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"Brücke anheben wäre eine Variante"

Die Stadt Radeberg nennt Details zum Fußgängertunnel an der Dresdener Straße. Nächste Woche fällt die Entscheidung. Was Sie nun dazu wissen müssen.

Unter der Brücke Am Kaiserhof in Radeberg soll es einen Tunnel für Fußgänger geben. Doch die Kosten sind hoch.
Unter der Brücke Am Kaiserhof in Radeberg soll es einen Tunnel für Fußgänger geben. Doch die Kosten sind hoch. © Christian Juppe

Radeberg. Die Idee ist einleuchtend: einen Tunnel unter der Dresdener Straße hindurch anlegen. Fußgänger können so von einem Teil des Röderparks zum anderen spazieren ohne über die stark frequentierte Dresdener Straße zu müssen. Dafür hatte sich auch der Radeberger Stadtrat ausgesprochen. Jetzt sind die Kosten für das Projekt noch einmal stark gestiegen von rund 760.000 Euro auf fast 1,2 Millionen Euro. Soll an dem Tunnelbau festgehalten werden oder gibt es eine andere Lösung? Das Rathaus hat Alternativvarianten untersuchen lassen und auch Details zum möglichen Tunnel veröffentlicht. Die SZ beantwortet die wichtigsten Fragen.

Welche Alternativen zum Tunnel sind möglich?

Eine neue Variante sieht einen Fußgängerüberweg in der Kurve am Kaiserhof vor. Er führt vom Bereich an der ehemaligen Fabrikantenvilla zum gegenüberliegenden Parkgelände. Die Pläne sehen eine Fußgängerampel vor. In der Mitte der Fahrbahn entsteht eine Verkehrsinsel. Eine ähnliche Einrichtung gab es bereits früher an der Stelle.

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Was sich einfach anhört, hat weitreichende Auswirkungen. So muss die Ampel an der Kreuzung Rathenaustraße/Dresdener Straße mit der neuen Fußgängerampel zusammengeschaltet werden. Dazu muss die Kreuzungsampel eventuell umgerüstet werden. Die Bushaltestelle mit Fahrtrichtung Dresden rückt aus Gründen der Verkehrssicherheit näher an die neue Fußgängerquerung heran. Die bisherige Fußgängerampel an der AOK-Filiale entfällt, da der Abstand zwischen beiden zu gering wäre. Die Kosten für die Überquerung betragen nach Berechnungen eines Ingenieurbüros rund 240.000 Euro. Allerdings könnte sich die Summe durch den Umbau der Kreuzungsampel an der Rathenaustraße noch erhöhen.

Weitere Möglichkeit ist, alles beim Alten zu belassen. Fußgänger und Radfahrer müssten weiterhin die Ampel an der AOK-Filiale nutzen. Der Vorteil dieser Variante: Sie würde nichts kosten. Allerdings gibt es praktisch keine Verbindung zwischen den beiden Teilen des Röderparks.

Wie soll der Tunnel genau aussehen?

Die Stadtverwaltung Radeberg hat jetzt detaillierte Pläne für den Tunnel vorgelegt. Zunächst war die Stadt davon ausgegangen, dass der Weg vergleichsweise einfach unter der Brücke hindurchgeführt werden kann. Dann ist jedoch festgestellt worden, dass die Durchfahrtshöhe einfach zu gering ist und der Weg unterhalb des Wasserspiegels liegen würde. Eine Möglichkeit ist, die gesamte Brücke und die Straße um knapp einen halben Meter anzuheben. Hier betragen die Mehrkosten für die Stadt 1,4 Millionen Euro. Das haben die Ingenieure berechnet.

Zweite Möglichkeit ist, den Fuß- und Radweg unter der Brücke tieferzulegen und als eine Art Wanne auszuführen. Fluss und Weg würden dann durch eine halbhohe Wand voneinander getrennt. Diese Variante wäre etwas günstiger: Knapp 1,2 Millionen Euro soll sie kosten.

Was sind die Vor- und Nachteile der Varianten?

Für den Fußgängerüberweg mit einer neuen Ampel spricht vor allem der Kostenfaktor. Der Überweg ist erheblich günstiger als der Tunnel. Allerdings schätzt die Stadt die Überquerung an der Stelle als ungünstig ein. Sie stellt ein hohes Konfliktpotenzial und damit auch ein Sicherheitsproblem dar. „Insbesondere die hohe Verkehrsbelastung wie auch der hohe morgendliche Schülerverkehr von der Haltestelle August-Bebel-Straße kommend lässt Unfälle erwarten“, heißt es in der Stellungnahme.

Die Nachteile der Tunnelvariante: Der Weg müsste bei Hochwasser gesperrt werden. Radfahrer und Spaziergänger müssten dann den Umweg über die Ampel an der AOK-Filiale machen. Der Tunnel ist nicht sehr breit. Es könnte Schwierigkeiten zwischen Radfahrern und Fußgängern geben. Generell werden Tunnel von den Planern nicht mehr empfohlen, da sie schlecht einsehbar sind und deshalb eventuell von verschiedenen Nutzern gemieden werden.

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Der Vorteil des Tunnels ist die sichere Querung der viel befahrenen Dresdener Straße. Radfahrer und Fußgänger müssten keinen Umweg in Kauf nehmen. Beide Parkteile wären miteinander verbunden. Für Schüler der Pestalozzischule würde sich der Schulweg verkürzen. Allerdings heißt es in der Vorlage der Stadt: Die erforderlichen Mehrkosten für den Tunnel sind im Haushalt der Stadt Radeberg nach derzeitiger Haushaltslage nicht verfügbar. Am Mittwoch, 28. Juli, werden die Stadträte über das Projekt diskutieren. Die Entscheidung wird mit Spannung erwartet.

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