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Schweinepest rückt fürs Rödertal näher

Die Lage ist ernst, sagen Jäger. Auch Schweinezüchter in der Region um Radeberg sind besorgt.

Eine Veterinärmedizinerin untersucht den Fund eines Wildschweinkadavers.
Eine Veterinärmedizinerin untersucht den Fund eines Wildschweinkadavers. © dpa

Radeberg. Bloß nicht anfassen! Und vor allem: sofort den Behörden melden! Das rät der Weixdorfer Jagdpächter Andrzej Krysztofinski all denjenigen, die in diesen Tagen in der Dresdner Heide oder in anderen Regionen des Rödertals unterwegs sind. Wer da plötzlich auf einen Wildschweinkadaver stoße, solle sehr vorsichtig sein. Es sei nicht auszuschließen, so der Jagdpächter weiter, dass „diese Tiere an der Afrikanischen Schweinepest gestorben sind“.

Die hochgefährliche Tierseuche war im vergangenen Jahr erstmals im deutsch-polnischen Grenzgebiet bei einem Wildschwein festgestellt worden. Mittlerweile wurden auch im Görlitzer Landkreis etliche Wildschweine infiziert. Mehr als 60 Tiere starben dort an der Tierseuche. Seitdem wurde die Gefahrenzone zur Eindämmung stark ausgeweitet. Laut Gesundheitsministerium umfasst das Gebiet derzeit knapp 1.000 Quadratkilometer, die die gefährdete Zone reicht von der polnischen Grenze bis zur A4 im Süden sowie bis Boxberg im Westen.

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Pufferzone reicht bis in den Landkreis Bautzen

Weil sich an dieses gefährdete Gebiet eine etwa 800 Quadratkilometer große Pufferzone anschließt, die bis in den Landkreis Bautzen hineinragt und Ortsteile der Gemeinden Lohsa und Radibor umfasst, stellt sich Andrzej Krysztofinski die Frage nach dem „Wann?“.

Wann wird diese Tierseuche, die auch für Hausschweine tödlich ist, erstmals im Dresdner Umland, in seinem Revier, auftauchen? Man sei zuletzt in Schulungen auf das vorbereitet worden, was da im Zusammenhang mit der Tierseuche „auf uns zukommen kann“, sagt der Weixdorfer. Es werde ja derzeit alles getan, damit sie sich nicht weiter im Landkreis Görlitz ausbreite. Krysztofinski findet, dass „die Lage ernst ist“.

Je mehr Wildscheine es in den Revieren gebe, um so größer sei der Wahrscheinlichkeit, dass Tiere sich mit dem Virus infizierten. Andrzej Krysztofinski hat Zahlen parat, um zu beschreiben, wie stark die Bestände in den vergangenen Jahren hier gewachsen sind. In einem Revier mit einer Größe von etwa 15 Quadratkilometern habe man in den ersten Nachwendejahren im Jahr zwischen drei und fünf Wildschweine erlegt. Mittlerweile habe sich die Zahl der erlegten Tiere in Revieren dieser Größenordnung teilweise mehr als verzehnfacht.

Nur Mitarbeiter dürfen Stall betreten

Heißt: Bei einem derart hohen Bestand hat das Virus leichtes Spiel, verbreitet sich schnell. Krysztofinski: „Da wird es schwer, den Verlauf einer Seuche zu beeinflussen.“ Man könne auch nicht ausschließen, dass sich einzelne Tiere ob des stärkeren Jagddruckes in andere Gebiete flüchteten. Etwas, was auch Thomas Adler weiß, der ebenfalls Jäger ist. Als Vorstandsvorsitzender der Großröhrsdorfer Agrargenossenschaft fürchtet er gegenwärtig um seine Hausschweine.

Rund 1.500 Schweine hat der Betrieb derzeit. Die dürften, seitdem die Schweinepest in Ostsachsen aufgetaucht ist, nicht mehr raus, so Adler. Außer den Mitarbeitern, die sich um die Tiere kümmerten, komme niemand mehr in den Stall rein. Glücklicherweise sei ja bisher, so Adler, im Landkreis noch kein Betrieb mit einer Schweinezucht von der Afrikanischen Schweinepest betroffen.

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Die verläuft in der Regel tödlich und kann von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände wie Kleidung, in der Natur entsorgte Lebensmittel sowie Futter in andere Gebiete übertragen werden. Für Menschen ist die Seuche ungefährlich. Andrzey Krystofinski sagt, dass er, wie auch etliche seiner Zunftkollegen, im Moment etwas angespannt sei. So eine Art Wartezustand sei das. Banges Warten auf den Zeitpunkt, an dem die Schweinepest im Rödertal ankommen könnte.

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