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Theatergruppe zu gewinnen

Der Wachauer Orla-Verein will mit teils ungewöhnlichen Veranstaltungen das kulturelle Leben ankurbeln.

Waldpädagogin Claudia Scharf bereitet das nächste Projekt vor, ein Achtsamkeits-Training.
Waldpädagogin Claudia Scharf bereitet das nächste Projekt vor, ein Achtsamkeits-Training. © Marion Doering

Wachau. Die Sehnsucht nach Kultur, sie ist in diesen Tagen auch beim Wachauer Orlaverein deutlich spürbar. Und so schaut Sabine Zimmermann-Törne mit großen Erwartungen auf die kommenden Freiluft-Veranstaltungen. Veranstaltungen, die den Verein nicht nur in den Blickpunkt der kulturell-interessierten Menschen rücken, sondern auch dokumentieren sollen, dass, um es mal salopp auszudrücken, „in Wachau richtig was abgeht“. Zugegeben, das ist eine Wortwahl, mit der sich die Kuratorin und Initiatorin des Orlavereins nicht unbedingt anfreunden kann.

Aber sie weiß natürlich, dass das, was sie und die zahlreichen Freunde und Förderer des Vereins programmatisch auf die Beine gestellt haben, etwas ist, was neugierig machen dürfte. Also darf es bei der Ankündigung fürs diesjährige, teils originell-wirkende, Kulturprogramm, gerne auch mal verbal griffiger sein. Damit es sich auch einprägt.

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Sicher, derzeit ruht überall noch das kulturelle Leben. Theater sind dicht, Konzerte fallen aus. Aber wo die Menschen den großen Sälen und Ballungsräumen fernbleiben sollen, zünden häufig Ideen, wie sie der Orlaverein und ihre Kuratorin haben.

Ausstellungen im ehemaligen Pfarrhaus

Pandemiebedingt finden die Kunst- und Kulturprojekte unter freiem Himmel statt. Hofft man im Verein darau,f Hofkino, Lesungen, Konzerte und Workshops in den kommenden Monaten realisieren zu können. Da das Wachauer Schloss nicht mehr als Ausstellungsort in Betracht kommt, soll der Pfarrhof mit seiner Künstlerresidenz künftig kultureller Impulsgeber in der Region werden.

Unter den rund 15 Veranstaltungen befindet sich auch ein Achtsamkeits-Training im Wald, geleitet von Waldpädagogin Claudia Scharf. Sabine Zimmermann-Törne weist darauf hin, dass Kurse dieser Art seit neustem coronabedingt von der Krankenkasse gefördert werden.

Interessant und ungewöhnlich zugleich dürfte sicher das Gastspiel einer Theatergruppe namens Samanon sein. Ein Zusammenschluss von Künstlern aus dem Dresdner und Hallenser Raum. Eine Vorschau des Stücks ist im April geplant, vor ausgesuchter Besucherschaft, wie die Kuratorin betont. Zum einen, um zu schauen, wie die Reaktionen des Publikums ausfallen, zum anderen, um Zuschauer mit möglichen Realitäten im Falle von steigenden Inzidenzwerten zu konfrontieren. Dann ist ja ein Besuch von Kulturveranstaltungen nur mit negativem Coronatest möglich.

Schattentheater in der Marienmühle

Der Clou beim Engagement dieser Theatergruppe: Man kann sie gewinnen, respektive deren Inszenierung. Dazu lädt der Veranstalter ab 26. April Kleinstädte in Sachsen (bis zu einer Größe von 20.000 Einwohnern) ein, sich als Preisträger-Stadt zu bewerben. Die Kommune, die bei der Auslosung gewinnt, darf die Inszenierung der Gruppe kostenfrei zeigen. Den Zeitpunkt der Aufführung kann man mit dem Regisseur abstimmen. Kosten für die Künstler entstehen dem Sieger nicht, die übernimmt der Orlaverein.

Spannend dürfte es auch am 18. Juni bei einer ungewöhnlichen Schattentheaterpremiere werden, die den Titel „Der Freischütz im Tina Thal“ trägt und an der Marienmühle im Seifersdorfer Tal aufgeführt wird. Bleibt also nur zu hoffen, dass die pandemische Lage die Veranstaltungen zulässt. Was man dann tun kann, um den Orlaverein zu unterstützen? Ganz einfach: Mit der ganzen Familie vorbeischauen und den Theater-, Hofkino- oder Konzertbesuch in Wachau feiern: als ein kulturelles Fest.

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