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Warnstreik im Karosseriewerk in Radeberg

Die Mitarbeiter wollen die Verhandlungen der aktuell laufenden Tarifrunde unterstützen. Sie haben vor allem zwei Forderungen.

Warnstreik vor dem Karosseriewerk in Radeberg. Rund 180 Mitarbeiter versammelten sich am Dienstag vor dem Werksgelände.
Warnstreik vor dem Karosseriewerk in Radeberg. Rund 180 Mitarbeiter versammelten sich am Dienstag vor dem Werksgelände. © René Meinig

Radeberg. Für etwa eine Stunde standen im Karosseriewerk Dresden (KWD) mit Sitz in Radeberg die Maschinen still. Nach Angaben von Mitarbeiter Ingolf Kroitzsch traten am Dienstag gegen 13.30 Uhr etwa 180 Kollegen in einen kurzzeitigen Ausstand. Sie versammelten sich auf dem Parkplatz vor dem Werksgelände an der Heinrich-Gläser-Straße. „Etwa die Hälfte kam aus der Frühschicht, die andere Hälfte streikte zu Beginn ihrer Spätschicht“, sagte der Betriebsratsvorsitzende.

Mit dem Ausstand wollen die Metallarbeiter die derzeit laufende Tarifrunde der Gewerkschaft IG Metall mit den Arbeitgeberverbänden unterstützen. „Wir wollen, dass die Verhandlungen endlich mit einem guten Ergebnis für uns abgeschlossen werden“, sagt Ingolf Kroitzsch. „Wir haben seit 2018 keine Tariferhöhung mehr bekommen. 2020 gab es wegen der Corona-Pandemie ein Notabschluss. Jetzt brauchen wir bessere Ergebnisse.“

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Insbesondere fordert er eine Wochenarbeitszeit, wie sie in den alten Bundesländern bereits durchgesetzt ist. Dort gilt die 35-Stunden-Woche. "Es ist den Kollegen hier mehr als 30 Jahre nach der Wende nicht mehr vermittelbar, weshalb das nicht auch in den neuen Bundesländern gelten soll.“

Er verwies auf den Umbruch, in dem sich die Autozulieferer derzeit befinden. „Die Betriebe stellen um auf E-Mobilität. Dabei wird die Produktion weiter digitalisiert und automatisiert. Arbeitsätze fallen weg. Die 35-Stunden-Woche bietet die Möglichkeit, mehr Kollegen in einem Arbeitsverhältnis zu halten.“ Weiteres Ziel ist eine Lohnerhöhung von vier Prozent. „Die Teilnahme von 180 Kollegen zeigt, dass sie hinter uns stehen.“

Das KWD in Radeberg ist einer der größten Betriebe in der Stadt. 516 Menschen sind hier beschäftigt. Hinzu kommen bis zu 20 Auszubildende. Sie erlernen Berufe wie Werkzeugmechaniker, Mechatroniker oder IT-Systemkaufmann. Jeden Tag werden 300 Tonnen Stahl und Aluminium verarbeitet. Im Jahr sind es 70.000 Tonnen. Insgesamt werden zehn bis elf Millionen Teile und Baugruppen für die Autoindustrie im Monat hergestellt. Der Umsatz lag im Krisenjahr 2020 bei 130 Millionen Euro. (SZ/td)

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