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Radebeul wird älter

Der Durchschnitts-Radebeuler ist 46 Jahre alt. Doch die Zahl steigt. 2030 kommen auf 100 Erwerbstätige 58 Rentner.

In den nächsten Jahren kommen besonders viele Radebeuler ins Rentenalter.
In den nächsten Jahren kommen besonders viele Radebeuler ins Rentenalter. © Stephan Scheuer/dpa

Von Nina Schirmer & Christoph Scharf

Radebeul. Laut aktuellen Angaben des Statistischen Landesamts leben derzeit über 9 000 Menschen im Rentenalter in Radebeul. Und ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung wird in den nächsten Jahren noch deutlich zunehmen, glaubt man der 6. Regionalisierten Bevölkerungsberechnung des Freistaates. 

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Die Statistiker schreiben auf Basis der Daten von 2014 die mögliche Entwicklung für die Städte und Gemeinden im Freistaat bis 2030 fort. Und bislang haben sich ihre Prognosen im Kern bestätigt, wie Innenminister Roland Wöller (CDU) in dieser Woche in einem aktuellen Zwischenbericht vorstellte.

Die Statistiker arbeiten mit zwei Prognose-Varianten, einer eher positiven und einer eher negativen. Und was bedeutet das für Radebeul? Das Durchschnittsalter steigt noch einmal: von aktuell 46,3 Jahre auf dann 47 bis 48 Jahre. 

Die Frauen sind im Durchschnitt drei Jahre älter als die Männer. Sachsenweit liegt die Lößnitzstadt damit genau im Durchschnitt. Im Landkreis ist Radebeul hingegen eine eher junge Stadt. Zum Vergleich: Der Durchschnitts-Riesaer ist nach wie vor fünf Jahre älter als der Durchschnitts-Radebeuler. Auch die Meißner sind etwas älter.

© SZ Grafik

2030 wird fast ein Drittel aller Radebeuler im Rentenalter sein. Ein Zehntel sogar über 80 Jahre alt. Rund 7 000 Radebeuler werden unter 20 sein. Besonders auffallend in der Statistik: Die Relationen zwischen den Altersgruppen ändern sich.

 Die Zahl der Einwohner im erwerbstätigen Alter nimmt im Verhältnis zu den alten und sehr jungen ab. Kommen derzeit noch knapp 48 Senioren auf 100 Radebeuler im erwerbsfähigen Alter, werden es in gut zehn Jahren um die 58 sein. Der Stadt gehen schon jetzt jedes Jahr potenzielle Arbeitskräfte verloren.

Und das, obwohl die Einwohnerzahl insgesamt steigt. Die Prognosen gehen von einem deutlichen Anstieg in den nächsten Jahren auf bis zu über 36 000 Einwohner aus. Zuzügler werden gebraucht, um die Arbeitsplätze in der Stadt zu besetzen. 

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Allerdings: Die Menschen müssen auch alle irgendwo wohnen. Und der Wohnraum ist in Radebeul bekanntermaßen begrenzt. Zwar sind noch neue Wohngebiete, beispielsweise auf dem Glasinvest-Gelände und am Wasapark, geplant. 

Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) hat in der Vergangenheit aber bereits mehrfach gesagt, dass er eine Einwohnerzahl von 35 000 Menschen für realistisch halte. Viel mehr sei in der Stadt nicht möglich.