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Ärztehaus Güterhofstraße ist jetzt voll belegt

Ärzte, Physiotherapeuten, Apotheker freuen sich über gute Bedingungen. Nur die Verkehrsanbindung muss nachgeholt werden.

Von Peter Redlich
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In der neuen Urologie-Praxis (von links): Yvonne Günther, Linda Rothert, Dr. Andreas Rothert und Romy Zocher. Andreas Rothert war derjenige, der die Investoren auf die Ärztehaus-Idee gebracht hat.
In der neuen Urologie-Praxis (von links): Yvonne Günther, Linda Rothert, Dr. Andreas Rothert und Romy Zocher. Andreas Rothert war derjenige, der die Investoren auf die Ärztehaus-Idee gebracht hat. © Arvid Müller

Radebeul. Über dem Empfangstresen der Praxis von Dr. Beate Planert und Dr. Jakob Angrik hängen noch die Luftballons. Am Montag war Eröffnung der Praxis im neuen Ärztehaus an der Güterhofstraße. Helle Räume mit viel Licht von draußen - den beiden Dentalchirurgen gefällt es. „Wir haben uns vergrößern können von 140 auf 280 Quadratmeter“, sagt die Zahnmedizinerin.

Es ist jetzt auch Platz für einen Schulungsraum, den sie immer wollten. Live-Operationen mit Kamera können verwirklicht werden. „Zu uns kann jetzt jeder völlig barrierefrei gelangen, ganz anders als in der vorherigen Praxis im Ärztehaus an der Bahnhofstraße“, so Beate Planert, die mit ihrem Kollegen und den Mitarbeiterinnen insgesamt neun Personen sind.

Über den Zahnchirurgen hat Zahnarzt Marcus Meyer seine Praxis komplett neu eröffnet. 180 Quadratmeter hat er mit drei Schwestern bezogen.

Die Ärzte, die sich mit der Gesundheit der Zähne und des Kiefers befassen, betreiben zwei der sieben Arztpraxen, die ins neue Ärztehaus eingezogen sind. Zwei weitere Praxen beherbergen Physiotherapien. Es gibt ein Sanitätshaus und eine Apotheke gleich links und rechts neben dem Haupteingang.

Das neue Ärztehaus an der Güterhofstraße, Ecke Kleine Elbstraße.
Das neue Ärztehaus an der Güterhofstraße, Ecke Kleine Elbstraße. © Arvid Müller

Ganz oben über der Apotheke ist Dr. Andreas Rothert mit seinen Schwestern eingezogen. Er war der eigentliche Ideengeber für das neue Haus und bisher in der Bahnhofstraße, neben der Harmoniestraße ansässig. Auf der Suche nach größeren Praxisräumen ist er mit den Investoren für das Ärztehaus - Oliver Kreider und Haiko Röper - ins Gespräch gekommen. So erfuhren Kreider und Röper auch von den Veränderungswünschen der Ärzte auf der anderen Seite der Bahnhofstraße. Kreider konnte das Grundstück eines vorher dort ansässigen Transportunternehmens kaufen und den Ärztehausplan angehen.

Zuvor hatte er noch versucht, dem Besitzer das Bahnhofsgebäude zu einem Preis, weit über der ehemaligen Kaufsumme, abzukaufen. Doch dieser soll völlig überhöhte Preisvorstellungen gehabt haben.

Andreas Rothert ist seit dem 1. Oktober mit seiner sechsköpfigen Mannschaft in seinen Praxisräumen. Er hat sich von 160 auf 190 Quadratmeter vergrößert. Wichtig ist ihm und seinem Kollegen, jetzt ein zweites Sprechzimmer zu haben. „Vorher mussten wir uns die Klinke in die Hand geben, das ging nicht mehr“, sagt der Urologe, der jetzt auch mehr Platz hat für eine neue Behandlungsmethode von Harninkontinenz, die er mit einer Magnetwellentherapie im Beckenboden lindern will.

Und jetzt ist das Ärztehaus an der Güterhofstraße, Ecke Kleine Elbstraße komplett bezogen. „Nichts ist mehr frei“, sagt Investor Röper und freut sich freilich. Eine der letzten und wohl die größte Praxis ist die der Chirurgen, die auch aus der Bahnhofstraße umziehen. Dr. Kersten Kreutel, Dr. Melanie Foerder, Uwe Reichelt und Monika Paul für die Anästhesie sind dort gerade gemeinsam mit den Handwerkern und Technikern am Einräumen.

Die beiden Zahnchirurgen Dr. Beate Planert und Dr. Jakob Angrik haben jetzt bessere Bedingungen und auch einen Schulungsraum.
Die beiden Zahnchirurgen Dr. Beate Planert und Dr. Jakob Angrik haben jetzt bessere Bedingungen und auch einen Schulungsraum. © Arvid Müller

OP-Bereich mit neuen Möglichkeiten

Rund 500 Quadratmeter beziehen sie jetzt. Der OP-Bereich ist wesentlich komfortabler „Wir können hier jetzt auch Knochenbrüche operativ versorgen“, freuen sich Uwe Reichelt, Dr. Jörg Sempf und Kersten Kreutel auf bessere Bedingungen mit mehr Möglichkeiten. Für ihre Patienten ist der Wartebereich freundlicher, hell und größer angelegt. Melanie Foerder wird eine moderne Form der Krampfaderbehandlung mit Laser anbieten und einen speziellen Raum dafür zur Verfügung haben.

Kersten Kreutel: „Es hat sich wirklich viel verbessert - auch am Zugang für Behinderte. Davon haben unsere Patienten was, und wir natürlich auch.“ Alle Räume im Ärztehaus sind ohnehin klimatisiert. Die Etagen per Fahrstuhl verbunden. Für die Mieter gibt es Stellplätze in der Tiefgarage, insgesamt sind es 30.

Zwischen 12,50 und 13,50 Euro beträgt der Mietpreis je Quadratmeter für die Nutzer der Räume. Knapp zwei Jahre Bauzeit haben die beiden Investoren gebraucht. Die Verkehrsgesellschaft und die Stadt schafften es allerdings noch nicht, die notwendige Nahverkehrsverbindung mit Bushalt vor der Eingangstür und Parkplätzen für Patienten auf der gegenüberliegenden Seite zeitgleich mit der Eröffnung hinzubekommen.

Die Bushaltestelle am Bürgersteig haben die Ärztehausbesitzer gleich mit gebaut. Schilder und Wartehäuschen fehlen allerdings noch. Haiko Röper: „Wahrscheinlich, weil wegen des Baus auf der Bahnhofstraße jetzt hier kein Bus fährt. Und vielleicht will die Verkehrsgesellschaft auch noch auf der anderen Straßenseite eine Bushaltestelle haben. Mal sehen, wie lange das dauert.“

Immerhin: Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos) war erst vor wenigen Tagen da und hat zugesagt, dass es mit den Parkplätzen nun zügig vorangehen solle. Nächstes Jahr würden sie gebaut. In diesen Tagen hängen die Pläne im DDV-Lokal, Bahnhofstraße 8, für die Bürger aus. Vorerst dürfen die teils wilden Stellplätze entlang des Bahndammes - auf eigene Gefahr - dennoch belegt werden. Die Stadtführung habe ihr Ordnungsamt angewiesen, keine Knöllchen zu verteilen, war zu erfahren.