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Zwei Supermärkte ziehen aufs Presswerk-Areal

An der Bundesstraße 97 in Ottendorf-Okrilla entsteht ein Einkaufszentrum. Jetzt werden immer mehr Einzelheiten über das Vorhaben bekannt.

Das ehemalige Presswerk an der B 97 in Ottendorf-Okrilla wird abgerissen. Erste Baumfällarbeiten haben bereits begonnen. Angesiedelt wird ein Einkaufszentrum.
Das ehemalige Presswerk an der B 97 in Ottendorf-Okrilla wird abgerissen. Erste Baumfällarbeiten haben bereits begonnen. Angesiedelt wird ein Einkaufszentrum. © Archivfoto: René Plaul

Ottendorf-Okrilla. Auf der Brache des ehemaligen Presswerkes in Ottendorf-Okrilla haben die Arbeiten für das neue Einkaufszentrum begonnen. Bauleute fällen auf dem Areal wildgewachsene Bäume und entfernen Sträucher.

Bis Ende Februar muss alles erledigt sein, dann beginnt die Vegetationsphase, in der solche Baumarbeiten verboten sind. „Sie sind dringend erforderlich, bevor überhaupt mit dem Abriss begonnen werden kann“, sagt Mirko Thomas, CDU-Gemeinderat in Ottendorf. Er hat sich maßgeblich dafür eingesetzt, dass die Industrieruine mitten im Ort verschwindet.

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Bluetooth-Technologie macht es möglich: mit hochmodernen Geräten kann sogar Musik gestreamt und telefoniert werden. Und das im unauffälligen Design.

Parallel zu den Arbeiten auf dem Gelände wird die Ausschreibung für den Abriss vorbereitet. „Läuft alles wie geplant, werden die baufälligen Gebäude noch in diesem Jahr nach und nach verschwinden“, sagt er.

Die Arbeiten könnten im Sommer beginnen. Ist dann das Vorhaben von den Baubehörden genehmigt, könnten im nächsten Jahr die eigentlichen Bauarbeiten losgehen.

Nach seinen Worten hat ein Leipziger Investor, die Firma KMT, inzwischen das gesamte rund 30.000 Quadratmeter große Gelände erworben. Entscheidende Weichen für das Projekt sind schon jetzt gestellt. So ist klar, dass ein Supermarkt mit einer Fläche von mehr als 10.000 Quadratmetern öffnen wird.

Zusätzlich öffnet ein Drogeriemarkt

Betreiber ist der Anbieter Rewe, einer der größten Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland. Bei dem Rewe-Supermarkt handelt es sich um einen so genannten Vollsortimenter, in dem es alles, vom frischen Obst und Gemüse über Milchprodukte, Backwaren bis hin zu Bekleidung und Haushaltwaren, gibt.

Außerdem wird der Discounter Penny auf dem Gelände eine Filiale eröffnen. „Nach den heutigen Plänen wird der Markt quasi vom jetzigen an den neuen Standort umziehen. Penny hat das Interesse daran bekundet“, sagt Mirko Thomas.

Außerdem wird ein Drogeriemarkt öffnen. Hier ist noch unbekannt, welcher Betreiber einzieht. Schließlich entsteht ein Ärztehaus. „Nach der ersten Ankündigung war das Interesse hoch. So wird jetzt noch etwas größer geplant.“

Nach den vorliegenden Plänen werden vier einzelne Gebäude entstehen. Sie sind von der Dresdner Straße etwas zurückgesetzt, davor befinden sich die Parkplätze. Das Ärztehaus ist seitlich in Richtung der Schutterwälder Straße angeordnet.

Zu dieser Straße wird es auch einen Zugang geben. „Es ist geplant, an der Schutterwälder Straße eine zusätzliche Bushaltestelle einzurichten." Von der kann man auf das Gelände des Einkaufszentrums gelangen. Läuft alles nach Plan, könnten 2023 die ersten Kunden auf dem ehemaligen Presswerk-Gelände einkaufen.

Fußgängerbrücke für Verbindung ins Ortszentrum

Die Pläne der Gemeinde gehen noch einen Schritt weiter. In der aktuellen Flächenplanung ist auch eine Fußgängerbrücke zum Betonwerksgelände auf der gegenüberliegenden Seite der Bundesstraße vorgesehen.

„So bleibt künftig die Option für eine Verbindung zum geplanten Ortszentrum“, sagt der Ottendorfer Kämmerer Robin Lehmann. Allerdings gibt es für das riesige brachliegende Gelände noch keine Pläne. Es grenzt fast an ein Wunder, dass die Presswerk-Ruine jetzt wegkommt und das Einkaufszentrum entsteht.

„Es lag eine Grundschuld von 20 Millionen Mark auf dem Gelände, und der Eigentümer war unauffindbar. Damit war das Areal praktisch unverkäuflich. Nach langen Verhandlungen mit den Banken konnte das Areal schließlich doch verkauft werden.“

Außerdem bedurfte es vieler Gespräche mit der Landesregierung, dem Landratsamt Bautzen, dem Planungsverband und der Stadt Dresden, um überhaupt einen Supermarkt mit 10.000 Quadratmetern errichten zu dürfen.

In so genannten Unterzentren, wie Ottendorf eines darstellt, sind nur Einkaufsmärkte geringerer Größe erlaubt. „Doch die Aussicht, dass dieser Schandfleck im Ort verschwindet, hat zum Einlenken bewegt. Außerdem geht von so einer Ruine ein Sicherheitsrisiko aus, vor allem wegen Einsturzgefahr, Brandstiftung und Vandalismus. Vor allem aber ist der Bedarf an einem großen Markt in Ottendorf vorhanden.“

Gebäude stehen seit 2004 leer

Die Gebäude des ehemaligen Presswerkes an der Bundesstraße 97 stehen bereits seit 2004 leer. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war an der Stelle ein Glaswerk angesiedelt worden, aus dem dann in der DDR schließlich das VEB Presswerk Ottendorf wurde.

Es produzierte Bauteile für die Elektroindustrie. Nach der Wende übernahm eine Kunststofftechnik-Firma das Gelände, gab es aber 2004 auf. Die Gebäude stehen seitdem leer und verfallen. Ein Brand vor einigen Jahren sowie Vandalismus und Diebstahl verschlimmerten den Zustand.

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