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Wachau stimmt Schloss-Projekt zu

In den barocken Herrensitz sollen Nicht nur Büros einziehen. Außerdem musste der Investor eine weitere Zusage machen.

Der Saal des Barockschlosses Wachau beeindruckt unter anderem durch seine Deckenbemalung.
Der Saal des Barockschlosses Wachau beeindruckt unter anderem durch seine Deckenbemalung. © Archivfoto: Stephan Böhling, Livemoment

Wachau. Der Ausbau des Wachauer Barockschlosses hat eine weitere Hürde genommen. Der Gemeinderat stimmte den Plänen des Investors Neth Immobilien zu. Jetzt liegen die Papiere beim Landratsamt zur Genehmigung vor. "Wir hoffen jetzt, dass ihnen zugestimmt wird. Wenn das der Fall ist, werden wir mit den Arbeiten im Schloss beginnen. Das soll im Laufe dieses Jahres sein", sagt Eiko Großmann, Geschäftsführer der Walther Projektmanagement GmbH. Sie wurde von der Firma Neth Immobilien mit der Konzipierung und Umsetzung des Schlossprojektes beauftragt.

Nach den Plänen werden im Schloss zehn Wohnungen entstehen. "Sie sind im Erdgeschoss und in den beiden Obergeschossen angeordnet, unter anderem in den beiden Schlossflügeln", sagt Großmann. Ins Dachgeschoss werden keine Appartements einziehen. "Dazu hätten zu große Veränderungen am Dachstuhl vorgenommen werden müssen. Er ist ja sehr imposant und mit großer Handwerkskunst gefertigt. Da wollten wir nicht eingreifen." Die Appartements haben eine Größe zwischen 88 und 150 Quadratmetern. Sie werden als Eigentumswohnungen angeboten. Die Preise will Großmann noch nicht verraten. "Das wird noch genau kalkuliert." Zu erreichen sind die Wohnungen künftig über einen zentralen Aufzug.

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Zehn Eigentumswohnungen im Schloss

Wichtig ist den Wachauern, dass die repräsentativen Räume wie der Weiße Saal, das Mauren- oder das Musikzimmer zugänglich bleiben. Das sichert der Investor zu. "Am Tag des offenen Denkmals beispielsweise können sich Interessenten diesen Bereich ansehen. Allerdings wird es kein Museum werden, das das gesamte Jahr über besucht werden kann." Diese Räume sollen als exklusive Büros genutzt werden. Zuvor werden sie aufwendig restauriert. "Wir sind dazu in enger Absprache mit dem Denkmalamt. Die Räume sind sehr reich ausgestaltet. Das werden wir erhalten. Wir sanieren ja seit Jahrzehnten schon denkmalgeschützte Gebäude. Da haben wir einige Erfahrung."

Wann die ersten Bewohner einziehen werden, kann der Geschäftsführer noch nicht genau sagen. "Wir hoffen, dass wir 2023 fertig werden. Vielleicht ist das auch erst 2024 der Fall. Bei einem Vorhaben dieser Größe ist das nicht genau vorherzusehen." Zum Projekt gehört die Sanierung des angrenzenden Rittergutes. Dort wird die noch vorhandene Scheune saniert, und es wird zusätzlich ein weiteres Gebäude errichtet. 30 Wohnungen werden hier untergebracht. "Dabei achten wir sehr darauf, dass sich alles in das historische Ensemble einfügt. Unsere Architektin Ute Markscheffel hat hier eine sehr gute Vorarbeit geleistet. Wir sind zuversichtlich, dass unser Bauantrag so auch genehmigt wird." Nach Angaben von Eiko Großmann ist das Interesse an den Wohnungen bereits jetzt sehr groß.

Eins der attraktivsten Schlösser im Freistaat

Eine Einfamilienhaussiedlung wird es auf dem Rittergutsgelände nicht geben. "Das würde nicht zum Charakter der Anlage passen." Neben den Gebäuden wird der neue Eigentümer auch die Außenanlagen herrichten. Dazu gehört die Instandsetzung des Schlossgrabens. "Begrenzungsmauern und die Ablaufeinrichtung werden in Ordnung gebracht. Es ist wichtig, dass der Wasserstand das Jahr über gehalten wird. Das Schloss steht bekanntlich auf Eichenpfählen. Sie brauchen das Wasser, um tragfähig zu bleiben." Wie hoch die Investitionskosten insgesamt sind, will Großmann nicht verraten. "Das ist ein anspruchsvolles Projekt. Die genaue Summe wissen wir erst, wenn alles fertig ist." Frühere Schätzungen sind von Sanierungskosten in Höhe von bis zu zehn Millionen Euro ausgegangen.

Schloss Wachau zählt nach Einschätzung des Landesamtes für Denkmalpflege zu den attraktivsten und wertvollsten Schlössern des Freistaates und gehört in eine Liga mit dem Barockschloss Rammenau oder dem Schloss Moritzburg. Im Gebäude sind überwältigende Deckengemälde vorhanden, Holzvertäfelungen und wertvolle Kamine. Fassade und Dach wurden nach der Wende denkmalgerecht saniert. Die Gemeinde Wachau als Eigentümerin hatte jahrelang versucht, das Schloss an einen geeigneten Investor zu verkaufen. Zahlreiche Versuche scheiterten. Entweder stimmte das Konzept nicht oder das Landesdenkmalamt legte ein Veto ein. So beim Vorhaben eines Radebeuler Unternehmers, der Balkone anbringen wollte.

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Zuletzt hatte ein Unternehmer aus Arnsdorf ein Angebot abgegeben. Nach Angaben von Bürgermeister Veit Künzelmann (CDU) scheiterte der Verkauf an Unklarheiten bei der Finanzierung. Der Kaufinteressent war von Kosten in Höhe von 2,5 Millionen Euro ausgegangen. Die Gemeinde ging von Kosten in Höhe von fünf bis sieben Millionen Euro aus, um das Schloss wieder herzurichten. "Diese große Differenz hat uns dazu bewogen, ihm den Zuschlag nicht zu erteilen", sagte er damals.

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