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Wahlkampf in die Sozialen Medien verlagert

Am Sonntag findet in Ottendorf-Okrilla die Neuauflage der Bürgermeisterwahl statt. Drei Kandidaten stehen zur Wahl.

Carsten Rybicki (AfD), René Edelmann (parteilos) und Rico Pfeiffer (parteilos, v.li.) sind die Bürgermeisterkandidaten in Ottendorf-Okrilla.
Carsten Rybicki (AfD), René Edelmann (parteilos) und Rico Pfeiffer (parteilos, v.li.) sind die Bürgermeisterkandidaten in Ottendorf-Okrilla. © René Meinig

Ottendorf-Okrilla.  Am Sonntag wird in Ottendorf-Okrilla der neue Bürgermeister gewählt. In der Neuauflage dieser Wahl treten mit Rico Pfeiffer und René Edelmann (beide parteilos) sowie Carsten Rybicki (AfD) drei Kandidaten an. Im März dieses Jahres war die zweite Runde der Ottendorfer Bürgermeisterwahl wegen Corona abgesagt worden, die Amtszeit des amtierenden Bürgermeisters Michael Langwald (parteilos) war daraufhin bis zu diesem Herbst verlängert worden. Im Freistaat waren wegen der Pandemie insgesamt rund 30 Wahlen in Städten und Gemeinden auf einen späteren Zeitpunkt verschoben worden. 

SZ erkundigte sich bei den Bürgermeisterkandidaten, wie sie das zurückliegende halbe Jahr genutzt haben, ob sie ihr bestehendes Wahlprogramm noch einmal erweitert respektive geschärft haben und mit welchen Erwartungen sie auf die kommende Wahl schauen. Um auch die jüngere Generation zu erreichen, setzen die Kandidaten verstärkt auch aufs Internet, insbesondere auf Soziale Medien wie Facebook und Instagram. Alle drei hoffen am Sonntag auf eine große Wahlbeteiligung.

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Rico Pfeiffer (parteilos) will eine moderne Kinderbetreuung

Der Ottendorfer Bauhofleiter Rico Pfeifer hat sein bisheriges Wahlprogramm - dazu gehört neben einer modern ausgerichteten Kinderbetreuung, dem Ausbau von Rad- und Gehwegen auch die Beseitigung der Baubrachen - nicht erweitert. „Ich bleibe meinen Aussagen treu“, so der gebürtige Ottendorfer. Der auch darauf hinweist, dass er die Corona-Pandemie keinesfalls zu einem Wahlkampfthema machen wird. Der Grund: „Diese Krise wird uns noch einige Zeit Probleme machen, die wir aber gemeinsam lösen können.“ In den vergangenen Wochen habe er mit vielen Ottendorfern geredet, zahlreiche Mails beantwortet. Da man wegen Corona keine großen Veranstaltungen durchführen könne, habe er seinen Wahlkampf zunehmend in die Sozialen Medien verlagert. Die Zeit zwischen der abgesagten Wahl und der nun anstehenden sei sicher für die Mitbewerber ein Vorteil gewesen, findet Pfeiffer: „Die haben sich neu ordnen, ihr Wahlkampfprofil schärfen können.“

René Edelmann (parteilos) will Verwaltung umbauen

Auch das Wahlprogramm von René Edelmann weist Beständigkeit auf. Er habe kein weiteres Kernthema hinzugefügt, erklärt der Medinger. Der findet, dass man in der Gemeinde „viele Themen dringender denn je“ angehen müsse. Der Umbau der Verwaltung sei notwendig, ebenso der Bau einer Ortsumgehungsstraße, die ja in Ottendorf wieder stark diskutiert werde. Edelmann, dessen Herzensangelegenheit die Kita-Thematik wie auch eine stärkere Zusammenarbeit mit den Landkreis-Kommunen ist, hofft darauf, dass sich viele Ottendorfer an der Bürgermeisterwahl beteiligen. Obwohl, wie er zuletzt festgestellt hat, „eine gewisse Wahlmüdigkeit bei den Leuten hier“ schon festzustellen sei. Das sei aber kein Wunder, schließlich sei die Bürgermeisterwahl seit November des vergangenen Jahres ein Dauerthema in der Gemeinde. Einen klassischen Online-Wahlkampf führe er nicht, aber klar, via Facebook kommuniziere er schon. Am Sonntag werde man sehen, ob die halbjährige Pause ein Vor- oder Nachteil für die Kandidaten sei, so Edelmann. Sein auch in diesen Tagen immer wieder erklärtes Ziel: „Ich will Bürgermeister werden.“

Carsten Rybicki (AfD) will ein Gründerzentrum einrichten

Auch Carsten Rybicki sah in den vergangenen Wochen und Monaten keine Notwendigkeit, sein bestehendes Wahlprogramm auszuweiten. „Alles bleibt wie gehabt“, so der 42-Jährige, der derzeit als Vorsitzender der AfD-Stadtratsfraktion in Königsbrück aktiv ist. Als er vor einigen Wochen wieder den Wahlkampf aufnahm, „konnte ich mich ja leider nicht auf großen Veranstaltungen präsentieren“, so Rybicki. Ging ja nicht, wegen Corona. Also machte auch er das Beste aus der Situation, führte eine Menge Hausgespräche, verteilte seine Flyer in Ottendorf. Und dabei war ihm, der im Falle seines Wahlsiegs die Gemeindeverwaltung umstrukturieren, mehr Kitaplätze schaffen will und auf dem Gelände des ehemaligen Plastewerkes ein Gründerzentrum einrichten möchte, aufgefallen, dass es in Ottendorf „gar keine klassischen öffentlichen Plätze wie etwa einen Marktplatz gibt“, so der gebürtige Räckelwitzer. Damit auch keine weitreichende Gelegenheit, sich vielen Ottendorfern vorzustellen.  Nachdem aus dem Bürgermeisterkandidaten-Quintett der ersten Wahl bei der jetzigen Neuauflage ein Trio wurde - René Rümenap und Lukas Ladig sind nicht mehr dabei – habe auf jeden Fall eine Verschiebung der Kräfteverhältnisse zwischen den Kandidaten in diesem „distanzgebundenen“ Wahlkampf stattgefunden, sagt Rybicki.

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Von den derzeit knapp 10.000 Einwohnern der Großgemeinde sind rund 8.100 Menschen wahlberechtigt. Bei der wegen Corona annullierten Wahl im März dieses Jahres lag die Beteiligung bei 64,8 Prozent. Dabei hatten die Ottendorfer mehrheitlich für Pfeiffer gestimmt. Er holte mehr als 40 Prozent der Stimmen. Auf Platz zwei kam Rene Edelmann mit 34 Prozent. Auf Platz drei folgte Carsten Rybicki mit 9,5 Prozent.

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