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Was Familien im Rödertal begeistert

Die Region kann bei den Themen Arbeit, Kinderbetreuung und medizinische Versorgung punkten. Allerdings gibt es auch Schwachstellen.

Mit dem Angebot an Hausärzten sind die Einwohner von Radeberg sehr zufrieden. Dr. Peter Bačar behandelt seine Patienten in der Praxis am Robert-Blum-Weg.
Mit dem Angebot an Hausärzten sind die Einwohner von Radeberg sehr zufrieden. Dr. Peter Bačar behandelt seine Patienten in der Praxis am Robert-Blum-Weg. © René Meinig

Radeberg. Sachsenweit wurden fast 15.000 Fragebögen ausgefüllt. Im Landkreis beteiligten sich mehr als 1.300 Leser am Familienkompass, einer Befragung zur Familienfreundlichkeit im Freistaat. Sächsische Zeitung, Freie Presse, Leipziger Volkszeitung und die Evangelische Hochschule Dresden haben die Ergebnisse ausgewertet. Im Rödertal sind die Einwohner bei drei Themen besonders zufrieden.

Jobs: Gute Noten bei Arbeitsplatzsicherheit und Bezahlung

Die Pluspunkte: Eine der besten Bewertungen haben Familien in Radeberg, Wachau und Arnsdorf zu ihrer Arbeitssituation abgegeben - Note 2,6 auf einer Skala von 1 bis 5. Dieser Wert ist besser als der sachsenweite Durchschnitt. Kein Wunder, ist doch die Arbeitslosigkeit in Radeberg und Umgebung seit Jahren konstant niedrig. Im September lag sie bei unter vier Prozent. 

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Die gute Bewertung hat mit den zahlreichen großen Arbeitgebern in Radeberg und Umgebung zu tun: Der Medizingerätehersteller B.Braun mit mehr als 600 Arbeitsplätzen, das Karosseriewerk KWD mit ebenfalls fast 600 Jobs oder Sachsenmilch mit rund 2.500 Arbeitsplätzen. Große Unternehmen, das bedeutet für die Mitarbeiter offenbar auch Stabilität. Der Aussage „Mein Arbeitsplatz ist sicher“ stimmen 67 Prozent der befragten zu. Auch was die Bezahlung angeht, sind die meisten zufrieden. 52 Prozent sagen, ihre Arbeit wird angemessen vergütet. Facharbeiter verdienen im Landkreis Bautzen durchschnittlich 2.408 Euro, in Dresden mit höheren Lebenshaltungskosten sind es 2.852 Euro.

Was muss besser werden? Als besonders schlecht schätzen die Befragten die Möglichkeiten für Kinder ein. Der Aussage: „Für sie gibt es hier gute Zukunftschancen“, stimmen 35 Prozent nicht zu, knapp 45 Prozent sind unentschieden und nur knapp 20 Prozent sehen gute Chancen für Kinder. Dabei kümmert sich gerade in Radeberg das Projekt Schule&Wirtschaft des Lionsclubs um einen möglichst reibungslosen Übergang der jungen Leute ins Berufsleben. „Ich kann sagen, dass die 39 Firmen in unserem Verbund weiterhin Ausbildungsplätze anbieten werden und das bereits jetzt die Quote der Jugendlichen, die nach der Schule keine Ausbildungs- oder Studienplatz bekommen, gering ist. Das spricht für die Region“, sagt Helmuth Dannehl vom Arbeitskreis Schule&Wirtschaft in Radeberg.

Kinderbetreuung: Meist Platz in Wunschkita bekommen

Die Pluspunkte: Fast ebenso gut wie die Arbeitssituation bewerten Familien im Rödertal die Kinderbetreuung - Note 2,9. Spitzenwerte vergeben die Familien in Radeberg, Wachau und Arnsdorf bei zwei Punkten. Der Aussage „Ich habe die Wunschkita für mein Kind erhalten“ stimmen 74 Prozent der Befragten zu. Für die meisten liegt die Kita auch nicht weit entfernt. Auf 85 Prozent der Befragten trifft das zu.

Was muss besser werden? Hier gibt es gleich mehrere Punkte. Als besonders negativ bewerten die Eltern die Vereinbarkeit von Schichtarbeit und Kinderbetreuung. Die Kitas haben meist nur von 6 bis 17 Uhr geöffnet. Wenn da nicht der Lebenspartner oder die Großeltern einspringen, ist es unmöglich, in zwei oder drei Schichten zu arbeiten. Auch auf die Frage, ob die Zahl der Kitaplätze insgesamt ausreicht, antworten die meisten (45 Prozent) mit Nein, 22 Prozent schätzen die Situation als neutral ein und für ein knappes Drittel ist das Angebot ausreichend. 

Dass Eltern mit ihrer Einschätzung richtig liegen, beweist das „Siedlungsentwicklungskonzept Wachstumsregion Kamenz - Radeberg“. Die Gutachter mahnen für Radeberg den Ausbau der Kindergarten-Kapazität an. Radebergs Oberbürgermeister Gerhard Lemm (SPD) schätzt ein, dass die Einwohnerzahl der Stadt bis 2035 leicht zunehmen wird. „Wir haben zwar mehr Sterbefälle in der Stadt als Geburten. Doch der Zuzug von Familien fängt das Defizit wieder auf“, sagt er. Ein Lichtblick: Die Stadt hat den Neubau der Grundschule Süd beschlossen. Dabei wird mehr Platz für Kita und Hort geschaffen.

Gesundheit: Grundversorgung stimmt, Fachärzte fehlen

Der Pluspunkt: Bei der Medizinischen Versorgung bietet sich ein zweigeteiltes Bild. Als sehr gut bewerten die Einwohner von Radeberg, Wachau und Arnsdorf das Angebot an Hausärzten. Fast 65 Prozent der Befragten sagen, dass ausreichend Praxen im Rödertal vorhanden sind.

Was muss besser werden? Unzufrieden sind die Befragten mit der Ausstattung an Fachärzten. Die meisten (42 Prozent) geben an, dass das Angebot nicht ausreicht. Nur 28 Prozent sagen, dass genügend vorhanden sind. Bei knapp 30 Prozent ist die Einschätzung neutral. Noch unzufriedener sind sie bei Kinderärzten. 57 Prozent sagen, dass es nicht genügend gibt, nur 19 Prozent sind zufrieden. An der Ausstattung mit Fachärzten wird sich jedoch so schnell nichts ändern. Nach den Daten der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS) sind sie in ausreichendem Maße vorhanden, der Versorgungsgrad beträgt im Landkreis über 100 Prozent.

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