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Radeberger Firma investiert in Schutz für Radfahrer

In einem Pilotprojekt hat Wurstwarenproduzent Korch einen Lkw mit einem Abbiegeassistenten ausgerüstet. Die gesamte Flotte soll folgen.

Ralf Volkmer, Betriebsleiter Bosch Car Service Help in Dresden, zeigt Korch-Mitarbeiter Daniel Thomschke die Funktionen des Abbiegeassistenten.
Ralf Volkmer, Betriebsleiter Bosch Car Service Help in Dresden, zeigt Korch-Mitarbeiter Daniel Thomschke die Funktionen des Abbiegeassistenten. © privat

Radeberg. Zuletzt passierte es im September 2019. Auf der Löbauer Straße in Bautzen übersah ein Lkw-Fahrer einen Radfahrer, der sich vermutlich im toten Winkel des Lasters befand. Bei dem Zusammenstoß wurde der Radfahrer lebensbedrohlich verletzt. Ein Notarzt kämpfte um das Leben des Verletzten. Ähnliche Vorfälle gibt es in Dresden. Dabei werden die Radler oft schwer verletzt oder verlieren sogar ihr Leben.

Ersten Zwölftonner ausgerüstet

Um derartige Unfälle zu verhindern, hat jetzt die Radeberger Fleisch- und Wurstwaren Korch GmbH ein Pilotprojekt gestartet. An einem ihrer Zwölftonner hat das Unternehmen einen Abbiegeassistenten einbauen lassen. Das System überwacht den gefährlichen toten Winkel und erkennt durch ein Kamerasystem und verschiedene Sensoren Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer oder Fußgänger im direkten Umfeld des Fahrzeugs. Mittels verschiedener Signale warnt das Kommunikationssystem die Fahrer.

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Das Gerät wurde in Zusammenarbeit mit dem Bosch Car Service Help in Dresden eingebaut. „Das Gute daran ist, dass wir die Assistenten in fast jedes Fahrzeug nachrüsten können und meistens auch Fördermöglichkeiten bestehen. Der finanzielle Aufwand wird somit gering gehalten, der Nutzen für die Verkehrsteilnehmer ist jedoch extrem groß“, sagt Inhaber Lutz Leuthold.

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Nach Schätzungen von ADFC und Unfallforschung der Versicherer könnten durch elektronische Lkw-Abbiegeassistenten über 60 Prozent der schweren Unfälle verhindert werden. Laut Tino Glaschke, Geschäftsführer und Technischer Leiter von Korch werden durch die firmeneigenen Lkw täglich 20 Filialen und etwa 100 Kunden wie Supermärkte oder Gastronomen beliefert. „Wir legen insgesamt rund 500.000 Kilometer pro Jahr zurück. Wir wollen mit dem Einbau der Systeme Radfahrer und Fußgänger schützen.“ Nach seinen Angaben plant das Radeberger Unternehmen in nächster Zeit die Nachrüstung aller firmeneigenen Fahrzeuge mit entsprechenden Assistenzsystemen. (SZ/td)

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