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Neue Buslinien im Rödertal

Die bisherige 308 wird durch neue Verbindungen ersetzt. Langebrück bekommt endlich die Stadtbuslinie. Liegau sieht Verbesserungsbedarf.

Von Thomas Drendel
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Noch fahren die Busse der Linie 308. Allerdings sind ihre Tage gezählt. Nur noch bis Ende des Jahres sind sie zwischen Radeberg, Langebrück, Klotzsche und Radeburg unterwegs. Dann verkehrt die Linie 78 auf Teilen der Strecke.
Noch fahren die Busse der Linie 308. Allerdings sind ihre Tage gezählt. Nur noch bis Ende des Jahres sind sie zwischen Radeberg, Langebrück, Klotzsche und Radeburg unterwegs. Dann verkehrt die Linie 78 auf Teilen der Strecke. © Archiv: Willem Darrelmann

Radeberg. Im Dresdner Norden gibt es mit Bosch, Global Foundries und anderen Unternehmen große Arbeitgeber. In Radeberg, Langebrück oder Ottendorf sind neue Wohnstandorte entstanden. Beides besser zu verbinden, das haben sich die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) und der Landkreis Bautzen vorgenommen. Mit Beginn des neuen Jahres startet deshalb ein neues Busnetz. Künftig fahren die DVB-Busse bis Ottendorf-Okrilla, Radeberg und Marsdorf. Die Details.

Neue Linie ersetzt die 308

Am 1. Januar startet nach Angaben der DVB die neue Buslinie 78. Sie verbindet Ottendorf-Okrilla und Radeberg mit Dresden-Klotzsche. Sie wird in diesem Bereich die bisherige Regionalverkehrslinie 308 ersetzen. Der Linienverlauf in Richtung Radeberg wurde so angepasst, dass die Fahrten durch die Ortschaften Schönborn und Liegau-Augustusbad führen.

„Viele Arbeitsplätze und Einkaufsmöglichkeiten sind damit ohne Umstieg erreichbar“, sagt Martin Gawalek von den DVB. Die Buslinie 77 wird von Infineon Nord über Industriegebiet Nord und Weixdorf nach Marsdorf verlängert. Die Buslinie 552 verkehrt künftig zwischen Radeburg und dem Bahnhof Klotzsche. So ist auch eine direkte Anbindung von Radeburg und Medingen an den Zugverkehr in Klotzsche gegeben, teilt er weiter mit.

Ohne Umstieg ins Gymnasium und die Oberschule

Die Busanbindung in Langebrück erfolgt mit der neuen Stadtbuslinie 78 anstatt mit der Linie 552. Die Bahnhöfe Klotzsche und Radeberg sind weiterhin ohne Umstieg erreichbar. Darüber hinaus verbindet die 78 Langebrück nun auch direkt mit dem Gymnasium und der Oberschule in Klotzsche und den großen Gewerbestandorten Bosch und Global Foundries. Auch Schönborn, Liegau-Augustusbad, Grünberg und Ottendorf-Okrilla mit seinem großen Gewerbegebiet sind ohne Umstieg erreichbar. Die bestehenden Nachtbusse am Wochenende werden in die Linie 78 integriert.

Schönborn wird ebenfalls über die neue Linie 78 versorgt. Hinzu kommt die neue Regionalbuslinie 761. Der „552er-Linie“ entfällt in diesem Bereich. Mit der „78“ sind die Bahnhöfe Klotzsche, Langebrück und Radeberg weiterhin ohne Umstieg erreichbar.

Darüber hinaus verbindet die Linie 78 Schönborn nun auch direkt mit dem Gymnasium und der Oberschule in Klotzsche sowie mit den großen Arbeitgebern. Radeberg und Ottendorf-Okrilla werden von der Linie 78 bedient, die neue Linie 761 verdichtet das Angebot tagsüber, so die DVB.

Weixdorf bleibt wie gewohnt durch die Straßenbahnlinie 7 mit Dresden verbunden. Die Buslinie 552 verkehrt zwischen Bahnhof Klotzsche und Radeburg und bedient dabei auch Weixdorf und Medingen. Die Fahrten der Regionalbuslinie 322 bleiben bestehen.

Liegauer sehen Verbesserungsbedarf

Laut DVB wird durch die Veränderungen vieles besser. So können Fahrgäste alle 30 Minuten von Schönborn über Langebrück nach Dresden pendeln. Alle 60 Minuten geht es von Ottendorf-Okrilla nach Dresden und nach Radeberg. Auch von Radeberg aus geht es stündlich in die Landeshauptstadt. Aus Langebrück kommt Zustimmung zur Neuordnung. Mit der „78“ bekommt der Dresdner Ortsteil nun endlich die vor Jahren im Eingemeindungsvertrag versprochene Stadtbuslinie. Ortsvorsteher Christian Hartmann (CDU) spricht von einer signifikanten Verbesserung für den Ortsteil.

Weniger zufrieden ist Raimund Pecherz, Ortsvorsteher von Liegau-Augustusbad. Nach seinen Recherchen verschlechtert sich die Anbindung von Liegau in Richtung Langebrück und Schönborn. „Andererseits gibt es dann Tageszeiten, in denen Busse mit einem Abstand von nur zwei bis drei Minuten fahren. Das braucht niemand in Liegau.“ Nach seinem Eindruck wird mit einem hohen Kostenaufwand nur geringer Nutzen erzielt. Er sieht Nachbesserungsbedarf.