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Zwei Parkhäuser für Radeberg

Das schlägt eine Studie für die Innenstadt von Radeberg vor. Eine radikale Veränderung betrifft auch den Marktplatz. Die wichtigsten Punkte aus dem Papier.

Dicht an dicht stehen die Autos auf dem Parkplatz an der Oberstraße in Radeberg. Die Stellflächen reichen nicht aus. Auf dem Areal könnte ein Parkhaus errichtet werden, schlagen Autoren einer Studie vor.
Dicht an dicht stehen die Autos auf dem Parkplatz an der Oberstraße in Radeberg. Die Stellflächen reichen nicht aus. Auf dem Areal könnte ein Parkhaus errichtet werden, schlagen Autoren einer Studie vor. © René Meinig

Radeberg. Autofahrer suchen in der Radeberger Innenstadt oft vergeblich nach einem freien Parkplatz. Seit Langem gibt es den Ruf nach einer Lösung des Problems. Jetzt hat die Stadtverwaltung ein "Verkehrs- und Stellplatzkonzept" für die Innenstadt erarbeiten lassen. Die SZ nennt die wichtigsten Punkte.

Wie viele Parkplätze fehlen in der Innenstadt?

Um das herauszufinden, sind die Autoren der Studie akribisch vorgegangen. Sie haben sich für jedes Haus in der Innenstadt die Zahl der Wohnungen geben lassen, dann für jedes Haus die vorhandenen Stellplätze ermittelt. Auch wie viele Parkplätze pro Geschäft oder Firma zur Verfügung stehen, fragten die Verfasser zusammen. 

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Dabei fällt auf, dass besonders entlang der Hauptstraße mit ihren vielen Geschäften der Bedarf hoch ist. Aber auch an den umliegenden Straßen haben Anwohner, Kunden und Mitarbeiter oft wenig Möglichkeiten. So in Teilen der Kirchstraße, der Pulsnitzer Straße oder der Röderstraße. 

Dem wurden die öffentlichen Parkplätze gegenübergestellt, so die große Parkfläche an der Oberstraße und der Parkplatz an der Langbeinstraße. Aber auch straßenbegleitende Parkflächen rechneten die Autoren ein. Ebenso wurden die Brachflächen dazugezählt, auf denen derzeit Autos parken. Die beiden größten befinden sich an der Pirnaer Straße und an der Langbeinstraße gegenüber von Schloss Klippenstein.

Dennoch, das Angebot der Parkflächen reicht laut der Studie nicht aus. Demnach fehlen in der Innenstadt rechnerisch 523 Stellplätze. Doch sei der tatsächliche Bedarf geringer, da die mehrfache Nutzung von Parkplätzen nicht berücksichtigt werden konnte. Denn nicht jeder öffentliche Parkplatz werde ganztägig belegt, sondern mehrfach beispielsweise für einen Einkauf oder einen Arztbesuch über wenige Stunden. 

Die meisten Plätze werden für Anwohner gebraucht, dann kommt der Bedarf für Firmen und Läden. Um zusätzliche Stellflächen zu schaffen, schlagen die Autoren die Errichtung von Parkhäusern vor. Tiefgaragen kämen wegen der geologischen Gegebenheiten und der höheren Baukosten in Radeberg nicht in Betracht.

Wo könnten zusätzliche Parkplätze entstehen?

Die Autoren schlagen den Bau von Parkhäusern vor. Sie sollen möglicht nah am Marktplatz liegen, eine ausreichende Zahl an Plätzen bieten und sich möglichst gut in die Umgebung einfügen. Sechs Flächen zogen die Fachleute in Betracht. So wurde beispielsweise geprüft, ob ein Parkhaus an die Langbeinstraße gegenüber von Schloss Klippenstein passt. Die Nähe zum Marktplatz wäre gut, aber sonst schneidet der Standort schlecht ab. Die verfügbare Fläche ist gering, außerdem befindet sich ein Teil in privater Hand. 

Auch wurde untersucht, ob ein Parkhaus auf dem Parkplatz hinter dem Kaiserhof möglich wäre. Doch die Entfernung zum Marktplatz wäre zu weit und der Innenhof von Wohngebäuden würde zugebaut. Schlechte Noten erhielt auch der Vorschlag, im kleinen Park an der August-Bebelstraße/Pulsnitzer Straße ein Parkhaus zu errichten.

Die Autoren des verkehrs- und Stellplatzkonzeptes für die Radeberger Innenstadt wollen auch den Radeberger Marktplatz aufwerten. Sie schlagen eine verkehrsberuhigte Zone vor, bei der auch die Oberstraße bis zur Kreuzung Pulsnitzer Straße mit einbezogen wi
Die Autoren des verkehrs- und Stellplatzkonzeptes für die Radeberger Innenstadt wollen auch den Radeberger Marktplatz aufwerten. Sie schlagen eine verkehrsberuhigte Zone vor, bei der auch die Oberstraße bis zur Kreuzung Pulsnitzer Straße mit einbezogen wi © Archivfoto: Steffen Unger

Nur auf zwei Grundstücken in der Radeberger Innenstadt können sich die Autoren Parkhäuser vorstellen. Einmal auf der Brachfläche an der Ecke Pirnaer Straße/Berggasse. Das Areal am Hang wird derzeit als wilder Parkplatz genutzt. Von dort ist es nur ein kurzes Stück bis zum Marktplatz, die Brache würde verschwinden und die Pirnaer Straße würde aufgewertet. Das sind die Pluspunkte. Größter Nachteil: Die Fläche ist teilweise in Privatbesitz. 

Gut geeignet für ein Parkhaus ist aus Sicht der Fachleute ein Parkhaus auf dem jetzigen Parkplatz an der Oberstraße, oberhalb des Edeka-Supermarktes. Die Nähe zum Markt ist gegeben, die Größe ist ausreichend und das Grundstück befindet sich in der Hand der Stadt. Die Autoren plädieren dafür, als erstes ein Parkhaus auf der Brachfläche in der Pirnaer Straße/Ecke Berggasse zu bauen. Es soll vor allem für Beschäftigte, Anwohner und Besucher gedacht sein. Auf dem Standort des jetzigen Parkplatzes Oberstraße sollte danach ein weiteres Parkhaus geschaffen werden mit zusätzlichen Angeboten, wie beispielsweise Car-Sharing-Stellplätzen und Lademöglichkeiten für Elektro-Autos.

Was sollen die neuen Parkhäuser kosten?

In der Studie werden unterschiedliche Varianten vorgeschlagen. Danach könnte an der Oberstraße ein Parkhaus mit drei oder vier Parkdecks entstehen. Es könnte auf Stelzen errichtet werden oder als „normales“ Gebäude. Die Kosten liegen zwischen 1,5 und 2,1 Millionen Euro. Statt der jetzt verfügbaren 96 Plätze könnten dann bis zu 232 Stellplätze an der Oberstraße genutzt werden. Ein Parkhaus an der Pirnaer Straße würde rund eine Million Euro kosten, 63 Parkplätze würden geschaffen.

Wie sinnvoll ist eine Fußgängerzone in der Innenstadt?

In einem weiteren Abschnitt beschäftigen sich die Autoren mit dem Vorschlag, vom Marktplatz bis hoch zur Pulsnitzer Straße eine Fußgängerzone einzurichten. Auch Teile des Marktes selber sollten zu autofreien Zonen erklärt werden. Dort könnten Bänke, Bäume und auch der von vielen gewünschte Marktbrunnen aufgestellt werden. Der Platz soll aber auch weiter für die Marktstände und für größere Veranstaltungen wie das Stadtfest nutzbar sein. 

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Autos, die die Hauptstraße entlang kommen können noch bis zum Marktplatz fahren, werden dann aber über die Pirnaer Straße wieder zurückgeleitet. So könnte die Innenstadt für Radeberger und Besucher attraktiver werden. Auf dem Markt könnten unter anderem Freisitze entstehen. Womit die Gastronomie rund um den Markt gestärkt würde. Was von den Vorschlägen der Studie umgesetzt wird, ist noch unklar. Der Stadtrat wird auf seiner Sitzung am 30. September über das Papier beraten.

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