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Ottendorfer Schüler organisieren Mega-Berufsmesse selbst

Am 9. Juni beteiligen sich 80 Firmen am Tag der Ausbildung Ottendorf-Okrilla. Warum die Schüler als Veranstalter der Messe damit einen Rekord aufstellen.

Von Siri Rokosch
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Die Resonanz, sowohl bei Unternehmern als auch Schülern, war bereits bei der letzten Berufsmesse 2020 in Ottendorf-Okrilla sehr groß.
Die Resonanz, sowohl bei Unternehmern als auch Schülern, war bereits bei der letzten Berufsmesse 2020 in Ottendorf-Okrilla sehr groß. © privat: Sebastian Sende

Ottendorf-Okrilla. 2019 kamen 30 Firmen in die neue Sporthalle der Oberschule Ottendorf. 2020 waren es 50 und in diesem Jahr werden 80 Unternehmen teilnehmen, um Schüler der Region als Azubis werben - ein Rekord. Am 9. Juni findet die Berufsmesse statt, die allein von Schülern organisiert wird. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Welche Unternehmen stellen sich bei der Messe vor?

Mit dabei sind unter anderem namhafte Unternehmen wie BASF aus Schwarzheide, die Elbe Flugzeugwerke aus Dresden-Klotzsche, die Meißner Porzellan Manufaktur, die Fuchs und Girke Bau und Denkmalpflege GmbH.

Auch dabei ist das Sächsische Landesamt für Schule und Bildung (LASUB), das den Kindern erklären kann, wie man Lehrer wird.

Für wen ist die Messe gedacht?

Bislang haben sich sechs Schulen angemeldet, um die Messe mit mehr als 600 Mädchen und Jungen der 7. und 8. Klassenstufen zu besuchen. Anreisen können die Schüler aber auch selbständig. Die sechs Klassen aus Radeberg, Pulsnitz, und Kamenz werden mit einem Shuttlebus zur neuen Turnhalle an der Hermann-Lehmann Straße in Ottendorf gebracht.

"Dort schlüpfen sie dann in Plaste-Schuhüberzieher, um den Boden der Halle nicht zu beschädigen", sagt Praxisberater der Oberschule Ottendorf Sebastian Sende. Seine Aufgabe ist es, die Schüler ab der 7. Klasse bei der Berufswahl zu unterstützen. Er leistet die Vorarbeit für den Berufsberater, in dem er zum Beispiel die Stärken der Kinder erkennt und fördert. Zudem stellt er Kontakte zu ansässigen Unternehmen her.

Was erwartet die jungen Besucher der Messe?

Für die Messe sollen Sporthallentore am Donnerstag um 9.30 Uhr öffnen und erst gegen 16.00 Uhr wieder schließen, sagt Sebastian Sende: "Wegen Corona haben wir ein Einweg-System. Das heißt, es gibt einen Eingang und einen Ausgang und man folgt nur in einer Richtung dem Weg. So vermeiden wir Staus und ein Hin- und Herlaufen."

Die Betriebe werden ihre Stände gemischt aufbauen und somit Vielfalt schaffen. Die Schüler passieren jeden Stand und können ja nach Begabung mit den Unternehmen ins Gespräch kommen. Alle Bereiche sind dabei, vom Handwerk über die Mikrotechnologie, das Bankenwesen, die Krankenkassen und Behörden, sowie das Hotel- und Gaststättengewerbe.

Sebastian Sende betont: "Sogar eine Physiotherapie ist dabei. Sie bilden zwar noch nicht aus, wollen aber, dass die Kinder wissen, was ein Physiotherapeut macht."

Wie kam es zu der Idee?

Begonnen hatte alles damit, erzählt Sebastian Sende, dass die rund 100 Firmen in Ottendorf-Okrilla dringend Nachwuchs suchten: "So kam die Idee, eine Messe im Gewerbepark für Schüler zu veranstalten. Doch 2018 war gerade die neue Zwei-Feld-Turnhalle fertiggestellt worden, und dort sind die Unternehmen viel näher an den Schülern. Zudem ist die Halle riesig, also perfekt", schwärmt der Ottendorfer Praxisberater.

Im Februar 2019 wurden dort dann die ersten Messestände aufgebaut und seit dem wächst die Idee zu immer größeren Ausmaßen heran. Und das ganz ohne Hilfe professioneller Messebauer, erklärt Sende weiter: "In den ersten beiden Jahren hatten wir die Firma Onkel Sax, die alles organisierte. Nach der wenig erfolgreichen Online-Messe im letzten Jahr, wegen Corona, ist es nun aber anders: die Kinder selbst organisieren alles."

Was haben die Schüler im Vorfeld organisiert?

Die Mädchen und Jungen ab Klasse 7 bereiteten in diesem Jahr die Messe selbst vor. Sie schrieben unter anderem die Einladungen für die Firmen, stellen Rechnungen aus, organisieren die Shuttle-Busse und werden am Mittwoch über 70 Tische aus der Schule in die rund 600 Meter entfernte Turnhalle transportieren. 40 Euro bezahlt jede Firma an Standgebür. Das Geld geht in den Schulförderverein und wird auch für die Shuttlebusse verwendet.

Die Aussteller dürfen sich zudem auf selbstgemachte Schnittchen, Kartoffelsuppe und Muffins sowie jede Menge Kaffee freuen, sagt Sende: "Es schneit ein Mega-Event zu werden und wir freuen uns sehr über die rege Teilnahme."