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Radebergs tanzende Babys

Kanga ist nicht einfach nur ein Trendsport für junge Mütter. Kanga ist viel mehr. Und jetzt auch in Radeberg zu Hause.

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© Bernd Goldammer

Von Bernd Goldammer

Radeberg. Nun gut, an den Anblick müssen sich die Radeberger hier und da erst noch gewöhnen. Auf Wiesen und in Parks tanzen junge Mütter und Väter nach Musik – auf dem Bauch haben sie ihre Babys in Tragetaschen geschnallt. Die Kleinen tanzen quasi mit den Großen. Kanga nennt sich das Ganze. Und ist nun auch in Radeberg zum beliebten Angebot geworden, das zwei junge Frauen in die Bierstadt geholt haben. Kanga-Training stärkt die Muskulatur und lässt darüber hinaus auch die Schwangerschafts-Pfunde purzeln. Außerdem wird dabei der Beckenboden trainiert und auch die Haltung kommt in Form. Darüber hinaus wird die Kondition gesteigert.

Sie haben nicht nur Kanga nach Radeberg geholt, sondern gleich ein ganzes Haus voller Angebote rund ums Thema Schwangerschaft eröffnet: Anke Scholze (l.) und Jasmin Pond-Gleißner. Vor einem Jahr eröffneten sie ihr „Krümelland“ in der Schulstraße. Foto: Be
Sie haben nicht nur Kanga nach Radeberg geholt, sondern gleich ein ganzes Haus voller Angebote rund ums Thema Schwangerschaft eröffnet: Anke Scholze (l.) und Jasmin Pond-Gleißner. Vor einem Jahr eröffneten sie ihr „Krümelland“ in der Schulstraße. Foto: Be © Bernd Goldammer

Begeisterte Väter

Und auch das Baby kommt beim Kanga-Training auf seine Kosten. Denn während dieser Art zu turnen, bleibt der Säugling der Mutter ganz nah. Es wird vor dem Bauch getragen und kann genau spüren, wie sich die Herzfrequenz erhöht. So macht gemeinsames Turnen ganz besonders viel Spaß. Übrigens: Auch immer mehr Väter sind von diesem Angebot begeistert. Immerhin machen sie etwa 30 Prozent der Kursteilnehmer aus. „Vor einem Jahr sind wir nach Radeberg gekommen, haben in der Innenstadt gleich neben der dortigen Grundschule unser Geschäft eröffnet“, sagt Jasmin Pond-Gleißner. Sie ist sogenannte Prä- und Postnatale Fitnesstrainerin. Ihre Geschäftspartnerin Anke Scholze ist Hebamme und Kinesiotope-Therapeutin. Das ist die perfekte Kombination, finden die beiden. Und ihre Angebote werden immer mehr zum Renner. Wie auch die wöchentlichen Trainingseinheiten für Schwangere und für die Zeit nach der Schwangerschaft. Also taten sie sich zusammen und eröffneten in der Schulstraße ihr „Krümelland“. Mit Angeboten rund ums Thema Schwangerschaft.

Andrang ist groß

Ein Jahr gibt es das Krümelland nun in Radeberg, und die beiden Jung-Unternehmerinnen sind überzeugt: Es war eine Erfolgsentscheidung. Ihre Angebote sind bei den jungen Familien sehr gefragt. „Es ging erstaunlich schnell und wir hatten unsere Anmeldelisten voll – es schien, als ob die Radeberger schon auf uns gewartet hätten“, freut sich Jasmin Pond-Gleißner. Auch auf Kanga im Krümelland schien Radeberg gewartet zu haben. In den Trainingsräumen erfahren die Aktiven dabei nicht nur viel über diesen neuen Sport, sondern eben auch gleich jede Menge Neues über die aktuelle Geschlechterrolle. Jasmin Pond-Gleißner und Anke Scholze sehen fast täglich, wie starke Männer im Krümelland zu sanftmütigen Vätern werden. Schon zur Geburtsvorbereitung kommen etwa 90 Prozent der Väter mit. Einfach, um zu wissen, wie sie helfen können, wenn es drauf ankommt. Und nach der Geburt werden es dann noch viel mehr. Fast 50 Prozent der Säuglinge der Krabbelgruppe reisen mit dem Papa an. Und viele junge Väter nehmen das Erziehungsjahr. Und auch bei der Trageberatung stellen Männer inzwischen gut die Hälfte der Teilnehmer. Und hier erleben sie, wie gut es den Kleinen tut, ganz nah beim Papa zu sein …

Neue Kurse im September

Woher der Name stammt

Der Name Kanga geht auf eine Trickfilmfigur zurück. Kanga heißt die Känguru-Mutter in der Serie Winnie Puuh.

Und tatsächlich tragen ja die Mütter und Väter beim Kanga-Training ihre Babys in einer Tragehilfe nah am Körper; wie eben auch die Känguru-Babys im Beutel ihrer Mütter …

Eigentlich ist Kanga ein afrikanisches Kleidungsstück. Eine Kanga ist dabei etwa einen Meter breit und 1,5 Meter lang und kann als Rock, Kleid oder zum Tragen der Kinder verwendet werden.

Besonders in Ostafrika, vor allem in Tansania und Kenia sind Kangas beheimatet.

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Es gibt ja diesen Spruch: „Kinder machen Eltern stark“. Hier im Krümelland ist zu spüren, was damit gemeint ist. All diese Entwicklungen machen die beiden Krümelland-Inhaberinnen sichtlich glücklich. Am meisten haben sie sich übrigens über die rege Beteiligung der Väter beim diesjährigen Bierstadtfest-Umzug gefreut. „Da sind wir erstmals mitgelaufen und die Väter haben ihre Babys im Festzug getragen – und das hat ihnen sichtlich Spaß gemacht“, kommt Jasmin Pond-Gleißner fast ein wenig ins Schwärmen. Macht aber gleich klar: „Für uns ist das schon lange ganz normaler Alltag im Rödertal!“ Und weil die Zahl der jährlichen Geburten im Raum Radeberg immer noch weiter nach oben geht, steigt auch die Nachfrage für die Krümelland-Angebote. Die beiden jungen Frauen haben dabei längst schon ihre nächste unternehmerische Entscheidung getroffen. Noch einmal haben sie Geld in die Hand genommen. Damit der Umfang ihres Angebotes noch erweitert werden kann, wurde jetzt ein weiterer Raum ausgebaut. Im Moment steht das Projekt kurz vor seiner Fertigstellung. Anmeldungen werden bereits wieder entgegengenommen. Ebenso wie für den nächsten Erste-Hilfe-Kurs für Baby- und Kindernotfälle. Der startet im September.