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Parkhaus entsteht in der Radeberger Innenstadt

Die Planungen laufen. Auch auf dem Marktplatz soll es Veränderungen geben.

Von Thomas Drendel
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Keine Stellfläche mehr frei: Der Parkplatzmangel in der Radeberger Innenstadt ist ein Dauerthema. Jetzt soll es eine Lösung geben.
Keine Stellfläche mehr frei: Der Parkplatzmangel in der Radeberger Innenstadt ist ein Dauerthema. Jetzt soll es eine Lösung geben. © René Meinig

Radeberg. Rings um den Marktplatz in Radeberg fehlen seit Jahren Parkplätze. Besonders an der Hauptstraße mit ihren vielen Geschäften ist der Bedarf enorm. Aber auch an den umliegenden Straßen haben Anwohner, Kunden und Mitarbeiter zu wenige Möglichkeiten, das Auto abzustellen. Auf einen Schlag sollen jetzt Dutzende neue Stellflächen in einem Parkhaus geschaffen werden. Die SZ nennt Details der Pläne.

Wo soll das Parkhaus entstehen?

Das Parkhaus wird auf dem bestehenden Parkplatz an der Oberstraße, oberhalb des Edeka-Supermarktes errichtet. Dieser Standort wurde von den Autoren des „Verkehrs- und Stellplatzkonzepts“ für die Innenstadt vorgeschlagen. Der Marktplatz ist von dort gut zu Fuß zu erreichen, es hat eine ausreichende Größe. Außerdem befindet sich das Grundstück im Besitz der Stadtverwaltung. „Das macht es möglich, schnell mit dem Bau zu beginnen“, sagt Rathaussprecher Marco Wagner.

Entstehen soll ein Parkhaus mit drei oder vier Parkdecks. Es könnte auf Stelzen errichtet werden oder als „normales“ Gebäude. Statt der jetzt verfügbaren 96 Plätze könnten dann bis zu 232 Stellplätze an der Oberstraße genutzt werden. Auch Car-Sharing-Stellplätze und Lademöglichkeiten für Elektro-Autos sind denkbar.

Wann soll mit dem Bau begonnen werden?

Nach Angaben von Marco Wagner laufen derzeit die Planungen. „Dabei wird geprüft, welche Variante die geeignetste ist: Wie viele Parkdecks sind möglich? Was ist die beste Bauweise?“ Danach ist auch klar, was das Parkhaus kosten wird. Im Verkehrs- und Stellplatzkonzept war von rund zwei Millionen Euro die Rede. Diese Summe wird wegen der Preissteigerungen bei den Baupreisen voraussichtlich jedoch nicht zu halten sein. Mit den Bauarbeiten soll im nächsten Jahr begonnen werden. Die Fertigstellung ist für 2024 geplant.

Weshalb wird das Projekt jetzt forciert?

Die Stadt Radeberg hatte sich mit dem Verkehrs- und Stellplatzkonzept beim Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren“ beworben. Vor einigen Tagen kam die Zusage. Radeberg wurde als eine von acht Städten in Sachsen für das Programm ausgewählt. Neben der Bierstadt sind unter anderen Hohnstein, Kamenz, Bernstadt a. d. Eigen, Glashütte und Rochlitz mit dabei. Für die Jahre 2021 bis 2025 werden für Radeberg insgesamt 2,36 Millionen von Bund und vom Freistaat bereitgestellt. Zu einem Drittel muss sich die Stadt an den Kosten beteiligen. Knapp 1,2 Millionen Euro muss also in den nächsten Jahren aus der Stadtkasse in die Projekte fließen.

Welches Projekt wird noch gefördert?

Im Konzept ist auch eine Fußgängerzone in der Innenstadt vorgesehen. Sie soll den Marktplatz umfassen und sich die Oberstraße entlang bis zur Pulsnitzer Straße erstrecken. Auf dem Markt könnten Bänke, Bäume und auch der von vielen gewünschte Marktbrunnen aufgestellt werden. Der Platz soll aber auch weiter für die Marktstände und für größere Veranstaltungen wie das Stadtfest nutzbar sein.

Autos, die die Hauptstraße entlang kommen, sollen künftig noch bis zum Marktplatz fahren und von dort über die Pirnaer Straße wieder zurückgeleitet werden. Auf dem Markt könnten unter anderem Freisitze entstehen und damit die Innenstadt für Besucher attraktiver werden. Die Umsetzung wird allerdings noch dauern. „Bis 2024 werden die Gelder für das Parkhaus ausgegeben. In den Folgejahren wird es um Vorhaben wie den Marktplatz gehen. Dann werden auch Details festgelegt“, sagt Marco Wagner.

Eine attraktivere Innenstadt wünschen sich zahlreiche Radeberger. Das hatte eine Umfrage der Stadt ergeben. Bei der Frage „Lädt die Innenstadt zum Verweilen ein?“ kreuzten die meisten die Antwort „Trifft eher nicht zu“ an. Ihnen ist es wichtig, ein Stadtzentrum mit einem vielfältigen Angebot an Waren und Dienstleistungen vorzufinden. Fast 70 Prozent der Teilnehmer der nicht repräsentativen Umfrage wünschen sich das. Auch mit der Parksituation in der Innenstadt sind die Teilnehmer unzufrieden. Der Aussage „Im Stadtgebiet stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung“ stimmen die meisten Teilnehmer (rund 32 Prozent) „überhaupt nicht“ zu.