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Radeberger helfen Brandopfern

Kurz vor Weihnachten standen Garage und Ställe von Familie Jackob in Flammen. Einwohner sammeln für sie Spenden.

© Bernd Goldammer

Von Bernd Goldammer

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Radeberg. Zwei Tage vor Weihnachten ging ein Aufschrei durch die Stadt. In der Robert-Bosch-Straße am Radeberger Stadtrand stand eine Scheune in Flammen. Weil sich die Menschen im Tiefschlaf befanden, hätte die Familie Jackob dabei umkommen können. Dass es nicht dazu kam, hat mit aufmerksamen Nachbarn zu tun. Sie hatten die Radeberger Feuerwehr gerufen. Die Wehren aus Liegau-Augustusbad, Großerkmannsdorf und Ullersdorf wurden auch noch alarmiert. Sie konnten das Wohnhaus des Bauernhofes retten.

Als der neue Tag anbrach, war das ganze Ausmaß der nächtlichen Katastrophe zu sehen. Scheune und die Ställe waren abgebrannt. Besonders schmerzlich für die Hobby-Tierzüchter war, dass über 80 Tiere verbrannt waren. Von Rasse- Kaninchen, Rasse- Hühnern und vom Hausschwein namens Benny blieb nur noch Asche übrig.

„Entsetzt waren wir, als wir unsere Wachhündin Mascha fanden. Sie hatte das Feuer bemerkt und mit ihrem Bellen die schlafende Familie zu wecken versucht. Sie hatte schwerste Verbrennungen und wimmerte vor Schmerzen. Eiligst brachten wir sie in die Tierklinik“, erinnert sich Jens-Uwe Jackob, der Grundstückseigentümer. Doch es half nichts. Nach der Untersuchung rieten die Tierärzte, der Hündin weitere Qualen zu ersparen. Sie musste eingeschläfert werden. „Das war eine schreckliche Entscheidung. Denn wir liebten unsere Mascha sehr, sie gehörte zur Familie“, machte Jens-Uwe Jackob deutlich.

Sopendenaktion ins Leben gerufen

Das Unglück der Familie bewegte die Radeberger. Sie wollten den Jackobs helfen. Zusammen mit dem Radeberger Tierheim wurde eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Ziel: Von den Einnahmen sollte sich die Familie wieder einen neuen Hundewelpen ihrer Wahl anschaffen. Die Idee zu dieser Aktion hatte der Radeberger Tierfreund Hans Traupe. Ihm gelang es, andere Menschen in der Stadt für die Aktion zu gewinnen.

Auch die Freunde vom Radeberger Tierschutzverein unterstützten die Spendenaktion. Sie erbrachte bis heute über 500 Euro. Andrea und Jens-Uwe Jackob freuten sich gestern Nachmittag, als ihnen das Ergebnis übermittelt wurde. „Wir möchten allen Unterstützern und Spendern herzlich danken. Das Geld und die damit verbundene Anteilnahme und die vielfältige anderweitige Unterstützung tun uns gut“, verdeutlichen Andrea und Jens-Uwe Jackob.

Der Wiederaufbau läuft

Über eines ist sich das Ehepaar klar geworden: Einen Hund der Rasse Kaukasische Owtscharkas wie ihre Mascha werden sie sich nicht mehr zulegen. Die Erinnerung an sie ist schmerzhaft. „Im Moment nutzen wir jede freie Minute um Zäune, Scheune und die Ställe wieder so aufzubauen, wie sie mal waren. Danach werden wir uns nach einem neuen Hundewelpen umsehen. Wie unsere Mascha soll der neue Hund auch im Freien aufwachsen.

„Wir freuen uns schon auf den Tag, an dem wir die Brandfolgen überwunden haben“, sagt Andrea Jackob. Zum Glück kann Jens Uwe, ihr Ehemann, als gelernter Tischler sehr gut mit Werkzeug umgehen. Viele Bauarbeiten kann er selbst ausführen. Und weil die ganze Verwandschaft hilft, werden die Arbeiten schnell vorankommen. Dann werden neue Tiere einziehen. Sogar ein freilaufendes Schwein wird wieder im Hof sein. Dazu kommen die Ziegen. Die enorme Anteilnahme hat ihnen Kraft gegeben.