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Radeberg

Radeberger Musiker unterwegs in Russland

Der Spielmannszug reist auf Einladung des Kulturministeriums nach Borodino. Zuvor mussten etliche Schwierigkeiten überwunden werden.

Das Plakat in russischer Sprache weist auf den Auftritt der Spielleute in Borodino hin.
Das Plakat in russischer Sprache weist auf den Auftritt der Spielleute in Borodino hin. ©  Repro: SZ

Radeberg/Moskau. Seit Wochen hat sich der Radeberger Spielmannszug vorbereitet. Am Freitag, dem 30. August, machten sich die 50 Musiker schließlich auf den Weg. Sie waren vom Russischen Kulturministerium eingeladen worden, am Gedenken an die Schlacht von Borodino teilzunehmen. „Natürlich haben wir die Einladung gerne angenommen“, sagt Tom Thiele vom Spielmannszug.

Allerdings ist die Reise kein leichtes Unterfangen. Denn große Instrumente wie Pauken, Trommeln und Lyren, dazu die Uniformen mit den aufwendig verzierten Tschakos müssen transportiert werden. Und das in einem gewöhnlichen Aeroflot- Linienflug. An die 80 Gepäckstücke hat der Verein dazu aufgeben müssen, um die komplette Spielleute-Ausrüstung unterzukriegen. Darunter zählen allein 48 Koffer, zehn verpackte Trommeln, Lyrenkoffer und sogar zwei Sperrgepäckstücke für Pauke, Stab und Standarte. Insgesamt kamen locker mehr als anderthalb Tonnen zusammen. So manch ein Spielmann wurde im Laufe der Zeit so fast zu einem richtigen Logistik-Experten.

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Und das Gepäck ist nicht die einzige Herausforderung der Vereinsreise. 48 Personen mussten beispielsweise rechtzeitig Visa beantragen – und müssen nun rechtzeitig durch Zoll-Abfertigung und Reisepasskontrolle. Aber alles hat geklappt. Die Spielleute sind in Russland gelandet. Die erste Etappe der Reise bildet das Dorf Borodino, das in der Nähe von Moskau liegt. Im Jahr 1812 kam es hier im Zuge der Napoleonischen Russland- Feldzüge zu einer verlustreichen Schlacht zwischen französischen und russischen Truppen. In Russland ist der erste Septembertag deswegen ein bedeutender Feiertag. Ganze 40 000 Besucher erwarten die Veranstalter.

Übernachtet wird übrigens ganz authentisch: Wie alle Teilnehmer der Schlachtinszenierung sind auch die Radeberger in einer Zeltstadt untergebracht. Die Musiker, die ihr Quartier erst mitten in der Nacht bezogen haben, sind schon gespannt auf die kommenden Tage in Borodino. Am frühen Montagmorgen geht es weiter in die russische Hauptstadt Moskau. (SZ)