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Radeberg krempelt den Marktplatz um

In den nächsten Jahren will die Stadt Radeberg gleich mehrere Großprojekte anpacken. Wohin das Geld fließt.

Der Radeberger Marktplatz wird nach den Plänen der Stadt umgestaltet. Großveranstaltungen wie diese Radio-Show sollen weiterhin stattfinden können.
Der Radeberger Marktplatz wird nach den Plänen der Stadt umgestaltet. Großveranstaltungen wie diese Radio-Show sollen weiterhin stattfinden können. © Archivfoto: Steffen Unger

Radeberg. Leerstehende Häuser, brachliegende Grundstücke, fehlende Parkplätze: In der Radeberger Innenstadt gibt es einiges zu tun. In den nächsten Jahren will die Stadt in wichtigen Bereichen vorankommen. In den nächsten zehn Jahren sollen fast neun Millionen Euro ausgegeben werden. Niedergeschrieben ist das im neuen Stadtentwicklungskonzept. Wo das Geld hinfließt und welche Punkte für die Einwohner von Radeberg besonders wichtig sind.

Verkehr: Fußgängerzone auf der Oberstraße geplant

Die weitreichendsten und auch teuersten Vorhaben plant die Stadt beim Thema Verkehr. So soll der Marktplatz komplett umgekrempelt werden. Es ist geplant, den immer wieder diskutierten Marktbrunnen endlich zu errichten. Der obere Teil des Marktplatzes wird nach dem Konzept als verkehrsfreier Bereich umgestaltet, überhaupt ist geplant, die Parkflächen neu anzuordnen.

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Insgesamt soll der Markt grüner werden, aber auch weiterhin für die Marktstände und für größere Veranstaltungen wie das Stadtfest nutzbar sein. Die Umsetzung ist für die Jahre 2025 bis 2027 vorgesehen. Mehr als eine Million Euro wird das kosten.

Parallel zu diesen Arbeiten wird 2026 die Oberstraße zwischen Markt und Pulsnitzer Straße zur Fußgängerzone umgestaltet. Dazu sollen unter anderem Barrieren, also die Bordsteine, wegfallen. Die Kosten betragen rund 270.000 Euro. Autos, die die Hauptstraße entlangkommen, können noch bis zum Marktplatz fahren, werden dann aber über die Pirnaer Straße wieder zurückgeleitet.

Das größte Einzelvorhaben ist an der Oberstraße geplant. Dort, oberhalb des Edeka-Supermarktes, wird ein Parkhaus entstehen und der Parkplatz erweitert. Die Größe ist ausreichend, und das Grundstück befindet sich in der Hand der Stadt. Das Parkhaus soll vor allem für Beschäftigte, Anwohner und Besucher gedacht sein. Mit dem Bau könnte schon im nächsten Jahr begonnen werden, 2024 ist die Fertigstellung geplant. Mit Grundstückskauf und Parkplatzerweiterung soll alles rund 2,6 Millionen Euro kosten.

Wohnen: Abriss von Ruinen in der Innenstadt

Die Radeberger Innenstadt ist als Wohngebiet überaus beliebt. Laut dem Stadtentwicklungskonzept ist die Zahl der Bewohner zwischen 2009 und 2019 um mehr als 40 Prozent gestiegen, in der Gesamtstadt waren es nur rund zwei Prozent. Zahlreiche Neubauten sind entstanden, unter anderem an der Ecke Pulsnitzer/Langbeinstraße. Dem gegenüber sind immer noch mehrere hässliche Ruinen in der Stadt zu sehen, an der Hauptstraße oder an der Pirnaer Straße. Auf Baulücken wird teils wild geparkt.

Ziel der Stadtverwaltung ist es, Schandflecke weitgehend zu beseitigen. So sollen Ruinen, wenn möglich, abgerissen werden. Beispielsweise gilt das für Garagen an der Wasserstraße. Auf diesen Flächen könnten dann neue Gebäude entstehen. Auch Häuser, die wegen ihres schlechten baulichen Zustandes nicht mehr saniert werden können, sollen weg und wenn möglich durch Neubauten ersetzt werden.

Selbst marode Anbauten oder Nebengebäude in Innenhöfen werden ins Visier genommen. Können sie nicht mehr genutzt werden, soll ein Abriss erfolgen. In Baulücken, etwa an der Hauptstraße, der Langbeinstraße/Ecke Schlossstraße oder am Niedergraben sollten Neubauten entstehen. Auf finanzielle Unterstützung können Eigentümer sanierungsbedürftiger Wohnhäuser hoffen, so etwa Besitzer von Gebäuden an der Pirnaer und der Mittelstraße. Sie könnten beispielsweise Mittel bei der energetischen Sanierung erhalten.

Läden: Attraktiver Markt soll mehr Kunden anlocken

Nach Einschätzung der Stadt werden es kleine, inhabergeführte Fachgeschäfte in der Radeberger Innenstadt weiterhin schwer haben. Dieser Fachhandel befindet sich in der Stadt bereits seit einiger Zeit auf dem Rückzug, so die Autoren des Konzeptes. Die Konkurrenz durch Online-Handel, erweiterte Warensortimente der Lebensmitteldiscounter und nicht zuletzt die Nähe zu Dresden ist sehr hoch, heißt es. Der Druck werde sich weiter verschärfen.

„Spätestens wenn die Unternehmensnachfolge zu regeln ist, ist mit weiteren Geschäftsschließungen zu rechnen.“ Mittel, um dem gegenzusteuern, sind begrenzt. So sollen Händleraktionen, individuelle Kundenwerbung und gegebenenfalls gemeinsame Online-Angebote auf den Weg gebracht werden. Dafür wird Geld in einem Verfügungsfonds bereitgestellt.

Defizite sehen die Autoren auch in der Gastronomie. Besonderes Manko sei, dass außer einem Café rund um den Marktplatz keinerlei Restaurants zu finden sind. Auch gebe es in der Innenstadt vor allem Bistros und Imbisse, keine gehobene Gastronomie. Die Fußgängerzone auf der Oberstraße und im oberen Bereich des Marktes soll das ändern. Dann wären Freisitze möglich, mit denen mehr Touristen und Kunden auf den Markt gelockt würden.

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