schon lange nicht mehr aus dem Einkaufsmarkt, sondern aus dem Wald. Selberfällen ist da angesagt. Nach Angaben des Bundesverbands der Weihnachtsbaumerzeuger wird das immer beliebter. Auch im Landkreis.

So kann man sich im Sachsenforst alljährlich zu bestimmten Terminen seinen Weihnachtsbaum selbst schlagen. Was vor allem bei Familien gut ankomme, so Sachsenforst-Mitarbeiter Kai Noritzsch. Das Selberfällen sorge ja immer für ein paar schöne Stunden an der frischen Luft. Weihnachtsbaumfällen mit Eventcharakter.

Bei diesen Terminen gab es in der Vergangenheit oft Lagerfeuer, wurden Glühwein und Speisen angeboten. Genug, um bei diesen Aktionen in entsprechende Weihnachtsstimmung zu kommen. Doch wegen Corona mussten diese Events nun entschlackt werden, um die Hygienevorschriften einhalten zu können. Aber ein Lagerfeuer werde es sicher geben, verspricht Kai Noritzsch.

Acht Jahre bis zur Weihnachtsbaumstatur

Im vergangenen Jahr war in den elf Revieren des Neustädter Forstbezirks in der Vorweihnachtszeit eine Menge los. Rund 4.400 Weihnachtsbäume wurden gefällt. Blaufichten, Kiefern und Nordmanntannen. Die Preise seien wie im Vorjahr stabil geblieben, so Kai Noritzsch weiter. Für Fichten und Kiefern muss man ab 15, für Nordmanntannen ab 20 Euro berappen.

Im Dezember kann man sich im Fischbacher Revier bei Arnsdorf wieder einen Weihnachtsbaum selbst schlagen. Übrigens: Wer sich in diesen Tagen beim Weihnachtsbaumkauf beziehungsweise beim Selberfällen gefragt hat, wie lange so ein Bäumchen eigentlich braucht, bis es die nötige Wohnzimmergröße von 1,50 bis zwei Meter erreicht hat: Acht Jahre benötigen Fichte, Kiefer oder Tanne bis sie die entsprechende Weihnachtsbaumstatur haben.

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