merken
PLUS Radeberg

Großinvestition bei Radeberger trotz Corona

Die Radeberger Brauerei nimmt eine neue Abfüllanlage in Betrieb. Die passt geradeso in eine Halle. Was das Besondere an der Anlage ist.

Projektleiter Jörg Hormes vor der neuen Abfüllanlage in der Radeberger Brauerei. Er freut sich, dass sie in so einer kurzen Zeit errichtet werden konnte und dazu noch unter Corona-Bedingungen.
Projektleiter Jörg Hormes vor der neuen Abfüllanlage in der Radeberger Brauerei. Er freut sich, dass sie in so einer kurzen Zeit errichtet werden konnte und dazu noch unter Corona-Bedingungen. © Radeberger Brauerei

Radeberg. Für den Laien ist das ein unübersichtliches Geflecht von Transportbändern, Motoren und Kabeln. Unablässig ist die Maschine in Bewegung. Alles läuft wie von Geisterhand gesteuert. Der Apparat ist riesig, er passt geradeso in eine mittelgroße Halle. Am Ende kommt etwas heraus, was in ganz Deutschland und darüber hinaus begehrt ist: frisches Radeberger Pilsner. „Es handelt sich um unsere neue hochmoderne Abfüllanlage. Sie ist jetzt vollständig in Betrieb. Ein externes Institut hat jetzt die erfolgreiche Endabnahme bestätigt“, sagt Jana Kreuziger von der Radeberger Exportbierbrauerei.

Bei dem Koloss handelt es sich um einen Alleskönner. Die Maschine nimmt die Kästen so in Empfang, wie sie im Supermarkt abgegeben wurden. Dann holen Greifer die leeren Flaschen aus den Behältern und beides kommt in riesige Waschmaschinen. Blitzsauber und trocken geht es für die Flaschen dann weiter zur eigentlichen Abfüllanlage. Frisches Pils rein, Verschluss drauf, Etiketten samt Goldfolie dran und fertig ist die beliebte Pilsner-Flasche. 

Anzeige
Nicht lange warten, ab ins neue Heim!
Nicht lange warten, ab ins neue Heim!

Schauen, beraten lassen, mit dem Bauherren sprechen. Am 25. Oktober findet eine Baustellenbesichtigung in Döbeln statt.

„Zwischen den Arbeitsschritten werden die Flaschen natürlich von speziellen Sensoren auf Sauberkeit, richtigen Sitz der Etiketten und vieles weitere geprüft. Zusätzlich überwachen Mitarbeiter die Anlage. Nur einwandfreie Flaschen werden weitergeleitet“, sagt Jana Kreuziger. Nach der Etikettierung heben Greifer die Flaschen zu Dutzenden an und setzen sie behutsam in die Kästen. Acht Behälter können in einem Arbeitsschritt bestückt werden. Auf Paletten werden die Kästen dann auch noch gestellt und automatisch in die Lagerhalle transportiert.

Einzelteile durch eine Öffnung im Dach gehievt

Zwei Jahre hatten die Planungen für die Anlage gedauert. Im Januar waren dann erste einzelne große Komponenten per Schwerlasttransport angeliefert und über das Dach ins Abfüllgebäude gehoben worden. Ein erster Probebetrieb fand im März statt. Danach wurde die Anlage immer weiter komplettiert, justiert und stufenweise zur jetzigen Gesamtleistung hochgefahren. „Das ist für ein Projekt dieser Größe ein ordentliches Tempo, das nur durch ein gutes Miteinander aller zu stemmen war“, sagt Jörg Hormes, Betriebsleiter der Radeberger Exportbierbrauerei. „Dass sich diese Dynamik dann beim Aufbau in diesem besonderen Jahr 2020 fortsetzte, ist für mich eine beeindruckende Leistung.“ 

Das Besondere an der Anlage: Sie kann mit unterschiedlichen Flaschengrößen, also mit 0,5- und 0,33-Liter-Flaschen umgehen und auch ganz unterschiedliche Kästen befüllen. So sind 24er-, 20er- und 11er-Größen kein Problem. Auch Sixpacks aus Pappkarton werden verarbeitet. Der Zeitaufwand für die Umstellung der Anlage auf eine andere Kastengröße ist deutlich geringer als bisher.

Acht Kästen werden von den Greifern gleichzeitig auf die Paletten gehoben. Automatisch werden sie dann ins Lager transportiert.
Acht Kästen werden von den Greifern gleichzeitig auf die Paletten gehoben. Automatisch werden sie dann ins Lager transportiert. © Radeberger Brauerei

Eine Großinvestition in Zeiten von Corona und den damit einhergehenden Festival- und Konzertabsagen, den Einschränkungen beim Gaststättenbetrieb – wie passt das zusammen? „Die Planungen haben ja lange vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie begonnen. Es war also nicht absehbar, was da auf uns zukommt. Dass wir aber an dem Projekt festgehalten haben, das zeigt, wie wichtig der Standort ist, dass wir auch unter den schweren Bedingungen in diesem Jahr weiter investieren“, sagt die Mitarbeiterin Jana Kreuziger. 

Glücklicherweise konnten alle Montagearbeiten, teilweise durch externe Teams, noch am Jahresanfang erledigt werden, bevor sich das Coronavirus ausbreitete. Die Auswirkungen der Pandemie haben die Brauwirtschaft schwer getroffen. Besonders der Stopp für nahezu alle Events macht sich beim Absatz bemerkbar. „Für uns hatte die Absage des Bierstadtfestes, des Stadtfestes in Dresden oder der nur eingeschränkte Betrieb bei den Filmnächten große Auswirkungen. Wir hoffen, dass sich die Lage vielleicht im nächsten Jahr normalisiert.“ 

Anlage bei Brauereiführungen zu sehen

Weiterführende Artikel

Radeberger Pilsner in neuer Verpackung

Radeberger Pilsner in neuer Verpackung

Bei den Filmnächten und im Handel wird das Getränk in neuen Bechern und Kästen präsentiert. Die SZ verlost Tickets für ein Konzert am Elbufer.

Radeberger Brauerei unterstützt Autokino

Radeberger Brauerei unterstützt Autokino

Das Projekt ist ein Schritt in Richtung Normalität, sagt der Brauereichef. Für "Rocketman" am Sonnabend verlost die SZ Freikarten für das Dresdner Autokino.

Wenn das so sein sollte, dann können sich Besucher die neue Anlage auch anschauen. „Bei den Radeberger Brauereiführungen hat jeder von der Besuchergalerie einen nahezu perfekten Blick auf alle Abläufe. Noch sind die Führungen ausgesetzt und niemand kann sagen, wann sie wieder starten können. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir eines Tages wieder Besucher durch die Brauerei führen können“, sagt Jana Kreuziger.

Mehr Nachrichten aus Radeberg und dem Rödertal lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Radeberg