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Weihnachtsbaum: Selbst die Säge ansetzen

Viele Familien stehen derzeit vor der Frage: Welches Bäumchen wird es in diesem Jahr? Wo Tannen und Fichten im Rödertal jetzt zu bekommen sind.

Von Rainer Könen
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Sachsenforst bietet mehrere Termine an, bei denen die künftigen Weihnachtsbäumchen eigenhändig  gefällt werden können. Besonders Familien nehmen das Angebot wahr.
Sachsenforst bietet mehrere Termine an, bei denen die künftigen Weihnachtsbäumchen eigenhändig gefällt werden können. Besonders Familien nehmen das Angebot wahr. © Symbol: Robert Michael/dpa

Radeberg. In knapp zwei Wochen ist Heiligabend. Und damit genau die richtige Zeit, um über den passenden Weihnachtsbaum nachzudenken. Gerade gewachsen sollte der sein, dichte Zweige und ein sattes Grün haben. So jedenfalls stellen sich viele Familien den idealen Weihnachtsbaum vor.

Der Baum rückt in diesen Tagen auch aus einem anderen Grund stärker in den Blickpunkt. Die Corona-Pandemie wirkt sich im zweiten Jahr in Folge aufs Weihnachtsfest aus: Keine Weihnachtsmärkte, keine Betriebsfeiern, kein Glühwein. Da dürfte der Christbaum sicher einen wichtigen Beitrag leisten, um wenigstens an den Festtagen so etwas wie weihnachtliche Stimmung aufkommen zu lassen. "Die Nachfrage nach unseren frisch geschlagenen Bäumen ist derzeit beträchtlich", erzählt Sachsenforst-Mitarbeiterin Jana Weisbach.

Im Radeberger Ortsteil Ullersdorf kann man sich am kommenden Wochenende den passenden Baum aussuchen. Nordmanntannen, Rotfichten, Blautannen, Kiefern gibt es, allesamt aus der Dresdner Heide. Die Preise liegen zwischen 12 und 35 Euro. Zeitiges Kommen sichert auf jeden Fall den besten Weihnachtsbaum.

Auch auf dem Gelände des Radeberger Edeka-Marktes werden in diesem Jahr wieder Weihnachtsbäume angeboten. Inhaber John Scheller weist darauf hin, dass die von einem anerkannten Fachmann für Forstökonomie im Freistaat, von Dr. Andreas Bitter aus dem Forstbezirk Zeißholz, geliefert werden. Mit dem bisherigen Verkauf ist er zufrieden.

Bisher verhaltener Verkauf

Scheller weist darauf hin, dass die Preise stabil geblieben seien. Blaufichten gibt es ab zehn, Nordmanntannen ab zwölf Euro. Ein weiterer Weihnachtsbaumverkäufer ist der Dresdner Jens Süß. Er erzählt, dass vor dem ersten Advent die Nachfrage nach Bäumen beträchtlich gewesen sei. Doch jetzt laufe der Verkauf "überraschend verhalten".

Ob es an Corona liegt, daran, dass viele Menschen kaum noch ihre Wohnungen verlassen? Möglich, meint er. Er setzt auf die letzte Woche vor Weihnachten. "Da zieht der Verkauf, so war es jedenfalls in den Vorjahren, normalerweise noch mal kräftig an", so Süß weiter.

So mancher holt sich seinen Baum jedoch schon lange nicht mehr aus dem Einkaufsmarkt, sondern aus dem Wald. Selber fällen ist da angesagt. Nach Angaben des Bundesverbands der Weihnachtsbaumerzeuger wird das immer beliebter. Auch im Landkreis. Im Sachsenforst kann man sich alljährlich zu bestimmten Terminen seinen Weihnachtsbaum selbst schlagen. Was vor allem bei Familien gut ankomme, so Sachsenforst-Mitarbeiter Kai Noritzsch. Firmen hatten in der Vergangenheit aus diesen Baumfäll-Aktionen häufiger ein kleines Event gemacht, so Noritzsch weiter.

Baum fällen nur mit 2G

Bei den Baumfäll-Terminen in der Vorweihnachtszeit boten die Förster auch meist ein kleines Rahmenprogramm. Gab es oft Lagerfeuer, wurden Glühwein und Speisen angeboten, hier und da schaute der Weihnachtsmann vorbei. Da konnte man in die entsprechende Festtagsstimmung kommen. Doch die Pandemie sorgt nun bereits im zweiten Jahr dafür, dass das Baumfällen im Sachsenforst zu einer rein pragmatischen Angelegenheit wird.

Baum schlagen, bezahlen, nach Hause fahren. "Wir müssen uns an die Corona-Schutzverordnung halten", so Kai Noritzsch. Heißt: 2G beim Selber fällen. Der Sachsenforst-Mitarbeiter vermutet, dass sich diese Regelung negativ auswirken wird: "Da werden bestimmt nicht mehr so viele wie in den Jahren zuvor kommen." Die Preise seien jedenfalls stabil geblieben, so Noritzsch.

Beim Sachsenforst kosten Bäume je nach Größe zwischen 20 und 25 Euro. Zu Vor-Corona-Zeiten war in den elf Revieren des Neustädter Forstbezirks in der Vorweihnachtszeit immer viel los. 2019 wurden rund 4400 Weihnachtsbäume gefällt. Im vergangenen Jahr waren es nur noch 1840 Bäume.

Übrigens: Wer sich in diesen Tagen beim Weihnachtsbaumkauf beziehungsweise beim Selber fällen gefragt hat, wie lange so ein Bäumchen braucht, um die passende Statur von 1,50 bis zwei Meter zu erreichen: Acht Jahre dauert es, bis Fichte, Kiefer oder Tanne einen optisch-passablen Weihnachtsbaum abgeben.

Weihnachtsbaumverkauf:

Radeberg, Edeka-Markt, Pulsnitzer Straße 33: Montag bis Sonnabend 9 bis 18 Uhr auf dem Parkplatz.

Sachsenforst, Revier Ullersdorf, Ullersdorfer Hauptstr. 20: am 18. Dezember (8 bis 12 Uhr).

Weihnachtsbäume zum selber fällen:

Fischbacher Forst, Fischbach, Waldsiedlung, Nähe B6: Am 18. Dezember (9 bis 14 Uhr). Anmeldung erforderlich.

Revier Großröhrsdorf, Weihnachtsbaumkultur in der Massenei, Nähe B6, ab Bahnübergang Seeligstadt: am 11. Dezember (9 bis 14 Uhr). Anmeldung erforderlich.