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S177: Nadelöhr im Rödertal

Am Montag wird die nächste Großbaustelle bei Leppersdorf eingerichtet. Was auf Autofahrer zukommt.

Nur über Umwege nach Leppersdorf und Pulsnitz: In Radeberg weisen gleich mehrere Schilder den Autofahrern die Richtung. Links im Bild ist bereits das Asphaltband der neuen Schnellstraße S177 zu sehen. Im Oktober soll das erste Stück befahrbar sein.
Nur über Umwege nach Leppersdorf und Pulsnitz: In Radeberg weisen gleich mehrere Schilder den Autofahrern die Richtung. Links im Bild ist bereits das Asphaltband der neuen Schnellstraße S177 zu sehen. Im Oktober soll das erste Stück befahrbar sein. © Marion Doering

Radeberg. Die vielen Autofahrer, die von Radeberg nach Leppersdorf wollen und dort auf die Autobahn oder weiter in Richtung Pulsnitz, werden derzeit auf eine harte Probe gestellt. Die direkte Verbindung zwischen beiden Kommunen ist gesperrt. Die Autofahrer werden auf eine weite Umleitungsstrecke geschickt. Jetzt kommt ein weiteres Nadelöhr in Leppersdorf hinzu. Was genau ist vorgesehen?

Vollsperrung am Müllermilch-Abzweig geplant

Sommerzeit ist Bauzeit, aber zwei Großprojekte so dicht beieinander, das dürfte es nicht so oft geben. In unmittelbarer Nachbarschaft des Projektes „Neubau Schnellstraße S177“ wird die Gemeinde Wachau jetzt die Kreuzung Pulsnitzer Straße/An den Breiten umgestalten. Hunderte Lkw biegen hier täglich ab, um zur Molkerei Sachsenmilch zu fahren. Teilweise kommt es an dem Knotenpunkt zu langen Staus.

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Am Abzweig soll deshalb die Fahrbahn verbreitert und ein zusätzlicher Linksabbieger-Streifen geschaffen werden. Außerdem ist die Straße „An den Breiten“ vom starken Lkw-Verkehr schwer beschädigt. Es haben sich Spurrinnen gebildet, Schlaglöcher sind zu sehen. Die Fahrbahn wird wieder in Ordnung gebracht.

© SZ Grafik

Das Vorhaben ist seit langem geplant. Rund 1,5 Millionen wird es insgesamt kosten. Nach Angaben der Gemeinde Wachau beginnen die Arbeiten in knapp einer Woche am Montag, den 17. Mai. Ende Dezember 2021 soll alles fertig sein. Autofahrer müssen sich auf Einschränkungen einstellen, eventuell muss zeitweilig eine Ampel aufgestellt werden. „Spätestens im November wird es voraussichtlich eine vierwöchige Vollsperrung der Hauptverkehrsstraße auf Höhe des Supermarkt-Geländes vor dem Abzweig An den Breiten geben“, so die Mitarbeiterin. Wie genau die Umleitung des Durchgangsverkehrs in der Zeit erfolgt, steht noch nicht fest.

Voraussichtlich wird für den überörtlichen Verkehr die Strecke über Großröhrsdorf genutzt (siehe Grafik). Sie ist momentan als Umleitung wegen der Bauarbeiten an der dreispurigen Schnellstraße zwischen Radeberg und Leppersdorf ausgeschildert. Die gute Nachricht: Der Einkaufsmarkt und das Gewerbegebiet An den Breiten mit dem Müllermilch-Werk sind während der Bauzeit über eine Baustraße sowie einen Fußgängerweg erreichbar. Während der Vollsperrung können Autofahrer allerdings nur aus Richtung Norden zum Supermarkt und auf das Sachsenmilch-Gelände fahren.

S177-Umleitung voraussichtlich bis Oktober

Wegen der S177-Baustelle ist schon jetzt die Straße zwischen Radeberg und Leppersdorf gesperrt. Die neue Straße quert die alte Trasse an mehreren Stellen. Ein Durchgangsverkehr ist deshalb nicht mehr möglich. Für Autofahrer heißt das, teils weite Umwege in Kauf zu nehmen. Alle, die von Radeberg aus in Richtung Pulsnitz wollen, müssen über Großröhrsdorf fahren (siehe Grafik). Von Großröhrsdorf geht es dann zum Kreisverkehr am Eierberg. Am Abzweig in Großröhrsdorf steht eine Ampelanlage. Autofahrer, die zur A4 wollen, müssen quasi von „hinten“ auf die Autobahn auffahren. Die Strecke verlängert sich um rund fünf Kilometer.

In der Gegenrichtung von Pulsnitz nach Radeberg erfolgt die Umleitung durch Leppersdorf bis zum Abzweig nach Kleinröhrsdorf und von dort über die K9254 bis zur S158 und dann weiter bis Radeberg. Hier beträgt der Umweg rund zwei Kilometer. Für Autofahrer ist die Umleitungsstrecke offenbar gut nutzbar. „Ich fahre dort entlang, wenn ich von Radeberg zur Autobahn und dann weiter Richtung Görlitz will“, sagt Fuhrunternehmer Uwe Pichel, Inhaber der Firma KTM-Kurier- & Transportunternehmen in Ullersdorf. Längere Staus hat er bisher nicht bemerkt. „Das funktioniert soweit ganz gut. Bis auf die weitere Strecke gibt es da nichts zu bemängeln.“

Überschneidung beider Sperrungen soll vermieden werden

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Das könnte eng werden: Im Süden die Großbaustelle an der Schnellstraße und im Norden der Kreuzungsbau An den Breiten. Jeweils gibt es Vollsperrungen. Ist Leppersdorf für Tage nur über Nebenstraßen für Autofahrer erreichbar? Nach Angaben der Gemeindeverwaltung Wachau hat man das Problem im Blick. „Beide Großbaustellen aufeinander abgestimmt. Erst wenn die Zufahrt aus Richtung Radeberg nach Leppersdorf für die Leppersdorfer abgestimmt ist, kann die Pulsnitzer Straße am nördlichen Ortsausgang für einige Zeit gesperrt werden“, heißt es aus der Gemeinde Verwaltung Wachau.

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